Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kreiselternrat kritisiert hohen Stundenausfall an Schulen und fordert, mehr Lehrer einzustellen

Hilferuf an den Landtag

Iris Stoff / 06.06.2013, 18:50 Uhr
Beeskow (MOZ) Der Kreiselternrat des LOS hat am Mittwoch eine Petition an den Landtag Brandenburg verabschiedet. Darin wird der viel zu hohe Unterrichtsausfall an den Schulen beklagt und gefordert, mehr Lehrer einzustellen, um die Missstände zu beseitigen. Das Land komme seinem Erziehungs- und Bildungsauftrag nicht mehr nach, heißt es in dem Schreiben. Der Unterrichtsausfall liege in sehr vielen Schulen derzeit real bei etwa zehn Prozent. Langzeitkranke Lehrer, die es an jeder Schule gäbe, würden nicht ersetzt, damit sei die Vertretungsreserve schon aufgebraucht. Es gäbe zu wenig Fachlehrer. Das Wahlversprechen der Regierungskoalition, 1000 Lehrer zusätzlich neu einzustellen, sei nicht eingelöst worden. Angeführt wird das Beispiel einer Schule, wo Physik in der Jahrgangsstufe 6 für ein ganzes Schuljahr ausgefallen sei.

Die Schulämter würden auf An- und Nachfragen der Schulleiter und der Eltern abweisend reagieren oder ungeeignetes Personal schicken, lautet eine weitere Kritik. Bemängelt wird auch, dass die Klassenfrequenz mit 28 Kindern eindeutig zu hoch sei. Kinder mit Lernbeeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten, die es mittlerweile in fast jeder Klasse gäbe, könnten nicht einmal ansatzweise aufgefangen werden. Der Kreiselternrat verweist auf eine Schule, wo aus diesem Grund über Monate hinweg ein geregelter Unterricht nicht möglich gewesen sei. Erst der zusätzliche Einsatz von zwei Sozialarbeitern der Kommune habe die Situation entschärft. Das Schulamt hätte nicht geholfen.

Um die benannten Misstände zu beseitigen, fordert der Kreiselternrat in seiner Petition, neue Lehrer einzustellen, die Vertretungsproblematik bei langzeitkranken Lehrern einer Lösung zuzuführen sowie die Klassenfrequenzen auf 23 bis 25 Kindern zu reduzieren.

"Es geht uns nicht darum, mit der Petition eine Partei oder Personen an den Pranger zu stellen", betont Lars Ziemert vom Kreiselternrat. "Wir wollen wachrütteln und sagen, Hilfe, das geht so nicht mehr weiter. Die Kompensationsmöglichkeiten sind längst ausgeschöpft. Wir müssen als Gesellschaft mehr Geld bereitstellen für die Bildung unsere Kinder. Viel zu lange ist nichts getan worden."

Der Wortlaut der Petition gehe auch an die bildungspolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen, sagt Lars Ziemert. "Wir haben auch vor, unsere Wahlkreisabgeordneten mit ins Boot zu nehmen. Und weitere Kreiselternräte haben ebenfalls angekündigt, eine Petition an den Landtag zu schicken." Derzeit läuft in dieser Sache zudem eine Unterschriftenaktion, an der sich Eltern, Gewerkschaften, Betriebsräte und auch Lokalpolitiker beteiligen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Ronald 07.06.2013 - 13:39:44

DIE LINKE...

...wirkt in Brandenburg. So stand es erst vor ein paar Tagen in einer ganzseitigen Anzeige in einem dieser kostenlosen Wochenblätter. Und auch in den Kita´s sieht es man mit dem fast schlechtesten Personalschlüssel bundesweit. Na wenn das keine soziale Politik ist....

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG