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Viele Wandlitzer bieten den Asylbewerbern ihre Hilfe an - Mathis Oberhof koordiniert die ehrenamtlichen Projekte

Willkommens-Aufkleber an den Geschäften

Willkommensgruß in 15 Sprachen: Noch mehr solche Transparente werden bald in Wandlitz hängen - und es soll Aufkleber für die Geschäfte geben.
Willkommensgruß in 15 Sprachen: Noch mehr solche Transparente werden bald in Wandlitz hängen - und es soll Aufkleber für die Geschäfte geben. © Foto: U.Winkler
Steffi Bey / 08.01.2013, 08:01 Uhr
Wandlitz (bey) Mit so viel Engagement hat Mathis Oberhof nicht gerechnet. "Ich bin total überrascht, wie viele Wandlitzer den Asylbewerbern helfen möchten", sagt der Vorruheständler. Er gehört zum "Runden Tisch Toleranz" und koordiniert die verschiedenen ehrenamtlichen Projekte. "Täglich rufen Menschen bei mir an, die sich auf unterschiedliche Weise einbringen möchten", sagt der Wandlitzer.

Sie stellen beispielsweise ihre Sprachkenntnisse zur Verfügung, bieten ihr Auto für Transportfahrten an oder spenden Haushaltsgegenstände. "Das spiegelt genau die Palette wieder von dem, was wir brauchen", erklärt Koordinator Oberhof.

Vor allem Möbel, Töpfe und Pfannen sowie Spielzeug und Bilderbücher werden noch gesucht. Doch den Initiatoren der ehrenamtlichen Hilfsprojekte geht es nicht nur um die materiellen Dinge. Vor allem die menschlichen Beziehungen sollen im Vordergrund stehen, um den Asylbewerbern, die seit fünf Tagen an der Bernauer Chaussee wohnen, das Einleben in die für sie fremde Kultur zu erleichtern. Ein wichtiger Schritt dazu ist das Erlernen der deutschen Sprache. Mehrere Wandlitzer - darunter eine Physiotherapeutin, eine Rechtsanwältin und eine Rentnerin - haben sich bereits für diese "Lehrertätigkeit" gemeldet. Zum ersten Mal werden sie sich heute zu einer Schulung treffen.

Um persönliche Kontakte zwischen den Heimbewohnern und Wandlitzern herzustellen, sollen Patenschaften entstehen. Dabei geht es unter anderem um die Begleitung zu Behörden und um Dolmetscherdienste. "Zwei arabisch sprechende Wandlitzer und ein vietnamesisch Sprechender meldeten sich schon bei mir", berichtet Mathis Oberhof. Künftig soll es auch eine Dolmetscherbereitschaftsliste geben. Zudem gibt es die Idee, Fahrtpartnerschaften einzurichten: zur Begleitung bei medizinischen Notfällen zum Beispiel.

Doch Oberhof betont, man wolle das ehrenamtliche Engagement keinesfalls übertreiben, sondern es dort anbieten, wo es der Staat nicht leisten könne. Wichtig sei aus seiner Sicht, die Einbeziehung der Heimbewohner in das "tägliche Leben" und die Übernahme von Aufgaben. So soll eine Fahrradwerkstatt aufgebaut werden. "Dafür suchen wir noch ausrangierte Räder, die dort wieder flott gemacht werden", sagt Oberhof.

In den nächsten Wochen wollen die Wandlitzer noch mehr Willkommenstransparente anbringen. Die soll es auch als Aufkleber geben. Gewerbetreibende können sie an ihren Schaufenstern festmachen und damit den Fremden signalisieren: hier seid ihr willkommen.

Wer sich engagieren möchte, meldet sich unter 033397-271954.

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