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60 Maßnahmen sollen Gemeinde auf Vordermann bringen

Mit Drehbuch Touristen nach Wandlitz locken

Elisabeth Schulte-Kuhnt / 13.09.2012, 07:24 Uhr
Wandlitz (MOZ) Die Gemeinde Wandlitz will anerkannter Erholungsort werden. Auf welche Art und Weise sie das Ziel erreichen kann, ist in einem Konzept festgehalten, das am Dienstagabend im "Goldenen Löwen" vorgestellt wurde.

"Wir haben in der Gemeinde die allerbesten naturräumlichen Potentiale. Wir haben hier viele engagierte touristische Leistungsträger und Akteure, und wir haben mit dem neuen Erholungsort-Konzept ein tolles "Drehbuch', wie wir gemeinsam unser Ziel erreichen können", warb Bürgermeisterin Jana Radant vor etwa 40 Interessierten dafür, die Prädikatisierung "Staatlich anerkannter Erholungsort" gemeinsam in Angriff zu nehmen.

Matthias Wedepohl von der Project M GmbH aus Berlin, der das rund 90 Seiten umfassende Erholungsort-Konzept gemeinsam mit einer eigens berufenen Projektgruppe der Gemeinde entwickelt hat, betonte, dass der Erholungswert in der Gemeinde im Vergleich zu anderen Brandenburger Kommunen überdurchschnittlich hoch sei. Das liege an der hohen Natur- und Landschaftsqualität, an einer zumindest quantitativ breiten Unterkunftsstruktur mit Hotels, Ferienwohnungen und Jugendherbergen, einem "für eine ländliche Gemeinde" gutem Kulturangebot, hoher Familienfreundlichkeit und einem, "wenn auch mit begrenzter Schlagkraft", engagiert agierenden Tourismusverein, stellte er fest. "Aber", so Matthias Wedepohl, "Wandlitz kann mehr."

Auch wenn der Tourismus mit 100000 Übernachtungen, einer Million Tagesbesuchern und einer Wertschöpfung von fast 13 Millionen Euro jährlich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sei, könne nicht darüber hinweg gesehen werden, dass die Tourismusentwicklung in der Gemeinde seit Längerem stagniert. Neben einem "austauschbaren Unterkunftsangebot ohne klares Profil und geringem Zertifizierungsgrad", machte Matthias Wedepohl in erster Linie die bislang fehlende strategische Ausrichtung des Tourismus auf Basis einer konzeptionellen Grundlage als Hauptproblem aus. "Jeder macht Dinge für sich, es gibt keine klare Richtung, keine gemeinsamen Ziele, kein klares Profil", zählte der Projektkoordinator auf.

Mit dem neuen Erholungsortentwicklungskonzept hat man in Wandlitz jetzt ein Drehbuch mit mehr als 60 Maßnahmevorschlägen zur Verbesserung der touristischen Qualität und Attraktivität und möglicherweise auch zum Erhalt des Prädikats "Staatlich anerkannter Erholungsort." Ziel aller Maßnahmen ist es, die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus weiter zu stärken, durch den Tourismus die Lebensqualität für die Einwohner zu erhöhen und damit Wandlitz als lebens- und liebenswerte Gemeinde zu positionieren.

Aus dem Vorschlagskatalog benannte Matthias Wedepohl nur einige zentrale Maßnahmen, wie beispielsweise den Ausbau des bisherigen Wander- und Radwegenetzes sowie die Verbesserung der Beschilderung, die Schaffung spezieller Naturerlebnisangebote und Rastplätze, den Ausbau familienfreundlicher Unterkünfte, die Zertifizierung von Betrieben im Gastgewerbe, die Realisierung eines integrierten Besucherinformations- und Leitsystem oder auch die Einrichtung einer Fährlinie auf dem Wandlitzsee, eines Gästeshuttles mit Kremser und Traktor ab dem Wandlitzer Bahnhof sowie einen regelmäßigen "Barnim Panorama-Express" für Besucher des in 2013 eröffnenden Museums.

In den kommenden Wochen und Monaten soll jetzt in Wandlitz die Diskussion geführt werden, wie, in welchen Schritten und mit welchen Maßnahmen das Konzept umgesetzt werden soll. Das Strategiepapier muss allerdings erst von der Wandlitzer Gemeindevertretung bestätigt werden. Es steht heute Abend auf ihrer Tagesordnung. Die Gemeindevertretersitzung findet im "Goldenen Löwen" statt. Beginn ist um 19 Uhr.

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Jünemanns Urenkel 13.09.2012 - 15:38:38

Was bringt das?

Zehntausende Euro für sinnlose Konzepte. Wer im Sommer regelmäßig die Schlange am Eingang des gemeindebetriebenen Strandbades gesehen hat oder sich gar einreihen durfte, der kann hier nur noch mit dem Kopf schütteln. Weitere Dinge wie die Parkplatzsituation, die permanente Verkehrssituation, insbesondere die lautstarken Motorräder, die bösen Windräder an der Autobahn, die Überbeanspruchung des Liepnitzsees... Aber lasst uns ein Traktorshuttle und eine Fähre auf Beckers See einrichten, dann werden wir endgültig zum Schilda.

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