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2000 Silbermünzen aus der Slawenzeit an Oderhängen entdeckt / Präsentation am 22. Januar in Lebus

Hobby-Archäologe findet Schatz

© Foto: MOZ/Henning Kraudzun
Ines Rath / 07.01.2016, 22:00 Uhr
Lebus (MOZ) Ein Lebuser Hobby-Archäologe hat an den Oderhängen zwischen Frankfurt und Lebus (Märkisch-Oderland) Brandenburgs größten Silber-Münzschatz aus der Slawenzeit entdeckt. Am 22. Januar soll er im Lebuser Museum vorgestellt werden.

Die 1800 Silbermünzen lagen, in grobes Leinen gewickelt, in einem zerbrochenen Tonkrug, nur etwa 30 Zentimeter unter der Erdoberfläche. Der Lebuser Hobby-Archäologe Frank Slawinski hat sie am 3. Oktober 2015 an den Oderhängen entdeckt und den Lebuser Silberschatz gehoben. Zwölf Jahre zuvor war Slawinski bereits am Fund des legendären Lebuser Bronzehortes beteiligt.

Die Silbermünzen, deren Zahl durch Nachsuchen auf mehr als 2000 stieg, stammen aus der späten Slawenzeit. Sie sind etwa 1000 Jahre alt und damit deutlich jünger als der Bronzeschatz. Bei ihnen handelt es sich um sogenannte Sachsen- oder Hochrand-Pfennige. Denn die kleinen Silberlinge haben einen hochgestellten Rand. Sie sind aus unterschiedlichen Herkunftsregionen ins Oderland gelangt.

Die ältesten Exemplare wurden um 960 hergestellt und tragen eine Kölner Prägung, sagt der stolze Finder. Die meisten anderen Münzen seien der Zeit zwischen 1060 und 1090 zuzuordnen und stammten unter anderem aus dem Raum Meißen und Magdeburg. Es soll sich um den größten Münzfund im Land aus dieser Zeit handeln.

Der Fund zeugt von der einstigen Bedeutung der alten Bischofsstadt Lebus vor den Toren Frankfurts: Sie war bis ins frühe Mittelalter der bedeutendste Handels-Knotenpunkt der Oderregion, bevor die Schwesterstadt stromaufwärts ihr den Rang ablief. Der Silberschatz wurde in der Nähe des alten Handelsweges gefunden. Dass der Sensationsfund erst jetzt bekannt wurde, hat vor allem Sicherheitsgründe: Slawinski, der mit Erlaubnis des Landesamtes für Denkmalpflege mit einer Metallsonde auf archäologischer Suche ist, hatte die Silbermünzen geborgen, um sie dem Zugriff von Schatzräubern zu entziehen. Eine Zeitlang bewahrte er die Sachsenpfennige bei sich zu Hause auf, reinigte sie grob und nahm eine erste Bestimmung vor.

Alles Weitere ist Sache der Experten des Landesamts. In deren Depots in Wünsdorf lagern die Münzen aus Lebus inzwischen. Doch für einen Tag wird der Silberschatz noch einmal nach Lebus zurückkehren: Am 22. Januar soll er der interessierten Öffentlichkeit im Museum "Haus Lebuser Land" präsentiert werden - im Vorfeld des Neujahrsempfangs des Heimatvereins Lebus. Er ist der Betreiber des Heimatmuseums in der historischen Altstadt. Im Museum sind auch einige Repliken des Bronzeschatzes vom Lebuser Schlossberg zu sehen. Und ein Modell der Bischofsburg, deren nachgebildete Umrisse aus Stahl seit dem vorigen Jahr auf dem Schlossberg zu begehen sind.(Seite 3)

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