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Erfolgreicher Auftakt für Coworking Eberswalde / Initiative sucht nach geeigneter Immobilie und Verbündeten

Engere Zusammenarbeit unter kreativen Geistern

Großraumbüro auf Zeit: Voll konzentriert arbeiten auch diese vier Versuchsteilnehmer an ihren Rechnern
Großraumbüro auf Zeit: Voll konzentriert arbeiten auch diese vier Versuchsteilnehmer an ihren Rechnern © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 03.04.2013, 10:47 Uhr
Eberswalde (MOZ) Nicht nur der erste Eindruck ist der eines Großraumbüros: An zehn aufgeklappten Computern herrscht Hochbetrieb, Tee und Kaffee dampfen in vorsichtig neben die Rechner gestellten Tassen, hin und wieder zieht ein Scherz unter Tischnachbarn Gelächter nach sich. Im Freiraum-Kulturzentrum an der Eisenbahnstraße 84 läuft ein bahnbrechender Versuch erfolgversprechend an.

"Dieser Anfang macht Mut", sagt Christin Hering (31). Die freischaffende Texterin aus Eberswalde gehört zu den Initiatoren des Coworkings in der Barnimer Kreisstadt. Das englische Wort steht schlicht für Zusammenarbeit, bedeutet aber einiges mehr. "Wir wollen Freiberuflern, Kreativen und anderen Interessierten ein professionelles Arbeitsumfeld und Austausch zwischen den Nutzern bieten", fügt Fabian Wulf (41) hinzu. Der wissenschaftliche Mitarbeiter im Fachbereich Holztechnik der Eberswalder Hochschule hält Coworking für eine "absolute Bereicherung der Arbeitswelt". Was in Großstädten schon prima klappe, könnte auch in Eberswalde funktionieren - schon wegen der Hochschule, die jede Menge geistiges Kapital in die Stadt bringe.

Noch steckt die Coworking-Idee für Eberswalde in den Kinderschuhen. Die freiwilligen Teilnehmer des Experimentes zahlen für den Platz am Schreibtisch mit Internetzugang keine Miete. Tee, Kaffee, Saft und Imbiss gehören zum Verwöhnpaket.

Doch die Ideenschmiede um Christin Hering, Fabian Wulf und ihre Mitstreiter denkt bereits weiter. Die Zukunftsforscher verfolgen das Ziel, neben einem Großraumbüro, das bei Bedarf tage-, wochen- oder monatsweise angemietet werden kann, auch eine Werkstatt und ein Technologielabor einzurichten. Im Idealfall in einem Haus, sodass kurze Wege das Miteinander von Kopf- und Handarbeit ermöglichen.

"Wir sind auf der Suche nach Immobilien, die sich als kreativer Arbeitsort eignen", berichtet Fabian Wulf. Auch am Überbau für das Coworking wird noch gefeilt. "Vorstellbar wäre es zum Beispiel, eine GmbH, eine Genossenschaft oder einen Verein zu gründen", sagt Christin Hering.

Zu den ersten Testern der neuen Form der Zusammenarbeit zählt Alexandra Tryjanowski (36) aus Eberswalde, die sich als in Berlin angestellte Juristin mit den Schwerpunkten Umweltrecht und Bügerbeteiligung befasst. "Für mich wäre es mit vielen Vorteilen verbunden, zukünftig vielleicht einen Tag pro Woche in Eberswalde zu arbeiten", sagt sie. Weniger Zeit in Zügen und Bussen verbringen zu müssen, könnte die Lebensqualität erhöhen, der Arbeitsort Eberswalde den Kontakt zur Heimatstadt enger werden lassen. "Nur mehr Ruhe wäre beim Coworking wünschenswert", sagt Alexandra Tryjanowski.

Für Dirk Heinrich (29), Inhaber eines Eberswalder Tonstudios, ist der Versuch der intensiveren Zusammenarbeit gelungen. "Es gefällt mir, über den Tellerrand zu schauen", sagt er.

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