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Genehmigung der Baustofflagerung bleibt ihm verwehrt / Pachtvertrag zum Ende des ersten Quartals gekündigt

Pächter der Chemiekaserne ärgert sich über Behörden

Chemiekaserne Biesenthal Werner Schmidt vor seiner Werkstatt  in der Hellwig Straße 3b am 21.03.2012
Chemiekaserne Biesenthal Werner Schmidt vor seiner Werkstatt in der Hellwig Straße 3b am 21.03.2012 © Foto: MOZ-Sergej Scheibe
BHORN / 29.03.2012, 19:50 Uhr
Biesenthal (rn) Verschaukelt fühlt sich der Tiefbauunternehmer Werner Schmidt. Gerade noch Pächter eines Großteils der ehemaligen Chemiekaserne der GUS-Truppen am Biesenthaler Bahnhof, hat man ihm dort gekündigt und zwar zum 31. März. Die Gründe dafür kann er allerdings nicht nachvollziehen. Doch der Reihe nach.

Seit 15 Jahren ist Schmidt als Pächter auf dem Gelände. "Ich habe das Gebiet als Baustofflager genutzt und mich auch bemüht, es etwas ansehnlicher werden zu lassen", sagt Schmidt. Er habe im Vorderbereich Rasen ausgesät und Blumen gepflanzt. Doch dann sei ihm mitgeteilt worden, dass er für seine Lagerung von Baustoffen eine Baugenehmigung brauche. Seine eigentliche Ambition sei aber, das Gelände zu erwerben, damit dort einige Einfamilienhäuser gebaut werden können, sagte er gegenüber der Märkischen Oderzeitung. Die Baugenehmigung für die Baustofflagerung habe er beantragt. Allerdings sei sie ihm vom Kreis verwehrt worden. Als Begründung habe man ihm gesagt, dass es sich dort um eine Grünfläche handele, die der Natur vorbehalten bleiben müsse.

Werner Schmidt kann das gar nicht glauben. "Das ist doch laut Flächennutzungsplan ein Baumischgebiet", sagt er. In dem sei Gewerbe zulässig. Und dann kenne er das Gelände sehr gut und wisse, welche Probleme es dort gebe. Insbesondere seien es viele Altlasten, die sich dort befinden, unter anderem Asbest und geteerte Dachpappe, verweist er auf die Vergangenheit des Areals der Chemiekaserne der GUS-Truppen.

Auf eine MOZ-Nachfrage zur Ablehnung der Baugenehmigung teilte die Kreisverwaltung mit: "Der Bauantrag für die besagte Lagerfläche wurde nachträglich gestellt und sollte auch den Verbleib der dort gelagerten Materialien ("Restabfälle") legalisieren. Eine Baugenehmigung für den Betrieb eines Lagerplatzes (Umschlag und Lagerung von Bau- und Recyclingmaterial) konnte jedoch aus bauplanungsrechtlichen Gründen, insbesondere der Nähe zu einem Wohngebiet, nicht erteilt werden." Ein Blick auf den Flächennutzungsplan der Stadt zeigt, dass dieses Gelände direkt an der Bahnlinie auf der einen Seite und einigen Häusern an der Hellwigstraße auf der anderen Seite als eingeschränktes Gewerbegebiet ausgewiesen ist.

"Wegen der nicht erlaubten Nutzung für die Lagerung von Baumaterial haben wir ihm den Pachtvertrag gekündigt", sagte Reinhold Arnoldi von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, der das Gelände gehört. Das Gelände stehe auf der Verkaufsliste, es gebe aber noch keinen Termin, weil erst eine rechtlich geklärte Situation geschaffen werden müsse.

Nach Worten von Biesenthals Bürgermeister André Stahl gibt es noch keine abschließende Vorstellung, was dort passieren wird. Es solle keine Gewerbefläche sein, die Lärm und Staub macht. Der Eigentümer sei auch noch nicht an die Stadt herangetreten, so dass man nicht wisse, was der dort vorhabe.

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