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Verband Uckermark-Schorfheide vor 20 Jahren gegründet / Vermittler zwischen Landwirt und Naturschutz

Landschaft Uckermark-Schorfheide in guter Pflege

Daniela Windolff / 13.11.2012, 04:11 Uhr
Angermünde (MOZ) Der Name ist Programm - Erhalt und Pflege der Kulturlandschaft ist erklärtes Ziel des Landschaftspflegeverbandes Uckermark-Schorfheide, der vor genau 20 Jahren gegründet wurde. Hier treffen Interessen von Landwirten und Naturschützern aufeinander, um schließlich zueinander zu finden.

Der Rotmilan ist der Vogel des Jahres, zumindest für den Landschaftspflegeverband Uckermark-Schorfheide. Der startet mit einem ehrgeizigen bundesweiten Schutzprojekt für den bedrohten Greifvogel in der Uckermark. "Wir wollen mit diesem Projekt Landwirte gewinnen, die auf ihren Feldern wieder mehr Luzerne und Klee anbauen und der Rotmilan somit wieder eine Chance hat, Beute zu jagen", erklärt Jan Noack, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes.

Für den Rotmilan, bisher ein vertrauter Vogel in Brandenburg, wird das Überleben in einer Landschaft, die sich durch Stromleitungen, Windräder und ausufernde Maisfelder zur Bioenergiegewinnung verändert, immer schwieriger. Er braucht ausreichend Nahrung, vor allem Mäuse, die sich wiederum auf Ackerflächen mit Feldfrüchten tummeln. Er braucht Altbäume, die ihm einen Brutplatz bieten.

Um Landwirte auch finanziell zum Mitmachen zu motivieren, werden Fördermittel beantragt und Spenden akquiriert. "Wir können den Landwirt nur auf unsere Seite ziehen, wenn er auch davon profitiert", räumt Jan Noack ein. Das Rotmilanprojekt ist das größte, das der Landschaftspflegeverband derzeit anpacken will. Und es steckt noch in den Kinderschuhen. Daraus ist der Verband selbst jedoch längst herausgewachsen und kann in den 20 Jahren seines Bestehens auf eine ganze Reihe von Projekten verweisen. Ob Straßenbäume in Briest, Hecken in Peetzig oder Welsow, Trockenrasen in Geesow oder Streuobstwiese bei Gartz - die ganz praktische Arbeit des Verbandes grünt und blüht vielerorts zwischen Uckermark und Schorfheide und gibt der einst sehr auf- und ausgeräumten Agrarlandschaft allmählich wieder Struktur. Davon profitiert nicht nur die Natur, sondern auch der Landwirt.

Das bestätigt Landwirt Peter Preuß. Für ihn gehört Landschaftspflege zum Berufsverständnis eines Bauern. Freiwillig hat der Landwirt aus Blumberg einheimische Hecken wie Schlehen oder Wildbirnen an den Feldrändern und Wegen gepflanzt. "Das schützt den Acker vor Erosion und verbessert das Mikroklima und somit den Boden", erklärt er. Eigentlich braucht er keinen Landschaftspflegeverband, der ihn überzeugt und ist doch von der ersten Stunde an dabei, um andere mit ins Boot zu holen und schließlich auch, um von finanziellen Zuschüssen, Fördermitteln oder kostenlosen Heckenpflanzen zu profitieren.

50 Mitglieder zählt der Verband heute. Zu den Mitbegründern gehören Eberhard Henne, Jens Kath als Vorsitzender und Beate Schwigon, langjährige Geschäftsführerin des Verbandes.

In den 20 Jahren haben sich zwar die Rahmenbedingungen geändert, fließen Gelder nicht mehr so üppig, lähmen Bürokratie und Lobbyismus, konkurrieren starke wirtschaftliche Zwänge in der Landwirtschaft, dennoch habe sich am Grundsatz nichts geändert, schwören die Aktivisten auf ihr Lebenswerk.

"Wir verstehen uns als Mittler zwischen den Interessen von Landnutzern, Naturschutz und Kommunen", erklärt Vorsitzender Jens Kath. Dafür soll auch die drittelparitätische Besetzung des Vorstandes aus Vertretern der drei Gruppen sorgen.

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