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Mitte der 1990er-Jahre begonnenes Sanierungsprogramm durchgezogen / Aus Rücklaufmitteln noch Zuschuss für Fischerstraße erhalten

Soll und Haben der Biesenthaler Altstadt

Brigitte Horn / 04.01.2012, 18:53 Uhr
Biesenthal (MOZ) Eigentlich ist das Programm schon ausgelaufen. Doch Biesenthal kann dennoch die Altstadtsanierung fortsetzen. Kurz vor dem Jahreswechsel ging auf Biesenthal der warme Regen von 82 000 Euro nieder. Damit soll nun die zweite Hälfte der Fischerstraße stilvoll erneuert werden.

Es ist das Viertel, in dem sich alte Bürgerhäuser und das Kriegerdenkmal befinden. Historisch betrachtet ist es die Grenze zwischen Stadt und Fischerkiez, hinter der sich einst reiche Fischgründe befanden. Die Straße ist kaum mehr als einen Steinwurf vom Marktplatz entfernt und wenn man dort anfängt zu buddeln, werden Archäologen in der Regel fündig.

Bisher konnte nur der vordere Teil der Fischerstraße und der Platz um das Kriegerdenkmal saniert werden. Schon diese Mittel waren zusätzlich beschafft worden. Denn bis auf ein paar restliche kleinteilige Maßnahmen ist mit der Altstadtsanierung eigentlich Schluss, erläuterte Biesen-thals Bürgermeister André Stahl (Linke) den aktuellen Stand des Programms. Um nun die Fischerstraße zu komplettieren, hat die Stadt Mehrbedarfsanträge ans Land gestellt - und Glück gehabt. Möglich war dies, weil andere Kommunen Mittel nicht in Anspruch genommen haben und so noch Rücklaufmittel da waren.

Mit den jetzt bereitgestellten 82 000 Euro Fördermitteln und dem Eigenanteil der Stadt von 41 000 Euro stehen 123 000 Euro zur Verfügung. Mit diesem finanziellen Rückhalt gehe man in die Planung und werde auch mit der Sanierung des zweiten Teils der Fischerstraße beginnen, kündigte Stahl an. Ausfinanziert sei das Projekt damit noch nicht, man hoffe aber, dass weitere Mehrbedarfsanträge positiv entschieden werden. Die Chancen scheinen dafür nicht schlecht zu stehen. Nach dem Auslaufen des Programms im Jahr 2009 konnte die Stadt zum wiederholten Mal Mittel zur Verschönerung der Altstadt akquirieren.

Im Übrigen haben die Biesenthaler Stadtverordneten seit 1995 die Altstadtsanierung diskutiert, 1997 den Beschluss zur Altstadtsanierung gefasst und in der Folgezeit jährlich Fördermittel erhalten. Grob geschätzt, sind seit dem Beginn des Projektes Mitte der 90er Jahre mehr als zehn Millionen Euro in die Verschönerung der Biesenthaler Altstadt geflossen. Zu je einem Drittel kamen bei den öffentlichen Vorhaben die Gelder dazu von Bund, Land und Stadt.

Die bedeutendsten Projekte dabei waren die Sanierung des Fachwerk-Rathauses am Markt, die Gestaltung des Marktes sowie auch des Apotheker-Karrees mit dem altstadttypischen Pflaster oder die Erneuerung der Schul-straße, die als Pflasterstraße erhalten worden ist. Letztere ist im November 2009 übergeben worden und hat rund 750 000 Euro gekostet.

Als weitere Beispiele müssen die Eckbebauung gegenüber dem Rathaus in der Berliner Straße, das 2002 fertig gewordene Bürgerhaus mit 15 Wohnungen, oder die Grünstraße, deren historischen Charakter ebenfalls bewahrt wurde, genannt werden. Dazu kommen der Bau von Wohn- und Geschäftshäusern sowie diverse kleinteilige Maßnahmen.

Private Vorhaben sind im Rahmen der Sanierung von Anfang an mit maximal 15 000 Mark beziehungsweise höchstens 40 Prozent der anfallenden Kosten gefördert worden.

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