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100 Bewerbungen für Trebnitz-Pleinair

Brecht im Detail: Die Bronzefigur von Gustav Seitz gehört zu den ersten Leihgaben der Hamburger Stiftung.
Brecht im Detail: Die Bronzefigur von Gustav Seitz gehört zu den ersten Leihgaben der Hamburger Stiftung. © Foto: Wolfgang van Gulijk
Doris Steinkraus / 24.07.2014, 19:37 Uhr
Trebnitz (MOZ) Der Name bescherte der Jury mehr als 100 Bewerbungen. Vom 2. bis 15. August findet im Schloss Trebnitz (Märkisch-Oderland) ein Bildhauer-Pleinair statt, an dessen Ende der Gustav-Seitz-Preis verliehen wird. Seitz gehörte zu den bedeutendsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Meister der figürlichen Plastik. Seine Werke stehen in vielen Städten im öffentlichen Raum und haben in Museen ihren Platz.

Die Hamburger Gustav Seitz Stiftung widmet sich seit 1989 der Verwaltung des Nachlasses des 1906 bei Mannheim geborenen Künstlers, der 1958 als Professor an der Akademie der Künste Berlin dem Ruf an die Hamburger Hochschule folgte und bis zu seinem Tod 1969 in der Hansestadt lebte. Da die Stiftung ihre angestammten Räume verlassen wird, wurde ein Partner gesucht. Den fanden die Hamburger in der Bildungs- und Begegnungsstätte Schloss Trebnitz, die sich seit zwei Jahrzehnten der internationalen Jugendarbeit, vor allem auch im künstlerisch-kreativen Bereich, widmet. Besonders die Nähe zu Berlin, dem prägenden Wirkungsort von Seitz, bildete den Ausschlag für Trebnitz.

Dort soll in den nächsten Jahren ein Gustav-Seitz-Zentrum entstehen. Mittelfristig kommt der gesamte Künstler-Nachlass aus Hamburg ins Oderland, soll dann auch einem größeren Kreis zugänglich gemacht werden als es bisher im einstigen Wohnhaus des Bildhauers in Hamburg möglich war. Mit dem Pleinair erfolgt dafür der Startschuss. Die Stiftung bringt Originalzeichnungen sowie fünf Bronze-Skulpturen ins Oderland, die in einer Ausstellung gezeigt werden und dann als Dauerleihgabe in Trebnitz bleiben.

Die Auseinandersetzung der acht von der Jury eingeladenen Künstler aus Deutschland und Polen mit dem Werk von Gustav Seitz ist integrativer Bestandteil des Treffens. Mehrere Vorträge und Gesprächsrunden sind geplant.

Unter dem Thema "Der Mensch" werden die Teilnehmer an dreidimensionalen Objekten arbeiten. Die einzelnen Beiträge präsentiert das Schloss zum Abschluss in einer umfangreichen Ausstellung, zu der auch ein zweisprachiger Katalog erscheint.

Die Jury mit Vertretern aus Deutschland und Polen zeichnet schließlich die gelungenste Arbeit aus und verleiht als Höhepunkt den mit 5000 Euro dotierten Gustav Seitz Preis. Entsprechend der Satzung der Stiftung geht dieser Preis an Bildhauer, die mit ihren Werken die Tradition figürlicher Plastik weiterführen. Während ihrer zweiwöchigen Arbeit können Interessierte den Künstlern über die Schulter schauen.

Pleinair-Start mit Eröffnung Gustav-Seitz-Ausstellung, 2. August, 19 Uhr Schloss Trebnitz, Preisverleihung am 16. August, 19 Uhr

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