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Paulus führt durch Rotenaw

Die Zimmermanns, Paule ist der Zweite von rechts, sind auch sehr musikalisch.
Die Zimmermanns, Paule ist der Zweite von rechts, sind auch sehr musikalisch. © Foto: Ohlwein
Jürgen Ohlwein / 19.06.2015, 10:47 Uhr
Rathenow (MOZ) Nicht nur Musik wird mit Familie Zimmermann aus Gräningen in Verbindung gebracht. Bekannt ist sie auch für bildende Kunst.

Hans Zimmermann wurde 1943 als Sohn des Rathenower Künstlers Gerhardt Zimmermann geboren. Er wuchs durch die Arbeit seines Vaters in einem Künstlerkreis mit lokalen Kunstgrößen wie Karl Mertens, Gerhard Peatz, Reiner Stuchlick und Georg Penning auf. Mit zwölf Jahren besuchte er schon den Zirkel "Bildende Kunst". Malerei und Bildhauerei faszinierten den jungen Zimmermann. Nach der Schule erlernte er den Beruf des Glasers. Der Kunsthof am Wiesenweg in Gräningen, den er 1994 errichtete, ist sein Lebenswerk. Die bestplatzierte Arbeit ist wohl das bleiverglaste Rautenfenster "Der Fischzug des Petrus" in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche in

Nachdem sich der Neufriedrichsdorfer Männerchor aufgelöst hatte, entdeckte der bildende Künstler auch die Blasmusik für sich und besuchte im Alter von 35 Jahren die Rathenower Musikschule.

Ob es an seiner Frau lag, dass er sich zur Musik hingezogen gefühlt hat, ist nicht ganz klar. Karin Zimmermann sang seit 1978 im Rathenower Frauenchor, bis zu dessen Auflösung im vorigen Jahr. Den beiden Söhnen, Dirk und Ulf, hat das Ehepaar Zimmermann die Musik in die Wiege gelegt. Beide kamen durch den Vater zur Musikschule. Dirk spielte mit 12 Jahren Posaune im Blasorchester der Schule. Sein Bruder spielte mit 7 Jahren Trompete im Nachwuchsorchester.

Eines Tages durfte der Jüngere wegen der noch nicht ganz ausgewachsenen Zähne keine Trompete mehr spielen. "Er war sehr traurig, als er nach Hause kam", erinnert sich Vater Zimmermann. Doch der Junge ließ sich nicht unterkriegen und sattelte auf das Orgelspielen um. Mit 14 schrieb er seinen ersten Titel.

Sein Bruder Dirk spielte zu der Zeit schon bei der Tanzmusikcombo "Limeriks". Sie war die Hausband des damaligen Kreiskulturhauses. Einmal monatlich spielte sie unter anderem beim "Treff zu zweit" zum Tanz auf. Dirk holte seinen Bruder in die Band. Als Musiker haben beide viel erlebt. Den Westhavelländern sind die beiden Brüder eher unter ihren Künstlernamen bekannt. Ulf nennt sich Joe Carpenter. Mit dem Titel "Ans Meer" schaffte er den Durchbruch im Rundfunk. Seine aktuelle Single "Wenn sie könnte..." lief bei Antenne Brandenburg an. Eine neue Single wird es Ende Juli geben.

Derweil ist Dirk "Paule" Zimmermann ein Entertainer, der gern in verschiedene Rollen schlüpft. Kindern ist er als Erwin, der singende Schneemann, oder Rudi Rentier bekannt. In diesen Rollen tritt er auf Rathenower Weihnachtsmärkten auf. Seine neuste Rolle ist die des mittelalterlichen Barden "Paulus von Rotenaw". Wie er dazu kam erzählt seine Frau Dorothee, die jetzt auch mit ihm Musik macht - sie haut auf die Pauke.

"Unsere beiden Kinder haben uns eine Führung mit einem Nachtwächter im Nikolaiviertel geschenkt. Die Führung war so schlecht gemacht, dass Dirk den Nachtwächter bei seinen Ausführungen immer ergänzte. Plötzlich meinten unsere Kinder: `Papa, warum machst du eigentlich keine Führungen´". Über das nötige Geschichtswissen verfügt dieser Zimmermann allemal. Im heimischen stehen auch alle Ausgaben des Rathenower Heimatkalenders. Kein Wunder, hat doch Opa Gerhardt einst an den Heimatkalendern, die bis heute fortgeführt werden, mitgearbeitet.

Als "Paulus von Rotenaw" kann man Dirk Zimmermann mit seiner Frau Dorothee für Stadtführungen auch über den Tourismusverein Westhavelland buchen. Zehn Personen sollten es aber mindestens sein.

Darüber hinaus trifft man die ganze Familie mit mittelalterlicher Musik auf verschiedenen Veranstaltungen mit geschichtlichem Bezug. So auch auf am Deutschen Mühlentag (25. Mai) in Bamme und während der Schwedentage (13./14. Juni) inWer mehr über "Paulus von Rotenaw" erfahren will, klicke sich auf www.stadtfuehrung-rathenow.de oder http://zimmermann-musik.de.

Natürlich ist auch ein Besuch auf dem Kunsthof Zimmermann in Gräningen empfehlenswert. Viele Skulpturen, bildhauerisch gestaltete Bänke, eine Kapelle, ein Glockenturm ganz zu schweigen von den vielen Gemälden und vieles mehr sind dort zu entdecken. Da Karin Zimmermann während ihrer Führungen viel zu berichten weiß, sollte man reichlich Zeit mitbringen. Auch sollte man sich zuvor unter 03385/513447 anmelden.

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