Für einen Auflauf von Neugierigen sorgte am Freitag die Ankunft von acht historischen Schiffen mit dem 75 Jahre alten Dampfschlepper "Andreas". Qualmend, mit lautem Tuten von Dampfpfeifen und winkenden Passagieren legte die Flotte nach fast zehnstündiger Fahrt von Eberswalde über das Schiffshebewerk in Gartz an.
Liebhaber historischer Technik konnten auf der "Andreas" und dem Motorschlepper "Volldampf" Schiffsfahrten buchen. Unter ihnen Rentner Martin Klein aus Berlin, der die Dampferfahrt über Oder und Kanal "einfach großartig" nannte. In Gartz zückten viele Schaulustige ihre Handykameras bei dem imposanten Anblick. "Wir lieben einfach das Wasser und Schiffe", sagte Marlies Beyer, die mit ihrem Mann ans Bollwerk gekommen war.
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Der Verein Berlin-Brandenburgische Schifffahrtsgesellschaft hatte die Ausfahrt in mehreren Etappen mit einer 25-köpfigen Mannschaft veranstaltet. "Es war ein toller, freundlicher Empfang, die Gartzer und ihr Amtsmann Gotzmann halfen unseren Fahrgästen spontan bei der Suche nach Gasthöfen und privaten Unterkünften", berichtete Peter Baegemann vom Vereinsvorstand. Seine Crew übernachtete in Gartz auf den Schiffen.
Am Sonnabend nutzten 45 Gartzer die Chance, einen Dampferausflug nach Stettin zu unternehmen, unter ihnen auch Amtsdirektor Frank Gotzmann. Knapp vier Stunden dauerte die Fahrt für zehn Euro. Die Route führte in Stettin geradeaus auf der Westoder haarscharf unter der Eisenbahn- und Straßenbrücke hindurch. Dafür mussten Fahrerkabine und Schornstein abgeklappt werden. Die Fahrgäste konnten Heizer und Kapitän über die Schulter schauen, die Dreifachexpansionsdampfmaschine besichtigen.
"Unser Verein trägt Brandenburg und Berlin im Namen, aber ehrlich gesagt sind wir bisher eher in Berlin unterwegs. Unsere Fahrgäste sind heute so begeistert gewesen von der Oder  und dem Naturreservat, dass wir uns wohl künftig mehr um Brandenburg kümmern werden", erklärte Peter Baegemann.