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Wenn die Gefühle verrückt spielen

cschmidt / 20.09.2009, 07:44 Uhr
Schwedt "Crash" heißt das neue Jugendstück, mit dem die Uckermärkischen Bühnen Schwedt (Ubs.) junge Menschen ins Theater locken wollen. Doch die Premiere am 30. September lohnt sich durchaus auch für Erwachsene.

Jugend - das ist die Zeit, in der die Gefühle verrückt spielen. Es ist auch die Zeit der ersten Liebe, die Zeit, in der das eigene Ich gefunden wird. Dabei kommt es fast immer zum Crash, zu Zusammenstößen mit den Eltern, welche die Gesellschaft und die Regeln des Zusammenlebens repräsentieren. Dieser Lebensphase zwischen Kind und Erwachsenem ist das neue Stück an den Ubs. gewidmet.

"Das Stück hat kein großes zentrales Thema. Viele unterschiedliche Facetten werden angesprochen", beschreibt Regisseur Wolfram Scheller das Stück der walisischen Autorin Sera Moore Williams. Die Figuren sind mittendrin in dieser Selbstfindungsphase. Elin (gespielt von Claire Varga), behütete Tochter aus gutem Haus, empfindet ihre Eltern als Plage und Kontrollfreaks. Als Gedankenpolizei. Sie ist verknallt in Wes (Peter-Benjamin Eichhorn), der bei Pflegeeltern lebt, weil sein Vater ihn regelmäßig verprügelt hat. Mit ihm trinkt Elin Wodka, klaut Autos, rast durch die Innenstadt - um sich frei zu fühlen, um alles zu vergessen, Spannung zu erleben. Er ist es, der sich schützend vor Elin stellt, wenn sie sich von ihren Eltern schlecht behandelt fühlt. Dritter im Bunde ist Elins Schulfreund Rhys (Stefan Bräuler): angepasst, ein Streber und idealer Freund. Er ist verliebt in Elin und eifersüchtig auf den rebellierenden Rivalen Wes, gegen den er den Kürzeren zieht. Rhys lässt sich von Elin zu einer Dummheit verführen, die zum Crash führt.

Wo fängt Lüge an? Wie viel Wert hat eine Freundschaft? Wer bin ich? Diese und ähnliche Fragen werden in "Crash" temporeich und ohne gängige Klischees gestellt. Es sind die Erfahrungen, die Autorin Sera Moore Williams mit Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen gemacht hat, die das Theaterstück so authentisch machen.

"Es wird eine Situation gezeigt, mit der sich die Masse der Jugendlichen und Erwachsenen identifizieren kann", sagt Ubs.-Dramaturgin Sandra Zabelt. Statt mit erhobenem Zeigefinger werden die Jugendlichen gezeigt wie sie sind. Suchend in einer komplexen Welt von Herausforderungen, in einer "Mischung aus Selbstständigkeit und Abhängigkeit, aus Selbst- und Fremdbestimmung, die hohe Spielräume und zugleich Zwänge für die Lebensgestaltung mit sich bringt", wie es der Soziologe Klaus Hurrelmann beschreibt.

Premiere: 30. September, 18 Uhr im intimen theater; weitere Vorstellungen: 7./8. Oktober jeweils 10.30 Uhr, 10. Oktober 19.30 Uhr, 12. Oktober 17 Uhr, 12. November 19.30 Uhr, 13. November 10.30 Uhr; Servicetelefon 03332 538119

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