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Repair-Café geht in die zweite Runde / Vorerst bleibt es bei provisorischen Treffen

Prima für Geldbeutel und Umwelt

Frank Menge aus Hohenfinow hilft Christa Roth aus Oderberg bei der Reparatur.
Frank Menge aus Hohenfinow hilft Christa Roth aus Oderberg bei der Reparatur. © Foto: Sören Tetzlaff
Sven Klamann / 30.05.2014, 21:30 Uhr
Eberswalde (MOZ) Mit Lötkolben, Schraubenzieher und bei Bedarf sogar Wellenschalteröl haben sich Freiwillige am Freitagnachmittag an die Arbeit gemacht, Lampen, Lichterketten, Kassettenrekorder und Radios wieder in den Zustand der Gebrauchsfähigkeit zu versetzen. Vom Hebewerk-Verein war zum zweiten Repair-Café eingeladen worden. Auch wenn das Interesse an der Hilfe zur Selbsthilfe diesmal nicht ganz so groß war wie bei der Premiere im März, hatte Organisator Sven Gumbrecht am Ende allen Grund, eine Erfolgsbilanz zu ziehen. "Mit unserem Ankämpfen gegen die Wegwerfmentalität stehen wir nicht allein", sagte der Eberswalder. Das Repair-Café könne zu einer ständigen Einrichtung werden, sobald es den Hebewerk-Aktivisten zusammen mit ihren Verbündeten von Freiraum, wandelBAR, Alnus und Tauschring gelungen sei, ein geeignetes Gebäude für ein gemeinsames Kulturzentrum zu finden. Aktuell schreiben die fünf Initiativen an einem Konzept, mit dem sie die Verantwortlichen in der Eberswalder Rathausspitze und die neue Stadtverordnetenversammlung überzeugen wollen. Frühestens im kommenden Jahr könnte eine solche Stätte in Eberswalde eröffnet werden. Bis dahin bleibt es auch für das Repair-Cafe bei Provisorien. Am Freitag waren die Hebewerk-Macher in den Räumen auf dem Hinterhof an der Eisenbahnstraße 84 zu Gast, die der evangelischen Stadtkirchengemeinde gehören und von Freiraum angemietet sind.

Aus Oderberg war Christa Roth zum Repair-Café nach Eberswalde gekommen - mit Teilen einer mindestens vor zehn Jahre erworbenen Wohnzimmerleuchte, die nicht mehr funktioniert, obwohl die Rentnerin bereits die alte Glühlampe ausgetauscht hatte. "Wäre doch schade um das Teil", sagte sie.

Auch Nico Conrad aus Blütenberg hatte eine Lampe dabei - für den Schreibtisch bestimmt und von einem Nachbarn weggeworfen, weil die Einschalttaste nicht mehr dauerhaft einrastet. "Das lässt sich doch bestimmt beheben", sagte der Finder, der das Reparieren defekter Geräte nicht nur aus Sparsamkeitsgründen "ungemein wichtig" findet. Obendrein helfe die Wiederertüchtigung von Gebrauchttechnik, Ressourcen zu schonen.

Nicht jeder Versuch, Lampen oder Radios ein zweites Leben einzuhauchen, gelingt. "Aber wir haben es dann immerhin versucht", findet Heinz Risterbieter aus Eberswalde vom Hebewerk-Verein, der zum Beispiel ohne Erfolg an einem mindestens 20 Jahre alten Radio herumschraubt, das keinen Ton mehr von sich gibt und auf dessen Display unveränderbar vier Achten stehen. Nicht einmal das Wellenschalteröl aus seinem Vorwende-Bestand, das die Sendersuche alter Rundfunkempfänger sonst oft rettet, bringt diesmal Punkte.

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