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Ex-Oberbürgermeister von Frankfurt gestorben

Frankfurts OB Fritz Krause mit Amtskette
um 1980
Frankfurts OB Fritz Krause mit Amtskette um 1980 © Foto: Sammlung Jˆrg Kotterba
Jörg Kotterba / 09.08.2012, 19:39 Uhr
Frankfurt(Oder) (jko) Der langjährige Frankfurter Oberbürgermeister Fritz Krause, der zwischen 1965 bis 1990 sein Amt über mehrere Legislaturperioden ausübte, ist am Donnerstag im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt gestorben. Die letzte Zeit seines Lebens verbrachte er - nach drei Schlaganfällen an den Rollstuhl gefesselt - in einem Seniorenheim des Arbeiter-Samariterbundes.

Fritz Krause bekleidete in der Oderstadt Ämter in der Freien Deutschen Jugend und in der SED-Kreis- und Bezirksleitung. Nach einem Studium in Moskau wählten ihn die Frankfurter Abgeordneten am 4. November 1965 erstmals zum Vorsitzenden des Rates der Stadt und zum Oberbürgermeister. Mit einer mehr als 24-jährigen Amtszeit übertraf Fritz Krause - nach Johann Samuel Ungnad, der von 1751 bis 1779 Frankfurts Geschicke leitete - alle anderen bisherigen Oberbürgermeister der Stadt.

Besondere Verdienste erwarb sich Krause durch seinen Einsatz gegen den Totalabriss der kriegszerstörten Innenstadt und für den Erhalt der mittelalterlichen Marienkirche. In einer Zeit, als Mitte der 60er-Jahre in Leipzig die Universitätskirche gesprengt wurde, setzte er sich für den Erhalt von St. Marien ein.

Frankfurts Oberbürgermeister Martin Wilke (parteilos) würdigte gestern den Alt-OB. Die Stadt würde des Verstorbenen "mit hoher Wertschätzung und Dankbarkeit" gedenken.

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Andreas M. 18.08.2012 - 13:43:36

@RENATE GERSTENBACH

Ich verstehe es auch nicht, dass über diesen Menschen so ein Personenkult wie zu den "guten alten Zeiten" veranstaltet wird. Wir haben heute das Jahr 2012 und es gibt wohl andere Dinge, die wichtiger sind. Die Generation nach der DDR hat wohl andere Probleme und auch andere Ideale. Es kommt mir fast vor, das die MOZ ein Ableger der "Jungen Welt"oder des "ND"ist.Dort liest man immer noch die guten alten Geschichten von damals. mfg Andreas M.

Renate Gerstenbach 18.08.2012 - 13:06:22

Du bleibst nicht unter uns

Der Satz "Du bleibst immer unter uns", ist lächerlich! Glücklicherweise hat die Natur dafür gesorgt, dass inzwischen immer weniger ehemalige SED-Genossen des F.Krause "unter uns" sind. Die gesellschaftlichen Umstände haben sich verändert. Es wird hoffentlich nie wieder solch eine Diktatur geben, in der ein Oberbürgermeister 25 Jahre lang seine eigene kommunale Mehrheit durch Wahlfälschungen organisieren konnte. Ich erinnere mich an die letzten gefälschten DDR-Wahlen vom Mai 1989. Damals war auch F.Krause und sein Büro für diese Wahlfälschungen in Frankfurt (Oder) mitverantwortlich! Diese Realität wird heute verschwiegen. Heute trauern um Krause u.a. seine Mitläufer, seine Nutznießer und seine Genossen. Historiker werden hoffentlich die Frankfurter Geschichte und diese Krause-Episode neu aufarbeiten - ohne Verklärung, ohne Verdrängung, ohne Pathos und mit viel Mut!

Klaus Weber 12.08.2012 - 09:38:44

Den Titel Oberbürgermeister hat nur Fritz Krause verdient !!!!!

Ich bin kein Parteigänger sondern Bürger dieser Stadt und alle sogenannten OB,s nach der Wende haben komplett versagt weil sie nichts geschaffen haben sondern die Bürger der Stadt total bevormundet und entmündigt haben.Im Mittelpunkt Ihrer Arbeit standen und stehen nur Partei und personliche Intressen und nicht der Bürger.Zur Wahl gehen in dieser Stadt lohnt nicht,wen soll man wählen???

Marco Habeck 11.08.2012 - 11:03:53

gehts noch?

Wenn die DDR noch 10 Jahre erhalten geblieben wäre ist es auch diesen Herrn noch 10 Jahr im Sessel gehalten. Woher sollen die Skandale und falschen Entscheidungen kommen? Das ganze System war eine falsche Entscheidung. Noch nicht in der Demokratie angekommen? Welche Rolle spielten sie im System?

Heinke 11.08.2012 - 08:52:36

Traurig

Kein OB wird es jemals wieder schaffen so lange bei so vielen Frankfurtern in Erinnerung zu bleiben. Das durch sein Schaffen. Er hat für Frankfurt und seine Bürger gearbeitet und viel Gutes getan. Ich bin sehr traurig über den Tod unseres OBs Fritze Krause.

cono 10.08.2012 - 19:36:45

Danke, Fritz

was bleibt, ist die Erinnerung an einen Meister der Bürger seiner Stadt und seiner Gesinnung treu Gebliebenen. Er hörte hin, wenn Bürger sprachen, holte sich Rat, wenn Neues von nöten. Bewahrte Tradition, achtete der Hände Arbeit, egal aus welcher Zeit und gab diese den Erbauern zurück. Eine Kirche als Konzerthalle fürs Volk, Erhalt eines Baudenkmals wie die Marienkirche, Wohnung und Arbeit für tausende Frankfurt(Oder)er. Die Stadt hatte wieder ein Gesicht, nachdem so verherenden Krieg. Wenn heute die Stadtobersten Dich huldigen, vorsicht, schau Dir an, was sie aus Deiner - unserer Stadt gemacht haben, das hat mit Ehrfurcht vor lebendiger Arbeit nichts mehr zu tun. Es steht nicht mehr der Mensch im Mittelpunkt, sondern der politische Wille der heute Herrschenden. Selbst vor den Namen deutscher Antifaschisten wird nicht halt gemacht. Du hast Dein Bestes gegeben, uns das Gefühl der Geborgenheit, weil wir gemeinsam die Stadt gestaltet und gelebt haben. Magst Du nun auch nicht mehr hier sein, Du bleibst immer unter uns. Danke, Fritz

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