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Etliche Mitglieder der "Mühle" zeigen noch bis zum 30. Juli ihre Arbeiten in einer Gemeinschaftsausstellung

22 Blickwinkel auf die Kunst

Herbert Rudolf Schulz lässt das Rad der Drechselbank kreisen, die Teil der Gemeinschaftsausstellung ist. Wenn sie nicht gerade in der Zainhammermühle ausgestellt wird, gastiert der Lunower mit ihr auf Mittelaltermärkten.
Herbert Rudolf Schulz lässt das Rad der Drechselbank kreisen, die Teil der Gemeinschaftsausstellung ist. Wenn sie nicht gerade in der Zainhammermühle ausgestellt wird, gastiert der Lunower mit ihr auf Mittelaltermärkten. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Simon Rayß / 23.07.2017, 08:00 Uhr
Eberswalde (MOZ) Einmal im Jahr veranstalten die Künstler des Vereins "Die Mühle" eine Gemeinschaftsausstellung. Das Thema diesmal: "Weltall - Erde - Mühle". So offen die Vorgabe formuliert ist, so breit gefächert sind auch die Arbeiten, die noch bis 30. Juli in der Zainhammermühle zu sehen sind.

Kunst will gezeigt werden, klar. Sie braucht ein Publikum. Doch mindestens genauso wichtig ist ihr Schaffensprozess. Diesen spiegeln viele der Arbeiten wider, die ihren Weg in die Gemeinschaftsausstellung der Mühlen-Künstler gefunden haben. Zum Beispiel die zarten, sanft farbigen Akt-Aquarelle von Catrin Sternberg, die sich auch auf die wöchentlichen Treffen der "Montagsmaler" beziehen. Diese beschäftigen sich nämlich gerade mit der Aktmalerei.

In einer anderen Ecke des Raumes stehen Holzarbeiten, die "noch ganz frisch" sind, wie Angelika Swodenk sagt. "Die sind beim letzten Workshop entstanden", erklärt die Vereinsvorsitzende. "In Holz gesehen" zum Beispiel von Klaus Deutsch. Im Wechsel der mal glatten, mal rauen Oberfläche offenbart das aufragende Stück "Werbellinseeholz" ganz unterschiedliche Farbtöne.

Ebenfalls mit Holz gearbeitet hat Herbert Rudolf Schulz. Kein Wunder, schließlich ist der Lunower der Chef der Holzwerkstatt, die im zweiten Stock der Zainhammermühle untergebracht ist. Immer donnerstags treffen sich die "Holzwürmer". Für die Schau hat Schulz unter anderem eine selbst gefertigte Drechselbank beigesteuert. Ein Ausstellungsstück, das besonders deutlich den Entstehungsprozess von Kunst thematisiert. "Ich mag das ursprüngliche Handwerk", sagt er. "Da kann man ruhig einmal sehen, wie man das früher gemacht hat."

In der Vielfalt der Ansätze wird auch die bunte Mischung der "Mühlen"-Mitglieder spürbar. Knapp 190 sind es derzeit, von denen sich jedoch nicht alle aktiv einbringen. 22 von ihnen haben insgesamt 53 Werke für die aktuelle Gemeinschaftsausstellung zur Verfügung gestellt. "Das ist immer ein Highlight, weil jeder etwas beitragen darf", sagt Eckhard Groll, der zum Vorstand des Vereins gehört.

Auch Metallarbeiten sind in der Schau zu finden, genauso wie Fotokollagen, Keramik, Glasarbeiten und viel Landschaftsmalerei. Für regelmäßige Gäste kann die Schau dabei gleichermaßen ein Wiedersehen mit Vertrautem wie ein Vorgeschmack auf künftige Ausstellungen sein - auch auf den kommenden Jahreskalender der Mühle. "Die Besucher können sich zwölf Kunstwerke raussuchen, die sie gerne im Kalender sehen wollen", erklärt Angelika Swodenk.

Noch zwei Wochenenden lang können sie ihre Stimme abgeben, dann zieht bereits die nächste Schau in die Zainhammermühle ein. Die wird von Judy Schmidt bestritten und trägt den Namen "Kontur, Körper, Kreatur". Doch auch ihr geht es nicht nur darum, Kunst auszustellen, sondern auch den Spaß am Handwerk zu vermitteln. Beispielsweise am Mittwoch, wenn Judy Schmidt ab 10 Uhr mit Kindern Traumfänger bastelt.

Am 29. Juli dann bietet Eberhard Kröger einen Workshop für Landschaftsmalerei an, wiederum ab 10 Uhr. Bereits eine Woche zuvor, am Sonnabend ab 19 Uhr, spielt das Country-Trio The Brandies ein Konzert im Haus. Ja, es ist immer etwas los in der Zainhammermühle. "Wir wollen, dass auch Leben reinkommt", sagt Angelika Swodenk.

Nach Jahren des Umbaus geht es nun darum, das Vereinsleben wieder richtig anlaufen zu lassen. "Das entwickelt sich gerade", sagt die Vorsitzende. "Wir sehen uns wieder häufiger - nicht nur zum Arbeiten, sondern auch um einfach zusammenzusitzen." Denn auch der entspannte Austausch gehört zum Alltag in der Mühle.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Sonnabend und Sonntag, 14.30 bis 18 Uhr; Besichtigung auch nach Absprache möglich: Telefon 03334 239097; unter der gleichen Nummer können sich Interessenten für einen Bundesfreiwilligendienst in der Zainhammermühle melden; weitere Infos zu den Workshops im Internet: www.diemuehle.de

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