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Mobiles Planetarium machte in Müllrose Station / Jugendliche bereiten sich auf ihren Auftritt in dem Projekt "Die Planeten" vor

Schüler erforschen den Uranus

Begrüßung: Kurz vor Beginn der Sternen-Stunde haben sich die Schüler der Klasse 8b und ihre Lehrerinnen Sabine Theisen und Silvia Mitzscher vor dem mobilen Planetarium aufgestellt. Rechts am Eingang zum Sternenzelt guckt Ulf Krauße hervor
Begrüßung: Kurz vor Beginn der Sternen-Stunde haben sich die Schüler der Klasse 8b und ihre Lehrerinnen Sabine Theisen und Silvia Mitzscher vor dem mobilen Planetarium aufgestellt. Rechts am Eingang zum Sternenzelt guckt Ulf Krauße hervor © Foto: Ralf Loock
Ralf Loock / 22.01.2014, 07:00 Uhr - Aktualisiert 22.01.2014, 12:59
Müllrose (MOZ) Einblicke in das Weltall erhielten am Dienstag vier Klassen der Grund- und Oberschule Müllrose. Der Sternenexperte Ulf Krauße aus Eisenach hatte dort sein mobiles Planetarium aufgebaut. Besonders gespannt war die Klasse 8b, die im Mai im Rahmen des Schülerprojektes "Die Planeten" den Uranus darstellen wird.

"Schuhe ausziehen" mahnten die Pädagogen ihre Schüler, als sie die Halle betraten. Denn dort, wo sonst Handball gespielt und geturnt wird, hatte Ulf Krauße sein Sternenzelt aufgebaut. In der rund 3,20 Meter hohen silbergrauen Halbkugel haben maximal 25 Personen Platz. Die Klasse 6a hat die Vorführung soeben beendet. "Toll, mir hat es gefallen", beschrieb Cosima Hohmann (12) ihre Erfahrungen, sie habe sich auch schon vorher für Sterne und Weltall interessiert. Auch Jannes Geller (12) ist zufrieden, besonders das Thema Sternzeichen beschäftige ihn.

Als nächste Klasse war die 8b an der Reihe, gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Sabine Theisen und Musiklehrerin Silvia Mitzscher kamen sie in die Halle. "Die Schüler interessieren sich derzeit besonders für das Thema Weltall, denn sie nehmen doch an dem Projekt ,Die Planeten' teil", erläuterte Silvia Mitzscher. Dabei werden sie den Planeten Uranus darstellen, die Aufführungen finden im Mai statt.

Ulf Krauße begrüßte zunächst seine Zuhörer, die sich auf Holzbänken niedergelassen hatten. Nach einer kurzen Einführung öffnete der Sternenexperte einen kleinen Eingang zu dem Planetarium und bat darum, dass stets zwei Schüler langsam nacheinander hineingehen. Dabei warfen sich die Jugendlichen Scherzfragen zu wie "Wird man Müllrose vom Weltall aus sehen können?" Ulf Krauße stellte den Zuhörern unter anderem alle Planeten unseres Sonnensystem vor, darunter auch den Uranus. Die gesamte Darbietung ist auf 45 Minuten angelegt, dann war die Unterrichtsstunde vorüber.

Die Schüler der Klasse 8b werden sich in wenigen Tagen wieder mit den Planeten und speziell mit dem Uranus beschäftigen, denn am Sonntag fahren sie zum Schloss Trebnitz bei Seelow und absolvieren dort einen mehrtägigen Übungsaufenthalt, kündigte Silvia Mitzscher an. Die Schüler sollen lernen, den Uranus tänzerisch darzustellen. Vor Ort ist bereits Projektleiterin Christa Hellert, die in diesen Wochen Gruppe auf Gruppe begrüßen kann. So waren erst vor wenigen Tagen 38 Schüler der Gesamtschule 3 aus Eisenhüttenstadt auf Schloss Trebnitz, sie durften gleich zur Begrüßung die Präsentation der Saturn-Gruppe erleben. Die Eisenhüttenstädter Kinder sollen sich mit dem Planet Merkur, nach alter Mythologie der Götterbote, tänzerisch beschäftigen.

Doch was hat es denn nun mit diesem Orchesterwerk auf sich? Die in den Jahren 1913 bis 1916 von dem englischen Komponisten Gustav Holst komponierte Suite "Die Planeten" bildet für das Projekt sowohl die musikalische als auch gedankliche Grundlage, antwortete Christine Hellert. Denn die astrologischen Charakterisierungen der Planeten unseres Sonnensystems - ohne Erde und Pluto, der zu jener Zeit noch nicht entdeckt war - boten Holst die Möglichkeit, eine Reihe von Musikstücken mit kontrastierenden Stimmungen zu komponieren, die in ihrer jeweiligen "Eindimensionalität' des Ausdrucks den Hintergrund für das jeweilige Stück bildeten.

Dabei kümmerte der Komponist sich nicht um astronomische Faktoren, wie etwa die richtige Relation der Planeten zueinander, seine Kompositionen fußen auf jenen Eigenschaften, die den Planeten in der Astrologie zugeschrieben werden.

Die Astrologie ist die Deutung von Himmelserscheinungen und Sternkonstellationen, oft versuchte man daraus Vorhersagen ableiten zu können. So werden etwa Mars als Kriegsbringer und Venus als Bringerin des Friedens oder Merkur als geflügelter Bote und Jupiter als Freudenspender bezeichnet und entsprechend musikalisch charakterisiert. Die wissenschaftliche Sternenforschung ist die Astronomie.

Doch wofür steht nun der Uranus? Sicher ist, dass der Uranus mit einer Entfernung von 2,9 Milliarden Kilometern zur Sonne der siebte Planet im Sonnensystem ist und zu den äußeren, jupiterähnlichen Planeten gerechnet wird. Die astrologische Zuordnung ist bei ihm allerdings doch recht vage und sehr unterschiedlich.

"Wir freuen uns schon jetzt auf die Auftritte unserer Schüler im Mai", sagte Silvia Mitzscher. "Die Planeten" werden am 17. Mai 2014 im Frankfurter Kleist Forum sowie am 18. Mai im Friedrich-Wolf-Theater Eisenhüttenstadt aufgeführt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Howard Griffiths, die Choreographie wird die international renommierte Tanzpädagogin Be van Vark übernehmen.

Mehr Informationen im Internet zu Ulf Krauße und seinem Planetarium unter www.mobilesplanetarium.de und zur Orchestersuite unter www.bsof.de (Education-Projekte)

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