Zum dritten Mal haben jüngst die Barnimer Piraten ihre Mitglieder sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger zum 3. Kommunalpolitischen Bürgerstammtisch ins Ristaurante "Da Enzo" nach Werneuchen eingeladen.
Veit Göritz, der 26 Jahre alte Vorsitzende des Verbandes Barnim-Uckermark der Piratenpartei Brandenburg, war dazu eigens aus Eberswalde gekommen. Schatzmeister Jürgen Voigt hatte Themenauswahl und Leute im Blick und managte die Versammlung. Zum abendlichen Termin kam auch der Sprecher für Infrastruktur der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag. Michael Jungclaus besuchte im Rahmen seiner Sommertour die hiesigen Piraten.
Das Hauptthema Transparenz zu allen kommunalen Vorgängen fand bei den Interessierten offene Ohren und führte gleich zu Beginn der Veranstaltung zu moderaten Schlagabtauschversuchen. Imker Günter Jesse schlug vor, dass sich das Stadtoberhaupt und seine Bediensteten aus dem Rathaus verabschieden sollten. "Die notwendige Transparenz gegenüber dem Wahlvolk lasse viel zu wünschen übrig", so der Herr über gut 70 Bienenvölker. Erbost verhalten reagierte ein Linker und verlangte Beispiele der Informationsunterdrückung durch die Bürgermeisterei. "In der KITA gibt es keinen Kühlschrank, die Frühstücksbrote vergammeln!", reagierte Jesse. Im Gegensatz dazu stünden im Verwaltungstrakt der Stadt gleich mehrere Kühleinrichtungen.
Das Gesagte wird von der Runde nicht widerspruchslos hingenommen. Es gebe einen Kühlschrank. Günter Jesse gab aber nicht auf. Zwei Tage später tagte der Hauptausschuss, wo er das Thema aufs Neue auf den Tisch brachte. Nun soll sich jemand aus dem Gesundheitsamt kümmern. Ein anderes Thema waren immer wieder hinausgeschobene Sanierungsarbeiten am Gemäuer der Schule.
Weiterhin kamen die ureigensten Stammthemen der Piraten zur Sprache, wie etwa der DSL-Anschluss für sämtliche Haushalte der 7000-Einwohner-Gemeinde. Gelder aus dem Konjunkturprogramm II wurden offenbar nicht für die schnellen Internetverbindungen beantragt und abgerufen. So manch abgelegenes Gehöft, aber auch Straßenzüge, verfügen nur über die Uraltglasfaserkabel der Telekom. Abhilfe ist hier von Nöten, so der Tenor der Runde. Der Schatzmeister der Piraten befürwortete den Technikausbau, gab aber zu bedenken, dass ein preiswerter Internetanschluss per Stick am Rechner recht schnell installiert werden kann.
Von linker Seite kam das Thema Verspargelung der Gegend durch Windkrafträder und die Flächenumnutzung zu Gunsten großer Stromproduzenten zur Sprache. Schon längst sei der Energiebedarf von Werneuchen mit Hilfe der erneuerbaren Energien gedeckt.
Der Stammtisch tagte bis in die Nacht hinein. Kommunalpolitische Themen wurden angepackt. Anderswo finden solche Gespräche seltener statt. "Bei eingetragenen 103 Mitgliedern ist das schlecht zu händeln", lässt der Vorsitzende Veit Göritz durchblicken. Mitgliederwerbung stehe daher mit an erster Stelle.
Piratenversammlung: Blick aufs Präsidium.Foto: Michael Rosensky
Stammtisch der Barnimer Piraten in Werneuchen / Anstehende Probleme angesprochen