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Flinke Tiere im Anflug

Der Linumer Landhof bekam Plakette und Urkunde für sein Engagement überreicht.
Der Linumer Landhof bekam Plakette und Urkunde für sein Engagement überreicht. © Foto: Bandoly
Judith Voigt / 04.09.2012, 18:40 Uhr
Fehrbellin / Temnitz (MZV) Linum (jvo) – Die Naturschutzbund(Nabu)-Vertreterin Jana Albrecht war am Sonnabend im Landhof zu Gast und überreichte Plakette samt Urkunde. Der Landhof wurde in der Vergangenheit saniert – und schon während der Arbeiten im vergangenen Jahr nisteten sich Schwalben dort ein. Regine Scholz-Berg, die Inhaberin des Hofes, hieß die Vögel willkommen und freute sich, als die Tiere auch dieses Jahr wiederkamen. Am Sonnabend hatte sie nun gleich noch einen Grund für gute Laune: „Ich freue mich sehr über die schöne Plakette, die am Eingang ihren Platz gefunden hat“, sagte sie. „Sie soll unseren Gästen gleich ins Auge fallen.“

Laut Nabu-Vertreterin Jana Albrecht hat sich der Landhof vor allem dadurch für die Auszeichnung qualifiziert, weil Regine Scholz-Berg unter anderem Schwalbenjunge zurück ins Nest gesetzt, Lehmpfützen auf dem Hof zugelassen und Nisthilfen gegeben habe. Außerdem hat die Besitzerin die Streuobstwiese am Rand des Dorfes wiederbelebt und so Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten geschaffen.

Der Linumer Landhof gibt ein gutes Beispiel dafür, wie den Schwalben das Nisten erleichtert werden kann. Doch das ist auch bei Privathäusern schnell möglich, wie Marion Szindlowski, Leiterin der Storchenschmiede in Linum, gestern erklärte: Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Schwalbenarten. Rauchschwalben mögen ein Dach über dem Kopf. „Da könnte man in einer alten Scheune beispielsweise ein Fenster ankippen“, so Szindlowski. Das sei etwa ab Ende März, Anfang April nötig, wenn die Vögel wieder in die Region zurückkehren.

Mehlschwalben dagegen lieben es luftig. Sie nisten gern an Häusern. „Da kann man schnell Nisthilfen anbringen“, erklärte Szindlowski. Da viele Gebäudeeigentümer aber den Kot der Tiere fürchten, biete es sich an, ein Brett unter den Nestern zu installieren. Dann wird auch die Fassade nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen.

„Früher gab es viele Stromleitungen, auf denen sich die Schwalben niederlassen konnten“, erinnerte sich Szindlowski. Das sei nun nicht mehr der Fall. „Wer also wirklich viel Platz auf seinem Grundstück hat, kann gern Stangen aufstellen und Seile spannen.“ Zumindest die Schwalben wären darüber sehr dankbar.

Und eines darf ebenfalls nicht fehlen: Pfützen. „Das ist wirklich wichtig, wenn man die Tiere brüten lassen will“, sagte die Leiterin der Storchenschmiede. Gemeinsam mit der Erde ergibt das Wasser nämlich einen wichtigen Kleister für das Zuhause der Tiere.

Weitere Infos zu Nistmöglichkeiten für die Vögel gibt es unter (0331) 2015570 oder unter www.nabu-brandenburg.de

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