Bildergalerie So buhlen die Parteien um Aufmerksamkeit

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Die MOZ hat Dorothea Horst gebeten, Wahlplakate verschiedener Parteien zu analysieren. Mit Rückschlüssen auf Personen hielt sich die Forscherin dabei zurück.
Die MOZ hat Dorothea Horst gebeten, Wahlplakate verschiedener Parteien zu analysieren. Mit Rückschlüssen auf Personen hielt sich die Forscherin dabei zurück.
© Foto: Nancy Waldmann
„Der SPD geht es klar um Einigkeit. Die Großschreibung des Slogans ‚Ein’ verleiht dem Nachdruck. Auffällig ist bei den Plakaten, dass die gezeigten Szenen mit dem Spitzenkandidaten – im Zug, bei der Feuerwehr – eine ähnliche Komposition haben: eine geschlossene Form, die Zusammenhalt suggeriert. Auch die Frage Entfremdung zwischen Politikern und Bürgern wird aufgegriffen. Ich verstehe das Plakat als Kommentar zur gesellschaftlichen Spaltung, als Kampfansage an die AfD. Dietmar Woidke präsentiert sich nicht als ‚Ich’, sondern als ‚Wir’.“
„Der SPD geht es klar um Einigkeit. Die Großschreibung des Slogans ‚Ein’ verleiht dem Nachdruck. Auffällig ist bei den Plakaten, dass die gezeigten Szenen mit dem Spitzenkandidaten – im Zug, bei der Feuerwehr – eine ähnliche Komposition haben: eine geschlossene Form, die Zusammenhalt suggeriert. Auch die Frage Entfremdung zwischen Politikern und Bürgern wird aufgegriffen. Ich verstehe das Plakat als Kommentar zur gesellschaftlichen Spaltung, als Kampfansage an die AfD. Dietmar Woidke präsentiert sich nicht als ‚Ich’, sondern als ‚Wir’.“
© Foto: Nancy Waldmann
„Die schraffierte Deutschlandfahne wirkt dynamisch, dazu passt die schräge Schrift und der Pfeil nach rechts oben im Logo. ‚Wende 2.0’ bemüht unmissverständlich das Narrativ der Friedlichen Revolution von 1989 und behauptet, eine Wende ist möglich, wenn man das Kreuz für die AfD setzt. Die Ansprache per Du ist sehr direkt. Der Slogan ‚Hol dir dein Land zurück!’ hing an der Brücke, einem Ort des Austauschs. Doch hier geht es klar um Abgrenzung, um ‚dein Land – mein Land’. Das Kandidatenplakat ist hingegen sehr reduziert. Mit Frankfurter Rathaus und Wappen stellt es sehr lokale Bezüge her.“
„Die schraffierte Deutschlandfahne wirkt dynamisch, dazu passt die schräge Schrift und der Pfeil nach rechts oben im Logo. ‚Wende 2.0’ bemüht unmissverständlich das Narrativ der Friedlichen Revolution von 1989 und behauptet, eine Wende ist möglich, wenn man das Kreuz für die AfD setzt. Die Ansprache per Du ist sehr direkt. Der Slogan ‚Hol dir dein Land zurück!’ hing an der Brücke, einem Ort des Austauschs. Doch hier geht es klar um Abgrenzung, um ‚dein Land – mein Land’. Das Kandidatenplakat ist hingegen sehr reduziert. Mit Frankfurter Rathaus und Wappen stellt es sehr lokale Bezüge her.“
© Foto: Nancy Waldmann
„Früher hatte die CDU eher langweilige Slogans wie ‚Brandenburg besser machen’, davon hebt sich die jetzige Kampagne deutlich ab. Es geht darum, den ursprünglich eher unbekannten Ingo Senftleben als Person zu vermarkten – mit legerer Kleidung und lockeren Sprüchen. Dieser Satz spielt mit dem Zitat ‚Ich bin schwul, und das ist auch gut so.’ des SPD-Manns Klaus Wowereit, der ja auch eine markige Type darstellt. ‚Landei’ – das ist der Brandenburg-Bezug, der nicht visuell, sondern über die Ansprache hergestellt wird. Die rot-weiße Farbgebung spielt auch auf die Brandenburgfahne an, erinnert aber zuallererst an die klassischen Farben der SPD.“
