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Entscheidung zum Lückenschluss zwischen Wullwinkel und Biesenthal vertagt / Finanzierung wird überprüft

Radwege-Bau im Stress-Test

Olav Schröder / 20.09.2014, 06:58 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Entscheidung, wie das letzte Stück Radweg zwischen Wullwinkel und Bernau geschlossen werden soll, hat die Biesenthaler Stadtverordnetenversammlung noch einmal vertagt. Es sollen noch einmal alle Finanzierungsmöglichkeiten für das Vorhaben abgeklopft werden.

Rund 80 Prozent des Radwegs entlang der stark befahrenen Landesstraße 200 (ehemals B2) zwischen Bernau und Biesenthal ist bereits neu gebaut worden und in Betrieb. In Wullwinkel müssen die Radfahrer, die nach Biesenthal wollen, allerdings den sicheren Weg verlassen und auf der Straße weiterfahren. Und was viele ärgert: Gerade für Kinder, die in Biesenthal die Schule besuchen, ist der letzte, noch fehlende Abschnitt der wichtigste.

Die Planung für die Fertigstellung des Radwegs hat eine lange Geschichte. Und dass die Biesenthaler Stadtverordneten den Radweg lieber heute als morgen wollen, daran ließen sie auch diesmal keinen Zweifel, da es um die Entscheidung über die Finanzierung des Vorhabens durch die Stadt ging.

Ursprünglich sollte es ein gemeinsames Projekt des Landesbetriebs Straßenwesen und der Stadt Biesenthal werden. Die Stadt sollte dabei den Kostenanteil für die Herstellung vom Ortseingang bis zur Plottkeallee übernehmen. Für die Stadt hätte dies nach Angaben der Verwaltung Kosten in Höhe von 116000 Euro bedeutet. Die übrigen Ausgben hätte das Land getragen. Doch auf Grund "seiner finanziellen Lage wird das Land Brandenburg in absehbarer Zeit den Radweg jedoch nicht herstellen", heißt es in der Begründung zur Beschlussvorlage.

Vor diesem Hintergrund stellt sich nun die Frage, ob die Stadt für das Land finanziell einspringen soll. Sie müsste zwar nicht die gesamte Investition für die Strecke von Wullwinkel nach Biesenthal tragen. So könnten Fördermittel beantragt werden. Möglich ist die Förderung von 75 Prozent der Baukosten aus dem Fördertopf des Infrastrukturministeriums zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in den Brandenburger Gemeinden stammen. Das setzt allerdings voraus, dass die Stadt einen Eigenanteil von 293000 Euro aufbringen müsste, das Zweieinhalbfache der bislang im Raum stehenden Summe.

Konkret setzt sich dieser Eigenanteil aus 25 Prozent der reinen Baukosten sowie den Planungs-, Grunderwerbs- und Vermessungskosten sowie der Katasterschlussvermessung zusammen. Außerdem wird diese Förderung nur unter der Voraussetzung bewilligt, dass die Stadt auch die Unterhaltung und Verkehrssicherung für den Radweg übernimmt.

Angesichts der beträchtlichen Summe sollen nach Angaben von Biesenthals Bürgermeister André Stahl (Linke) noch einmal sämtliche Finanzierungsmöglichkeiten für das Projekt geprüft werden. Vorgesehen ist, Mittel für die Herstellung des Radweges im Haushalt 2015 bereitzustellen.

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Antje Wolter 22.09.2014 - 16:29:19

Radweg Wullwinkel-Biesenthal

Entscheidung vertagt! Das ist sehr schade, da auch Einwohner und Betroffene zur Stadtverordnetenversammlung erschienen. Ich kann die Stadt Biesenthal nur inständig bitten, die Kosten für den Bau des Radweges zu übernehmen, wenn das Land sich nicht in der Lage sieht, dies zu finanzieren. Wahrscheinlich wird auch noch der letzte Groschen des Landes in den Flughafen gesteckt.... Der VCD hat für das Jahr 2013 veröffentlicht, dass von den Getöteten im Straßenverkehr 40 % !! Fußgänger sind. Mein Mann ist vor 15 Jahren an der L 200 / Ortseingang Biesenthal von einem Auto überfahren worden. Seit dem ist er schwerbehindert und wird bis zum Ende seines Lebens mit den gesunheitlichen Folgen zu kämpfen haben. Über 10 Kinder sind zur Zeit täglich der Gefahr des Überfahrens am Ortseingang von Biesentahl ausgesetzt. Liebe Stadtverordnete bitte handelt!

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