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Nach Mega-Park kommt Mega-Batterie

Geräumiges Zuhause fürs Speichersystem: Christian Joos (v.l.) und Wilhelm Pfenning vom Hersteller der Batterie sowie Rico Wojanowski und Tino Marx vom Bauherrn Upside Service beraten sich im 350 Quadratmeter großen Hangar des Flugplatzes zum Vorhaben. In
Geräumiges Zuhause fürs Speichersystem: Christian Joos (v.l.) und Wilhelm Pfenning vom Hersteller der Batterie sowie Rico Wojanowski und Tino Marx vom Bauherrn Upside Service beraten sich im 350 Quadratmeter großen Hangar des Flugplatzes zum Vorhaben. In © Foto: MOZ
Marco Marschall / 10.07.2014, 06:54 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) Nach der Stromerzeugung, soll dieser auf dem Flugplatz Neuhardenberg nun gespeichert werden. Ende des Jahres wird eine fünf Megawatt-Batterie in einen Hanger auf dem Gelände installiert. Diese Woche waren Hersteller und Bauherr vor Ort.

Angedeutet hatte es der Bevollmächtigte des Flugplatzes, Uwe Hädicke, bereits seit einiger Zeit. Vor zwei Wochen gab es nun die Initialzündung für das nächste Projekt in Sachen Energiewende auf dem Areal in Neuhardenberg. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers übergab den 2,68-Millionen-Euro-Förderbescheid für ein Energiespeicher-Projekt. Insgesamt wird das Vorhaben 6,25 Millionen Euro kosten.

Eine Lithium-Ionen Batterie wird in Container-Bauweise auf einer Fläche von 350 Quadratmetern in den kleineren der beiden Hangar auf dem Flugplatz installiert. Denn obwohl der Hersteller die Spitzen-Pack-Technik betont, braucht die Mega-Batterie Platz. Mehrere knapp zehn Meter lange Container müssen in die Halle passen und bilden am Ende ein ganzes Speicherwerk. Ende des Jahres soll das Material anrollen. Läuft alles nach Plan, soll das Batterie-System 2015 in Betrieb genommen werden. Mit einer Leistung von fünf Megawatt könnte es etwa 6000 Haushalte mit Strom versorgen - unabhängig von Wind oder Sonne.

Doch wie lange stellt es den Strom zur Verfügung? "Eine Batterie aus Lithium-Ionen-Eisenphosphat verliert etwa drei Prozent pro Monat", erklärt Wilhelm Pfenning vom Hersteller des E-Speicherwerks. Damit das nicht passiert, werde der Stromfluss in Bewegung gehalten. "Nicht wie bei einem Einweckglas", sagt Pfenning. Die Batterie soll Spitzen und Täler der Stromversorgung ausgleichen, also auch dann Energie liefern, wenn keine produziert wird. Dabei erhält der Speicher den Strom allerdings nicht direkt und ausschließlich aus dem Mega-Solarpark auf dem Flugplatz, der zu Spitzenzeiten eine Leistung von 145 Megawatt hat und zu den größten Photovoltaik-Freiflächenanlangen Europas zählt. "Wir hängen am Netz der e.dis und lagern den Strom ein, egal wo er entsteht", so der Experte der Hersteller-Firma. Das Speicherwerk im Hangar regelt den Bedarf in einer Region.

Speichersysteme seien auf dem Vormarsch, würden künftig mehr gebaut werden. Dessen ist sich Wilhelm Pfenning sicher, auch wenn das Entwickler großer Stromautobahnen nicht gern hören würden. Wird der Strom regional aufgenommen und abgegeben, würden diese Transportsysteme in der Kürze, wie sie gefordert werden, und in ihrer Mächtigkeit überflüssig.

Die künftig in Neuhardenberg eingesetzte Lithium-Ionen-Technologie werde in Zukunft einen entscheidenden Einfluss auf die Entlastung der Netze haben und sei damit ein wichtiger Baustein der Energiewende, sagt auch Tino Marx. Er ist Geschäftsführer der Upside-Service GmbH, Bauherr des Speichers in Neuhardenberg.

Das Projekt auf dem Flugplatz ist das dritte, das vom Land Brandenburg im Rahmen einer Speicherinitiative unterstützt wird. Der Batterie-Speicher in Alt Daber bei Wittstock, in dem Blei-Säure-Akkus zum Einsatz kommen werden, sowie der geplante Batteriespeicher in Feldheim mit Lithium-Ionen-Technik sind weitere. Bereits realisierte Speicherprojekte sind das Hybridkraftwerk von Enertrag bei Prenzlau (Uckermark), die Power-to-Gas-Pilotanlage von E.on in Falkenhagen (Prignitz) und das Elektroautoprojekt e-SolCar von Vattenfall und der BTU Cottbus-Senftenberg.

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kleiner Michel 10.07.2014 - 08:02:18

alles Megaaaa

Es wird investiert was das Zeug hält und die betreffenden Herstellerfirmen verdienen Kohle ohne Ende. Nur wer diese Investitionen bezahlt ist eine unbedeutende Nebensache. In jedem weiteren Jahr bezahlt der dumme Deutsche immer höhere Stromrechnungen. Alle verdienen daran. Nur der Endverbraucher bleibt der Dumme. Bei einem statistischen Bruttomonatsverdienst von 2400 Euronen ist das zu verkraften. Und der Bürger der Bundesrepublik nimmt das so hin. Wir sind alle Europäer, die Europäischsten.

Nutzlosigkeit 10.07.2014 - 07:58:49

Träumt weiter::::::::::::::::::

An den Jahreszeiten und dem Tag-Nachtwechsel könnt auch ihr nichts ändern. Nur ein teurer "Lacher" wird das wieder.

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