„Früher hatte die CDU eher langweilige Slogans wie ‚Brandenburg besser machen’, davon hebt sich die jetzige Kampagne deutlich ab. Es geht darum, den ursprünglich eher unbekannten Ingo Senftleben als Person zu vermarkten – mit legerer Kleidung und lockeren Sprüchen. Dieser Satz spielt mit dem Zitat ‚Ich bin schwul, und das ist auch gut so.’ des SPD-Manns Klaus Wowereit, der ja auch eine markige Type darstellt. ‚Landei’ – das ist der Brandenburg-Bezug, der nicht visuell, sondern über die Ansprache hergestellt wird. Die rot-weiße Farbgebung spielt auch auf die Brandenburgfahne an, erinnert aber zuallererst an die klassischen Farben der SPD.“
© Foto: Nancy Waldmann
„Dieser Plakatbaum schreit nach Aufmerksamkeit. Er besteht aus drei unterschiedlichen kleinen und einem großen Plakat, alle textlastig mit wildem Farbspiel und wenig subtilen Botschaften. Der Kandidat ist auf Augenhöhe und wirkt durch die zentrale Platzierung ikonisch. Inhaltlich wird ein Gegensatz kreiert: Auf der einen Seite die FBI/Freie Wähler, symbolisiert durch die Glühbirne, soll heißen: Dem Betrachter möge ein Licht aufgehen. Auf der anderen Seite die ‚Angstmacher’, mit denen die anderen Parteien gemeint sind. Durch farbliche Markierung werden deren Themen aufgerufen: Etwa ‚Böses Internet filtern’ – spielt auf die Diskussion um das CDU-kritische Video des Rappers Rezo an.
„Dieser Plakatbaum schreit nach Aufmerksamkeit. Er besteht aus drei unterschiedlichen kleinen und einem großen Plakat, alle textlastig mit wildem Farbspiel und wenig subtilen Botschaften. Der Kandidat ist auf Augenhöhe und wirkt durch die zentrale Platzierung ikonisch. Inhaltlich wird ein Gegensatz kreiert: Auf der einen Seite die FBI/Freie Wähler, symbolisiert durch die Glühbirne, soll heißen: Dem Betrachter möge ein Licht aufgehen. Auf der anderen Seite die ‚Angstmacher’, mit denen die anderen Parteien gemeint sind. Durch farbliche Markierung werden deren Themen aufgerufen: Etwa ‚Böses Internet filtern’ – spielt auf die Diskussion um das CDU-kritische Video des Rappers Rezo an.
© Foto: Nancy Waldmann
„Die Knalligkeit der Farben ist eher untypisch für die Linke. Zusammen mit der Ästhetik erinnern sie an Waschmittelwerbung aus den 60er Jahren. Möglicherweise sollen sie an den Aufbruchgeist von damals anknüpfen. ‚Wem gehört die Zukunft?’ ist eine große und offene Frage. Sie bleibt unbeantwortet, aber ganz unten steht das Parteilogo. Es soll herüberkommen: Wir backen keine kleinen Brötchen, sondern beschäftigen uns mit großen Fragen. ‚BIENE“ öffnet den ökologischen Fokus und verknüpft es mit dem Ost-Schwerpunkt, den die Linke speziell nach dem blauen Rechtsruck im Osten setzt. Das Helmut-Kohl-Zitat, an dem ja auch Häme klebt, wird hier als spezifisch ostdeutsche Lesart präsentiert.“
„Die Knalligkeit der Farben ist eher untypisch für die Linke. Zusammen mit der Ästhetik erinnern sie an Waschmittelwerbung aus den 60er Jahren. Möglicherweise sollen sie an den Aufbruchgeist von damals anknüpfen. ‚Wem gehört die Zukunft?’ ist eine große und offene Frage. Sie bleibt unbeantwortet, aber ganz unten steht das Parteilogo. Es soll herüberkommen: Wir backen keine kleinen Brötchen, sondern beschäftigen uns mit großen Fragen. ‚BIENE“ öffnet den ökologischen Fokus und verknüpft es mit dem Ost-Schwerpunkt, den die Linke speziell nach dem blauen Rechtsruck im Osten setzt. Das Helmut-Kohl-Zitat, an dem ja auch Häme klebt, wird hier als spezifisch ostdeutsche Lesart präsentiert.“
