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Eltern-Haltestellen in Falkensee eingeweiht

Nach langer Vorbereitungszeit: Die Eltern-Haltestelle ist nun eingeweiht worden.
Nach langer Vorbereitungszeit: Die Eltern-Haltestelle ist nun eingeweiht worden. © Foto: Neubauer
Ute Jahnke / 16.03.2015, 19:47 Uhr - Aktualisiert 16.03.2015, 19:53
Falkensee (MZV) Am Montag sind an der Falkenseer Europa-Grundschule offiziell die fünf sogenannten „Eltern-Haltestellen“ eingeweiht worden. Die besonders gekennzeichneten Haltebuchten rund um das Schulgelände sollen in der Zeit von 7.30 bis 8 Uhr Eltern vorbehalten bleiben, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren. Von dort aus können die Kinder dann alleine oder in Gruppen die letzten Meter sicher bis zur Schule gehen.

Immer häufiger werden Schüler von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gefahren, obwohl sie den Weg in der Regel auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad mühelos zurücklegen könnten. Schulelternsprecherin Dina Liesegang hat oft Begründungen gehört wie „Ich kann mein Kind nicht alleine zur Schule schicken. Es ist viel zu gefährlich.“ Doch sie ist überzeugt, dass die Mentalität „immer nur Autotür auf, Autotür zu“ keine Lösung ist.

Vor einem Jahr haben sich ein paar Eltern zusammen getan, um die Situation beim morgendlichen Weg zur Schule zu entschärfen. Bei den motorisierten Eltern musste viel Aufklärungsarbeit geleistet werden. Und die Motivation der Kinder wird hier groß geschrieben. So wurden zum Beispiel alle Kinder, die ab dem Schultor ohne Begleitung der Eltern zum Klassenraum weitergingen, mit einem Stempel auf die Hand gelobt. Zudem wurden Fahrrad-Workshops in Zusammenarbeit mit einem benachbarten Fahrradladen organisiert, für die es bereits knapp einhundert Anmeldungen gab. Sämtliche Ideen, Aktionen und Standorte der Haltestellen sind im Internet unter www.schulwegengel.de nachzulesen. Der Name „Schulweg-Engel“ wurde von den Eltern der Europa-Schule kreiert, weil man die Kinder auf dem Weg in die Schule beschützen will, wie Liesegang erklärte. So wurden auch immer wieder Holzfiguren in Lebensgröße gebastelt und am Straßenrand hingestellt, um Autofahrer auf die Schulanfänger aufmerksam zu machen.

Im Havelland ist dies die erste Schule, die solch ein Schulweg-Sicherheitsprogramm umgesetzt hat. Das „Netzwerk Verkehrssicherheit“, das bei diesem Projekt Pate stand, führte im Auftrag des Brandenburger Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung das Pilotprojekt in Fürstenwalde durch. Die Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort ist wichtig, damit alles klappt, erläuterte Maren Born, Mitarbeiterin des Netzwerks. Im Pilotprojekt wurde auch das Schild entworfen, das die Eltern-Haltestellen als solche kennzeichnet. Interessierte Eltern erhalten unter www.netzwerk-verkehrssicherheit.de weitere Informationen und Unterstützung für Schulen und Kitas.

Bürgermeister Heiko Müller gratulierte und dankte den engagierten Eltern für ihre Leistungen und mahnte, mit dem Anbringen von Schildern sei es nicht getan. Die Parkplätze müssten auch dementsprechend genutzt werden. Deshalb wandte sich die Schulelternsprecherin bei ihrer Rede auch nur kurz an die anwesenden Politiker und Sponsoren. Denn für sie waren die Klassensprecher der 21 Klassen die Hauptpersonen, die „als Multiplikatoren“ diese Information an ihre Mitschüler weitertragen sollen, wie Rektorin Regina Beyer erklärte.

 

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