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Zwischen Pflicht und "Wahnsinn"

OKOEHLER / 09.11.2009, 06:30 Uhr
Bernau Im November 1989 überschlugen sich auch im Barnim die Ereignisse. Zepernicks Pfarrer Gerd Natho und der heutige Bernauer Stadtverordnete Harald Ueckert hielten das Geschehen in Tagebüchern fest. Die MOZ veröffentlicht daraus Auszüge aus der Zeit zwischen der großen Demonstration am Alexanderplatz und dem Fall der Mauer.

3. November

Natho: Treffen mit dem Ratsvorsitzenden des Kreises, Herrn Kramer

4. November

Natho: Großdemonstration am Alexanderplatz in Berlin. Am Abend sind wir zur Kreis-Posaunen-Warte der evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg nach Teltow gefahren.

5. November

Natho: Gottesdienst? Habe ich dann doch gemacht. Es waren nur recht wenige Besucher da, die vor allem auch über die aktuellen politischen Ereignisse sprechen wollten.

6. November

Ueckert: Empfang einer polnischen Delegation aus Krakau im VEB Tierzucht Schönow

7. November

Natho: ab 10 Uhr waren Reporter vom "Neuen Tag" im Haus. Wir haben über die Idee gesprochen, das Zentrale Aufnahmelager in Zepernick in ein Seniorenheim umzubauen; 19.30 Uhr offener Abend im Gemeindehaus: Thema: Zum Prozess der Wiedereingliederung von Strafentlassenen (Infos und Diskussion mit Frau Hahnich aus Berlin) - das Thema spiele jedoch kaum eine Rolle, das aktuelle Geschehen war wichtiger

Ueckert: Besuch der Bullenverwahrstation in Lanke/Ützdorf mit der polnischen Delegation.

8. November

Natho: 19.30 Uhr, Bänsch-Haus, Veranstaltung mit dem Verband der Freidenker, Thema: Demokratie in Zepernick. Der Verband wurde erst einen Monat zuvor gegründet, gab sich als unabhängig, hatte aber die demokratische Umrahmung des sozialistischen Staates in seinen Statuten festgeschrieben. Wollten sich vor allem bei Jugendweihen engagieren.

Ueckert: Besuch der Besamungsstation Golzow

9. November

Natho: früh, Dienstbesprechung, Mauer auf!

Ueckert: Stadtrundfahrt durch Berlin und Besuch der Staatsoper, Es war viel Bewegung am Brandenburger Tor. Die polnischen Gäste fragten, was los sei und ob das immer so sei. Die aktuellen Ereignisse diskutieren wir nebenbei. Der Besuch ist politisch interessiert. Abends wird die Grenze geöffnet. Ich bin nicht gleich rüber gegangen.

10. November

Natho: vormittags Reporter im Haus, wollten eine Stellungnahme zur Öffnung der Mauer.

Ueckert: Besuch des Fernsehturms, polnischen Gäste zum Bahnhof gebracht, in Bernau lange Schlangen für Ausreise-visa von der Polizei in der Weißenseer Straße bis zur Autowerkstatt "Roter Oktober".

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