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Die Ausstellung "Romantik in der Natur" von Rostyslav Voronko wird heute auf der Burg Storkow eröffnet

Beeskow ist seine zweite Heimat

Der Maler Rostyslav Voronko mit seiner neunjährigen Tochter Solomiya, die eine Spezialschule für Mathematik besucht.
Der Maler Rostyslav Voronko mit seiner neunjährigen Tochter Solomiya, die eine Spezialschule für Mathematik besucht. © Foto: Elke Lang
Elke Lang / 27.07.2012, 06:59 Uhr
Storkow/Beeskow (MOZ) Am Freitag um 17 Uhr wird auf der Galerie im großen Saal der Burg Storkow eine Ausstellung des Malers Rostyslav Voronko eröffnet. Unsere Redaktion hat sich vorab mit dem Künstler getroffen.

Dass Rostyslav Voronko, der in der kleinen ukrainischen Stadt Radywyliv aufgewachsen ist, Beeskow zu seiner zweiten Heimat gewählt hat, ist einem Zufall zu verdanken. Der bildende Künstler mit Berufsschulabschluss als "Restaurator für dekorativ bemalte Oberflächen" und einem Diplom der Kunstakademie Lwiw hatte von einer Lehrerin der Akademie erfahren, dass man auf der Burg Beeskow ein Atelier mieten könne. Diese Gelegenheit nahm der heute 39-Jährige 1999 mit seinem Freund Sergil Lysjuk für ein paar Monate im Sommer neugierig wahr: "Ins Ausland zu gehen, ist immer interessant, etwas Neues kennen zu lernen, neue Leute, neue Ideen. Aber es war auch so etwas wie ein Abenteuer", denkt er zurück.

Rostyslav Voronko ist schon als Kind in die Fußstapfen seines Vaters, des bildenden Künstlers Michael Voronko, getreten, indem er bis zum 16. Lebensjahr eine auf Kunst spezialisierte Schule besucht hat. Danach bereitete er sich zweimal pro Woche im Abendstudium der Akademie in Lwiw auf das Aufnahmeexamen vor. Drei Jahre dauerte es, bis er angenommen wurde. In dieser Zeit erlernte er den Beruf des Restaurators.

An der Akademie hatte Rostyslav Voronko gute Lehrer. "Sie haben mir den Weg von der Idee zum fertigen Werk aufgezeigt", ist er dankbar. Für seinen Diplomabschluss fertigte er ein Keramikrelief in der Größe von drei mal drei Metern an, das für eine polnische Schule bestimmt war und noch heute dort seinen Platz hat. Unter dem Titel "Kraniche" handelt es nach einem Gedicht vom Verlassen der Heimat.

Aber nicht die Keramik steht im Vordergrund des Interesses des Künstlers, sondern Malerei und Zeichnung. Thematisch ist es die Natur, die er jedoch nicht einfach fotografisch genau abmalen möchte. "Ich möchte die Atmosphäre und die Farben übertragen, das Gefühl, das man beim Betrachten hat, in der Arbeit wiedergeben", erklärt er. Das ist oft gar nicht so einfach, denn er arbeitet immer vor der Natur, "und die wartet nicht auf den Künstler, sondern in ihr können die Stimmungen immer schnell wechseln". Diese Spontanität ist den Bildern anzusehen und macht ihren Reiz aus. Nur manchmal erfolgt eine Nachbearbeitung im Atelier.

Auf seinen Bildern sind Feld-, Wald- und Meereslandschaften aus der Ukraine, der Türkei, Frankreich, Belgien und Russland und der Beeskower Umgebung zu finden. Davon sind jetzt rund zwanzig Bilder im Format 50 mal 60 Zentimeter bis ein Meter mal 90 Zentimeter auf der Burg Storkow zu sehen.

Bis 2009 verbrachte Rostyslav Voronko jeden Sommer etwa drei Monate auf der Burg Beeskow. 2011 aber konnte er eine Wohnung in Beeskow mieten, und nun hat sich das Verhältnis umgekehrt: Er ist nur noch etwa drei Monate im Jahr bei seiner Familie in der Ukraine. Seine Familie, das sind die Journalistin Ruslana und die neunjährige Tochter Solomiya, die im Sommer immer mit in Beeskow sind. Hierher will sie Rostyslav Voronko bald ganz holen. Dazu muss er ihren Lebensunterhalt in Deutschland absichern können. Die Chancen sind nicht schlecht. Er hat hier schon in den Kirchen Görsdorf, Krügersdorf und Hohenwalde Restaurierungsarbeiten durchführen können, und in manch einem Privathaus finden sich von ihm dekorativ bemalte Türen und Wände. Auch seine Bilder werden gern gekauft.

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