© Foto: Nancy Waldmann
„Die schraffierte Deutschlandfahne wirkt dynamisch, dazu passt die schräge Schrift und der Pfeil nach rechts oben im Logo. ‚Wende 2.0’ bemüht unmissverständlich das Narrativ der Friedlichen Revolution von 1989 und behauptet, eine Wende ist möglich, wenn man das Kreuz für die AfD setzt. Die Ansprache per Du ist sehr direkt. Der Slogan ‚Hol dir dein Land zurück!’ hing an der Brücke, einem Ort des Austauschs. Doch hier geht es klar um Abgrenzung, um ‚dein Land – mein Land’. Das Kandidatenplakat ist hingegen sehr reduziert. Mit Frankfurter Rathaus und Wappen stellt es sehr lokale Bezüge her.“
„Die schraffierte Deutschlandfahne wirkt dynamisch, dazu passt die schräge Schrift und der Pfeil nach rechts oben im Logo. ‚Wende 2.0’ bemüht unmissverständlich das Narrativ der Friedlichen Revolution von 1989 und behauptet, eine Wende ist möglich, wenn man das Kreuz für die AfD setzt. Die Ansprache per Du ist sehr direkt. Der Slogan ‚Hol dir dein Land zurück!’ hing an der Brücke, einem Ort des Austauschs. Doch hier geht es klar um Abgrenzung, um ‚dein Land – mein Land’. Das Kandidatenplakat ist hingegen sehr reduziert. Mit Frankfurter Rathaus und Wappen stellt es sehr lokale Bezüge her.“
© Foto: Nancy Waldmann
„Das Schwarz-Weiß-Portrait des Spitzenkandidaten ist eine deutliche Anspielung auf die Bundestagswahlkampagne 2017. Blau und Gelb sind die klassischen Farben der FDP, Magenta ist seit 2015 dabei. Der Slogan ‚Bildung for Future’ ist angelehnt an die ‚Fridays for future’-Bewegung. Die Pfeile, die das Bild optisch auseinanderziehen lassen den Schluss zu, dass die Partei Bildung in Brandenburg größer und besser machen möchte. Die Kandidatenplakate mit Jens Dörschmann sind in klassischen FDP-Farben gehalten. Der Slogan ‚Mutig handeln!’ ist so offen und wenig explizit, dass einem kaum was dazu einfällt.“
„Das Schwarz-Weiß-Portrait des Spitzenkandidaten ist eine deutliche Anspielung auf die Bundestagswahlkampagne 2017. Blau und Gelb sind die klassischen Farben der FDP, Magenta ist seit 2015 dabei. Der Slogan ‚Bildung for Future’ ist angelehnt an die ‚Fridays for future’-Bewegung. Die Pfeile, die das Bild optisch auseinanderziehen lassen den Schluss zu, dass die Partei Bildung in Brandenburg größer und besser machen möchte. Die Kandidatenplakate mit Jens Dörschmann sind in klassischen FDP-Farben gehalten. Der Slogan ‚Mutig handeln!’ ist so offen und wenig explizit, dass einem kaum was dazu einfällt.“
© Foto: Nancy Waldmann
„Die Knalligkeit der Farben ist eher untypisch für die Linke. Zusammen mit der Ästhetik erinnern sie an Waschmittelwerbung aus den 60er Jahren. Möglicherweise sollen sie an den Aufbruchgeist von damals anknüpfen. ‚Wem gehört die Zukunft?’ ist eine große und offene Frage. Sie bleibt unbeantwortet, aber ganz unten steht das Parteilogo. Es soll herüberkommen: Wir backen keine kleinen Brötchen, sondern beschäftigen uns mit großen Fragen. ‚BIENE“ öffnet den ökologischen Fokus und verknüpft es mit dem Ost-Schwerpunkt, den die Linke speziell nach dem blauen Rechtsruck im Osten setzt. Das Helmut-Kohl-Zitat, an dem ja auch Häme klebt, wird hier als spezifisch ostdeutsche Lesart präsentiert.“
