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Land spielt den Ball der Kommune zu

Bau des Radweges nach Biesenthal weiterhin offen

In Wullwinkel ist Schluss: Hier geht es für Radfahrer in Richtung Biesenthal nur auf der viel befahrenen L 200 weiter.
In Wullwinkel ist Schluss: Hier geht es für Radfahrer in Richtung Biesenthal nur auf der viel befahrenen L 200 weiter. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Brigitte Horn / 01.08.2014, 19:53 Uhr
Biesenthal (MOZ) Um zu einem Fortschritt beim seit Jahren geplanten Radweg zwischen Biesenthal und Wullwinkel zu erreichen sind Vertreter des Biesenthaler Forums der Lokalen Agenda 21 und Vertreter der Amtsverwaltung ins Ministerium nach Potsdam gefahren. Dort stießen sie vor allem auf Vorbehalte.

Eigentlich geht es um den Radweg zwischen Bernau und Biesenthal entlang der L 200. Der ist seit Jahren zu etwa Dreiviertel der Strecke fertig. Der Radweg zwischen Rüdnitz und Wullwinkel wurde 2009 gebaut, der Abschnitt zwischen Bernau und Rüdnitz 2012. Offen geblieben ist jedoch seither von der etwa zehn Kilometer langen Strecke der letzte Zipfel von gut zwei Kilometern. Es betrifft die Strecke von Wullwinkel bis Biesenthal. Damit dort endlich gebaut wird, hatte das Biesenthaler Forum der Lokalen Agenda jüngst einen Termin im Vogelsänger-Ministerium.

Dort allerdings bekamen die Biesenthaler Vertreter vor allem Vorbehalte zu hören, berichtete Andreas Krone, Stadtverordneter der Grünen. Man habe erklärt, dass es im Land Engpässe bei der Planung gebe. Es gebe nur drei Personen, die die Planfeststellungsverfahren abschließend beurteilen und unterschreiben können, wird ihnen von der zuständigen Referatsleiterin mitgeteilt. Daher befänden sich mehrere Projekte in der Warteschleife und Vorrang hätten die, bei denen die Finanzierung gesichert sei. Zu dem wisse man auch noch nicht, welche Schwerpunkte die neuen Landesregierung setzen werde.

Das alles allerdings wollten die Biesenthaler Vertreter so nicht gelten lassen. Schließlich handele es sich hier um einen Lückenschluss, der bei aller Finanzknappheit noch möglich sein müsse. Außerdem habe die Strecke auch im Rahmen der Schulwegsicherung eine große Bedeutung. Auch sei das Planfeststellungsverfahren komplett bis auf die Unterschrift abgeschlossen. Nicht zuletzt sei ärgerlich, dass die Stadt Biesenthal für den innerstädtischen Teil des Weges seit Jahren etwas mehr als 100 000 Euro bereithalte, aber wegen des fehlenden Planfeststellungsbeschlusses nicht bauen kann.

Angesichts dieser Situation sah man im Ministerium ledilich die Möglichkeit, den Radweg entlang der Landesstraße der Kommune zu übergeben, die dann auch die Baulast zu tragen hätte. Dann könnte der Radweg, jedoch ohne Planungskosten, zu 75 Prozent gefördert werden.

Das allerdings wäre eine enorme Belastung des Biesenthaler Haushalts. Bei den 2010 geschätzten Baukosten von mehr als 450 000 Euro fielen allein Planungskosten von rund 100 000 Euro an. Vermutlich werden angesichts der steigenden Baupreise die vor vier Jahren geschätzten Kosten längst nicht ausreichen. Dazu kommen Unterhaltung und Winterdienst.

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Antje Wolter 04.08.2014 - 09:47:52

Fehlende Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger

So will sich also unsere rot-rote Landesregierung aus der Verantwortung stehlen - mangelndes Personal. Da hört ein Radweg 2 km vor Biesenthal auf und Radfahrer und Fußgänger müssen sich auf die vielbefahrene L200 begeben. Mein Mann wurde als Fußgänger vor 15 Jahren von einem Autofahrer an dieser L200 lebensgefährlich verletzt, seitdem ist er schwerbehindert. Seit 15 Jahren ist die Problemematik der fehlenden Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer insbesondere an der kurvenreichen Ortseinfahrt von Biesenthal bekannt, der Verkehr hat seitdem enorm zugenommen - aber die Verantwortlichen schauen zu. Muss erst ein Todesopfer beklagt werden, bevor gehandelt wird? Mehr als 10 Kinder müssen die L 200 als Schulweg nutzen - vorbei an Autos, die sich regelmäßig nicht an die vorgeschriebenen 50 km/h halten. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wieder ein schlimmer Unfall passiert. Ist das nächste Opfer vielleicht unser 5jähriger Sohn? Ich fordere unsere rot-rote Landesregierung, die sich die sozaile Verantwortung auf die Fahne geschrieben hat, auf, endlich zu handeln und die Fertigstellung des Radweges von Wullwinkel nach Biesenthal zu veranlassen!

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