Ausnahmsweise in den Konferenzraum der Stadtwerke hatten Bürgerbund-Vorsitzender Dieter Kartmann und sein Team diesmal eingeladen. Denn Geschäftsführer Andreas Gagel nutzte die dort vorhandene moderne Technik, um im ersten Teil der Veranstaltung ebenso anschaulich wie nachvollziehbar für den Laien die Zusammensetzung des Preises für jede Kilowattstunde zu erläutern.
Im Groben sind es drei Komponenten, aus denen er besteht. 34 Prozent für die reine Strombeschaffung, 39 Prozent für Steuern und Abgaben, dazu noch 27 Prozent für die Netznutzung. Die jeweilige Kostenentwicklung seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998, verschärft noch einmal in den jüngsten Jahren seit 2003, sei unterschiedlich. Während sich die Netznutzungausgaben verbilligt haben, sind die anderen beiden Positionen deutlich gestiegen.
Bei den Steuern und Abgaben macht dies einen Preissprung um 153,7 Prozent aus. "Wettbewerb bis zur letzten Steckdose" laute seit zehn Jahren die Devise, so Gagel, anderseits sind im Energiegesetz aus 23 Paragraphen inzwischen 128 geworden, von weiteren Verordnungen in ähnlichem Umfang ganz zu schweigen. Der Staat schlage nicht nur bei Umsatzsteuer und Konzessions­abgabe an die Kommunen zu, sondern auch mit der Stromsteuer und den EEG-Abgaben (Energieeinspeisegesetz). Im Falle der Stadtwerke Strausberg seien es aktuell um die fünf Millionen Euro im Jahr, die auf diese Weise abgeführt werden müssten. Das liegt noch über dem finanziellen Einsatz für die Strombeschaffung (4,3 Millionen) und sowieso deutlich vor den Netznutzungskosten (3,4 Millionen).
Mindestens die Hälfte, zu Spitzenzeiten bis 60 Prozent der jährlich benötigten Strommenge stellen die Stadtwerke selbst über Kraft-Wärme-Kopplung her. Ein kleiner Teil sind als Durchlaufposten Stromlieferungen fremder Händler, während zu 14 Prozent eine Abnahmeverpflichtung für Strom aus EEG-Anlagen besteht. Bleiben 28 Prozent, die man von Vorlieferanten zukaufe - und da habe man sich bisher gute Preise auch bis 2009 sichern können, die deutlich unter den Aktuellen an der Strombörse liegen.
Viele Jahre hatten die Stadtwerke mit ihrem Preis bei gerade einmal einem Drittel des Landesdurchschnitts gelegen, waren sogar bundesweit unter den Top Ten der etwa 800 Anbieter. Wenn man nach der Preiserhöhung nun "nur" noch unter den besten 30 liege, sei das immer noch gut, sagte Gagel: "Niemand kann von uns verlangen, Klassenbester zu sein."