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18 Männer von der Küste erobern die Transvocale

Stimmungsmacher aus Mecklenburg-Vorpommern: Die Breitlings zeigten am Freitagabend im Kleist Forum, dass auch ein Shanty-Chor zur Transvocale passen kann
Stimmungsmacher aus Mecklenburg-Vorpommern: Die Breitlings zeigten am Freitagabend im Kleist Forum, dass auch ein Shanty-Chor zur Transvocale passen kann © Foto: René Matschkowiak
René Matschkowiak / 17.11.2014, 07:37 Uhr
Frankfurt (MOZ) Kaum zu glauben, dass die Transvocale, das Festival für Weltmusik in Frankfurt und Slubice, im vergangenen Jahr fast vor dem Aus stand. Kein Geld mehr vom Land und von der Stadt sorgten für einen ernstzunehmenden Engpass. Trotz allem ist es den Veranstaltern gelungen, neue Geldquellen zu erschließen und ein Festival auf die Bühne zu bringen, das mittlerweile bis über die Grenzen der Doppelstadt hinausstrahlt.

Das jedenfalls findet Dietmar Tesching, der Sprecher der Breitlings, einem Shanty-Chor aus Mecklenburg-Vorpommern. "Von dem Festival haben wir vorher schon gehört und haben uns wirklich gefreut, eine Einladung erhalten zu haben". Die 18 Männer von der Küste eroberten die Herzen der Gäste im Sturm. Zum Schluss wurden sie gar nicht mehr von der Bühne gelassen. Eine Zugabe gilt bei dem Festival mit dem engen Zeitplan gerade noch als machbar. Bei den Breitlings mussten es zwei sein. Die letzte war A Capella und mit echtem Gänsehautgefühl.

"Es hat riesigen Spaß gemacht", sagte Tesching nach dem Konzert. "Wir haben selbst zwei Jahre ein Festival in Rostock veranstaltet und wissen, wie schwer das ist. Wir wünschen der Transvocale weiterhin viel Erfolg", so Dietmar Tesching. "Außerdem ist wirklich alles perfekt organisiert", schickt er noch ein Lob an die Veranstalter hinterher.

Kein Wunder, dass der Chor am Freitag bei vielen Gästen zum Favoriten aufstieg. Fast ist man etwas verwundert, Shanty Musik beim Festival zu hören. Gern ist die Musik bei der Transvocale etwas spezieller und Shanty fast Mainstream. Die Breitlings singen aber nicht nur alte Seemannslieder und spielen auf dem Schifferklavier. Das Publikum jedenfalls zeigte sich dankbar, auch diese Facette erleben zu dürfen.

Wie kontrastreich das Festival ist, konnte man sogleich beim folgenden Auftritt von Ogoya Nengo und der Dodo Women Group aus Kenia erkennen. In Europa haben sie noch nie auf der Bühne gestanden. Ihre Stücke, eine Mischung aus afrikanischem Gesang und Erzählungen, werden in Kenia bei allen wichtigen Ereignissen des Lebens aufgeführt. Man musste sich darauf einlassen. "Eben Weltmusik", meinte Thomas Strauch vom Transvocale e.V, der das Festival organisiert. Michael Kalkowski indes wartete schon auf die Band Romengo. Ungarische Romamusik. "So etwas höre ich gern", sagte der Frankfurter. Überhaupt ist das Festival wieder ein Erfolg, findet er. "Sehr abwechslungsreich".

Thomas Strauch war am Sonntag immer noch hin und weg von den drei tollen Tagen. "Ich war erst 6 Uhr morgens zu Hause, so lange haben wir noch Musik gemacht", erzählte er. Es habe echte Festivalatmosphäre geherrscht, "nur, dass Leute im Schlamm baden, wie man das von Woodstock kennt, hat gefehlt." Jeder Abend habe seine Höhepunkte gehabt, so Strauch. Ein besonderer Moment sei für ihn jedoch der Auftritt von Transvocale-Preisträgerin Anna Mateur am Donnerstag gewesen. "Sie hat den Saal von der ersten Minute an von Null auf Hundert gebracht".

Mit knapp 4900 Besuchern war das Festival für Lied und Weltmusik etwas schwächer besucht als im vergangenen Jahr. Damals kamen 5200 Leute, "aber das war auch eine Jubiläumsveranstaltung", erklärt Strauch. Froh ist er darüber, dass hinter der Transvocale 2014 finanziell eine schwarze Null stehen wird. Das Geld für das Festival zusammenzubekommen, sei ein Kraftakt gewesen. Trotzdem soll es im nächsten Jahr weitergehen. Strauch: "Im Prinzip sind wir ab sofort wieder auf der Suche nach Sponsoren und Unterstützern."

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