„Die Knalligkeit der Farben ist eher untypisch für die Linke. Zusammen mit der Ästhetik erinnern sie an Waschmittelwerbung aus den 60er Jahren. Möglicherweise sollen sie an den Aufbruchgeist von damals anknüpfen. ‚Wem gehört die Zukunft?’ ist eine große und offene Frage. Sie bleibt unbeantwortet, aber ganz unten steht das Parteilogo. Es soll herüberkommen: Wir backen keine kleinen Brötchen, sondern beschäftigen uns mit großen Fragen. ‚BIENE“ öffnet den ökologischen Fokus und verknüpft es mit dem Ost-Schwerpunkt, den die Linke speziell nach dem blauen Rechtsruck im Osten setzt. Das Helmut-Kohl-Zitat, an dem ja auch Häme klebt, wird hier als spezifisch ostdeutsche Lesart präsentiert.“
© Foto: Nancy Waldmann
„Das Schwarz-Weiß-Portrait des Spitzenkandidaten ist eine deutliche Anspielung auf die Bundestagswahlkampagne 2017. Blau und Gelb sind die klassischen Farben der FDP, Magenta ist seit 2015 dabei. Der Slogan ‚Bildung for Future’ ist angelehnt an die ‚Fridays for future’-Bewegung. Die Pfeile, die das Bild optisch auseinanderziehen lassen den Schluss zu, dass die Partei Bildung in Brandenburg größer und besser machen möchte. Die Kandidatenplakate mit Jens Dörschmann sind in klassischen FDP-Farben gehalten. Der Slogan ‚Mutig handeln!’ ist so offen und wenig explizit, dass einem kaum was dazu einfällt.“
„Das Schwarz-Weiß-Portrait des Spitzenkandidaten ist eine deutliche Anspielung auf die Bundestagswahlkampagne 2017. Blau und Gelb sind die klassischen Farben der FDP, Magenta ist seit 2015 dabei. Der Slogan ‚Bildung for Future’ ist angelehnt an die ‚Fridays for future’-Bewegung. Die Pfeile, die das Bild optisch auseinanderziehen lassen den Schluss zu, dass die Partei Bildung in Brandenburg größer und besser machen möchte. Die Kandidatenplakate mit Jens Dörschmann sind in klassischen FDP-Farben gehalten. Der Slogan ‚Mutig handeln!’ ist so offen und wenig explizit, dass einem kaum was dazu einfällt.“
© Foto: Nancy Waldmann
„Die Grünen bleiben ihrem Hauptthema, dem Klimawandel, treu. Am Gegensatz ‚Hallo Klima, Tschüss Braunkohle’ wird deutlich, dass beides nicht vereinbar ist. Die Ansprache ist jugendlich und transportiert Leichtigkeit. Die Kandidaten in schwarz-weiß – wenn es denn welche sind – treten in den Hintergrund. Auf sie kommt es nicht an, sondern auf das grüne Kernthema. Windrad, Wolken und Sonne wirken verspielt, wie von Kinderhand gezeichnet. Andere Grünen-Plakate adressieren mit „Hallo Ursula, hallo Benjamin“ die Spitzenkandidaten salopp, so als würden wir uns kennen.“
„Die Grünen bleiben ihrem Hauptthema, dem Klimawandel, treu. Am Gegensatz ‚Hallo Klima, Tschüss Braunkohle’ wird deutlich, dass beides nicht vereinbar ist. Die Ansprache ist jugendlich und transportiert Leichtigkeit. Die Kandidaten in schwarz-weiß – wenn es denn welche sind – treten in den Hintergrund. Auf sie kommt es nicht an, sondern auf das grüne Kernthema. Windrad, Wolken und Sonne wirken verspielt, wie von Kinderhand gezeichnet. Andere Grünen-Plakate adressieren mit „Hallo Ursula, hallo Benjamin“ die Spitzenkandidaten salopp, so als würden wir uns kennen.“
© Foto: Nancy Waldmann
Die MOZ hat Dorothea Horst gebeten, Wahlplakate verschiedener Parteien zu analysieren. Mit Rückschlüssen auf Personen hielt sich die Forscherin dabei zurück.
Die MOZ hat Dorothea Horst gebeten, Wahlplakate verschiedener Parteien zu analysieren. Mit Rückschlüssen auf Personen hielt sich die Forscherin dabei zurück.
© Foto: Nancy Waldmann