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Jury besucht fünf Bewerber

Die Außenanlagen des Bauhaus-Denkmals Bundesschule Bernau, so berichtete es Friedemann Seeger (r.), sollen umgestaltet werden.
Die Außenanlagen des Bauhaus-Denkmals Bundesschule Bernau, so berichtete es Friedemann Seeger (r.), sollen umgestaltet werden. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Kai-Uwe Krakau und Jürgen Liebe / 10.07.2015, 08:00 Uhr
Bernau (MOZ) Fünf Kommunen haben sich um den Titel "Naturparkgemeinde 2015" im Naturpark Barnim beworben - am Donnerstag besuchte eine Jury die Bewerber.

Der Tag beginnt früh, um 9.30 Uhr ist das Waldsolarheim Eberswalde die erste Station. Eine Erlebnisachse wird dort am Rande der Stadt entstehen, das Energiezentrum "Hermann Scheer", die Oberförsterei und der Waldcampus der Hochschule für nachhaltige Entwicklung sollen eingebunden werden. Einiges ist schon geschehen, weitere Ideen gibt es.

In Biesenthal begrüßt zwei Stunden später Bürgermeister Carsten Bruch die Jury. Er berichtet über die Geschichte des Rathauses, von den vielen Investitionen im Sanierungsgebiet. "In das neunzigjährige Schulgebäude flossen 1,7 Millionen Euro", so der CDU-Politiker. Allein die Stadt Biesenthal habe dort in den vergangenen zehn Jahren 1,2 Millionen Euro investiert.

"Der Radweg Berlin-Usedom wird gut angenommen", sagt Andreas Scharschmidt, der Vorsitzende des Tourismusvereins Naturpark Barnim. Und das fast ganzjährig, nämlich von Februar bis Dezember. Sieglinde Thürling verweist darauf, dass die Tourist-Information für drei weitere Jahre mit dem roten "I" zertifiziert wurde. Das Stadtoberhaupt zeigt das Standesamt, das auch als Galerie genutzt wird. Drei bis vier Ausstellungen gebe es jährlich - mit guter Resonanz. Dann wirft die Jury noch einen Blick in die Räume des Heimatvereins, in einem ist eine Stube um 1900 dargestellt. "Das Rathaus ist für jeden offen", so der Biesenthaler Bürgermeister.

Weiter geht es zum Bauhaus-Denkmal Bundesschule Bernau. Bürgermeister Andrè Stahl ist gekommen, Tourismus-Chefin Monika Müller und Friedemann Seeger, der Vorsitzende des Fördervereins. Sylvia Hirschfeld, Leiterin des Stadtplanungsamtes, erläutert, was in den Jahren in den Sanierungsgebieten Stadtkern und Gründerzeitring passiert ist. Alleine in das Zentrum seien seit 1994 rund 19 Millionen Euro geflossen. "Die Wallanlagen sind ein Pfund, mit dem wir wuchern können", findet Sylvia Hirschfeld. Die Architektur werde in Bernau aber auch mit Leben erfüllt, ergänzt die Tourismus-Chefin. Sie zählt einige der vielfältigen kulturellen Angebote auf, das Hussitenfest, die musikalischen Veranstaltungen

Friedemann Seeger berichtet schließlich über den Antrag, das Bauhaus-Denkmal in die Welterbeliste der Unesco aufnehmen zu lassen. "Und höchstwahrscheinlich gelingt uns das auch", so der Fördervereins-Vorsitzende. Und das eventuell schon im Jahr 2017. Doch bis dahin soll auf dem Gelände noch einiges passieren. Während die Gebäude bereits saniert sind, befinden sich die Außenanlagen noch in einem "desolaten Zustand". Inzwischen gibt es für sie aber eine Konzeption zur Umgestaltung. So soll es beispielsweise an der Zufahrtsstraße neue Pflanzungen geben, am Eingangsbereich werden Schranke und Baracken verschwinden und dort, wo jetzt die alte Mensa steht, ist ein Besucherzentrum vorgesehen. Rund 1,5 Millionen Euro sollen die Arbeiten insgesamt kosten. "Möglicherweise gibt es dafür auch Fördermittel", so Seeger. Mittagspause für die Jury.

Bereits zum dritten Mal bewirbt sich die Gemeinde Mühlenbecker Land, die sich als Eingangstor zum Naturpark Barnim begreift. Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus (SPD) empfing am Nachmittag die Jury in der historischen Mönchmühle in Mühlenbeck. Gemeinsam mit Claus Schwartzer vom Förderverein der Mühle stellte er das Image-Konzept seiner Gemeinde vor. Unter dem Leitspruch "Das Glück liegt so nah" will die Gemeinde nicht nur für moderne Kitas und Schulen sowie neue Straßen sorgen, sondern auch ein Wohlfühlklima in grüner Umgebung schaffen. In diesem Konzept hat die alte Mühle zentrale Bedeutung. Das Denkmal wird nach und nach zu einem kulturellen Zentrum ausgebaut, in dem auch eine Touristinformation ihren Platz finden soll. Dazu will die Gemeinde auch den Naturpark Barnim als Partner haben. Mit dieser Idee stößt der Bürgermeister bei Peter Gärtner auf Gehör, weil sich der Naturpark künftig auch weiter in Richtung Oberhavel orientieren möchte. "Die Mühle ist ein wunderbarer Anknüpfungspunkt für eine gemeinsame Arbeit", sagte er beim Rundgang durch die Mühle und verabschiedete sich nach gut einer halben Stunde.

Maria Brandt, die Ortsvorsteherin von Schönwalde, empfängt die Jury am Nachmittag am Denkmal von Erich Kloss. Der war Lehrer, Heimatdichter und Kinderbuchautor und ist vielen Schönwaldern noch in Erinnerung. "Ich bin 1946 bei ihm eingeschult worden", erzählt Elke Rückert. Anschließend wirft die Gruppe einen Blick in die nahe Kirche. Das Gotteshaus wurde saniert, auch gibt es eine Sauer-Orgel, "leider etwas verstimmt", wie Maria Brandt weiß. Derzeit sind dort Bilder des Bernauers Ernst Zimmermann ausgestellt. Auch das Kreuz ist hier anders gestaltet, aus Stoff und in der Farbe des jeweiligen Kirchenjahres. "Die Kirchengemeinde unterstützt das Dorf und das Dorf hilft der Kirchengemeinde", sagt die Ortsvorsteherin. Zu Fuß geht es zur Pfarrscheune. Dort, so hoffen es die Schönwalder, soll einmal eine Heimatstube entstehen.

Naturparkchef Peter Gärtner weiß, was jetzt auf die Jury zukommt. "Es wird eine schwere Entscheidung", sagt er nach der fünften Station. Noch am Abend soll sie fallen, allerdings wird der Name der "Naturparkgemeinde 2015" noch bis zum 5. September geheim bleiben. Erst dann, auf dem Naturparkfest in Biesenthal, soll sie gekürt werden.

Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs lautete "Erhalt kulturhistorischer Güter in den Kommunen". In den vergangenen elf Jahren hatten sich insgesamt 53 Städte und Gemeinden im Naturpark an den Ausscheiden beteiligt. Dem Sieger winkt ein Preisgeld von 1000 Euro.

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