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Erinnerungswäldchen zeigt Berührendes

Ziemlich schwer: André Albrecht vom Friedhof und Pascal Herrmann vom Bauhof laden den Grabstein der Eheleute Giesche für das Erinnerungswäldchen auf. Er war der Schmied in Petershagen und betrieb die Minol-Tankstelle.
Ziemlich schwer: André Albrecht vom Friedhof und Pascal Herrmann vom Bauhof laden den Grabstein der Eheleute Giesche für das Erinnerungswäldchen auf. Er war der Schmied in Petershagen und betrieb die Minol-Tankstelle. © Foto: MOZ Gerd Markert
Margrit Höfer / 21.09.2012, 07:34 Uhr
Petershagen-Eggersdorf (MOZ) Am Ewigkeitssonntag will die AG Erinnerungskultur das Erinnerungswäldchen auf dem Petershagener Friedhof Interessenten vorstellen und erklären, warum dieser und jener Grabstein dort zu finden ist. Jetzt wurden die Letzten dorthin gebracht.

Es sind Steine, die an für den Ort bekannte Persönlichkeiten erinnern.Wie etwa an den Sanitätsrat und Doktor Hans Richter (22. 4. 1909-5. 2. 1970), der für viele der Hausarzt war und so manchen Petershagener auf die Welt holte. Oder aber die Eheleute Artur (1905-1972) und Hildegard Giesche (1908-1983). Er war der Schmied des Ortes und betrieb gleichzeitig nahe der heutigen Gemeindebibliothek eine Minol-Tankstelle. Auch der Stein selbst, roter Granit mit erhabener Schrift, sagt Pfarrer i. R. Christoph Schlemmer, ist bemerkenswert. Elisabeth und Hermann Mahlendorf betrieben einen Fisch- und Gemüseladen in der Wilhelm-Pieck-/Ecke Körperstraße, wissen die Einheimischen.

Gemeinsam mit Karin Reimann und Günter Knobloch hat Schlemmer zum zweiten Mal mit Hilfe des Bauhofs und der Friedhofsgärtner André und Paul Albrecht sowie Olaf Würtz aus Fredersdorf die Steine gesichtet, gewertet und in das künftige Erinnerungswäldchen neben der Kapelle gebracht. Persönlichkeiten, schöne Steine, rätselhafte Inschriften wurden betrachtet und festgelegt, welche Steine ins Wäldchen kommen.

Zu finden ist dort jetzt der Stein für Hans-Joachim Brähmig. Auf der Platte stehen die berührenden Worte: "Weint nicht Ich schlafe nur Mein Junge Hans-Joachim Brähmig 31. 5. 1953- 17 .5. 1982." Auch der Name seiner Mutter, Elfriede Kumpert, ist auf dem Stein zu lesen. Sie hat ihn jetzt freigegeben. "Viele im Ort erinnern sich an diesen schlimmen Verkehrsunfall in der Wilhelm-Pieck-Straße", sagt Günter Knobloch.

Traurig stimmt der Stein von Paula und Fritz Möller. Unter ihren Daten steht: "Zum Gedenken an unsere gefallenen Söhne Artur, Fritz, Heinz, Helmut." Wer war diese Familie, möchte nicht nur Karin Reimann wissen. Denn geplant ist, dass später Tafeln aufgestellt werden, die über die Grabsteine im Erinnerungswäldchen Auskunft geben.

Zu einem Stein - über die MOZ hatte die AG um Hilfe gebeten - gibt es mittlerweile Informationen. Es ging um Fritz Haupt und seine Ursula. "Mit Hilfe eines Nachbarn, der hochbetagten Lehrerin Wronski und der Töchter, die sich bei mir gemeldet haben, wissen wir nun, dass Fritz und Ursula Haupt, eine geborene Schlemmer, aus Ostpreußen stammten. Er hat in Petershagen einen Männerchor geleitet, war CDU-Mitglied und arbeitete im Phosphatwerk Rüdersdorf", erzählt Karin Reimann. Fritz Haupt wurde am 7. 8. 1903 in Uszpiaunehleu im Kreis Pillhallen geboren und starb am 15. 11. 1966. Seine Frau überlebte ihn um fast 20 Jahre. Ursprünglich war auf dem Grabstein ein Violinenschlüssel, berichteten die Töchter, der wurde auf Wunsch des Vaters nach dem Tod der Mutter in aber jetzt dort zu findende Inschrift geändert.

Auf der Suche nach Informationen ist die AG für einen Doppelstein. Auf der linken Seite steht Ruhestätte der Familie Anna und Horst Hardtke. Auf der Rechten: "Ein kurzer Traum nur war Dein Leben, doch wird uns nie Dein Bild entschweben Marianne Goericke 25. 10. 1940- 17. 11. 1959 Mein Sonnenschein ist plötzlich hingeschieden, mein Herze findet niemals Frieden".

Wer etwas über diesen Stein, das Schicksal von Marianne Goericke weiß oder aber, was Familie Hardtke und Goerickes miteinander zu tun hatten, wird gebeten, sich bei Karin Reimann, Tel. 033439 7179, zu melden.

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