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Familiäres Treiben auf der Spree

Jörg Kotterba / 28.03.2016, 19:15 Uhr - Aktualisiert 28.03.2016, 20:26
Erkner/Neu Zittau (MOZ) 150 Teilnehmer im Wasser, 80 Helfer von THW bis Feuerwehr und Hunderte von Zuschauern am Ufer: Das 19. Spreetreiben des Erkneraner Schwimm- und Tauchvereins Biber von Neu Zittau zum städtischen Strandbad am Dämeritzsee wurde am Ostersonnabend zum wahren Volksfest. Auch dank des herrlichen Sonnenscheins.

Legen zwei Biber den Osterhasen lahm? Heike Wagner muss schmunzeln. Und nickt. Sie und Jaqueline Seliger, beide Mitglieder des Schwimm- und Tauchvereins Biber Erkner, schlüpfen an diesem Sonnabend erstmals in Neu Zittau, beim turbulenten, lauten, viel bejubelten Spreetreiben-Start, in ihre Biberkostüme. Sie winken den annähernd 400 Zuschauern auf und unterhalb der Brücke Spreebordstraße zu, lassen sich von Hobby- und Profifotografen ablichten und kokettieren für manche Fernseh- und Videokameras, darunter jener von MOZ-Online.

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Spreetreiben in Erkner

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"Ich bin so stolz, wieder dabei zu sein", erzählt Heike Wagner schon bei Vormittagstreff im Strandbad Erkner. Auch Ehemann Norbert gehört zum Verein. "Er ist heute für die Ausgabe Neoprenanzügen verantwortlich. Die Spree ist bibbernde acht Grad kalt." Warum sie und ihr Norbert seit Jahren auch im Verein vereint sind? "Wir sind eine Familie, eine 34-köpfige", antwortet die Frau spontan. Der 4,8 Kilometer lange Zug stromabwärts Richtung Erkner mit bunt geschmückten Booten, Flößen und anderen Wasser tauglichen, oft selbstgebastelten kuriosen Schwimmhilfen sei der Jahresauftakt ihres Vereins.

"Egal, ob Erster oder Letzter - alle Teilnehmer erhalten am Ziel eine Medaille. Und die Führer der interessantesten Gefährte einen Preis in Form eines kleinen Baumstammes mit Biberspuren", sagt Enrico Bathke. Der 43-jährige Polizeihauptkommissar ist seit zwei Jahren Vorsitzender des Schwimm- und Tauchvereins Biber. Für den Namen habe man sich 1999 bei der Gründung entschieden, "weil der in Erkner zeitweilig lebende Gerhard Hauptmann hier die Novelle ,Der Biberpelz' schrieb." Verlässliche Partner habe er und sein Team wieder in Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren aus Erkner, Grünheide, Woltersdorf und Schöneiche und des Technischen Hilfswerks (THW) Fürstenwalde gefunden.

Das Wort "Familie" nimmt auch THW-Gruppenführer Jürgen Nickel in den Mund. "Wir halten zusammen. Heute sind wir mit sieben Mitstreitern zum siebenten Mal dabei und sichern das Fest auf dem Wasserweg und hier im Standbad Erkner ab", erklärt der 41-Jährige. Mit dabei ist Boots- und Truppführer Michael Schwarzer. Seine Crew begleitet im sogenannten Mehrzweckarbeitsboot das Spreetreiben - vorausahnend, dass ein halbes Dutzend Wasserratten den Begriff Treiben zu wörtlich nimmt. Sie steigen mit Alkoholproblemen aus. In Höhe der Erkneraner Siedlung "Neuseeland" angelt Michael Schwarzer ein junges Mädchen wegen Unterkühlung aus dem Wasser. Ein kurzer Funkkontakt, schon ist ein Schlauchboot-Flitzer der Feuerwehr Grünheide zur Stelle. Die vor Kälte zitternde Frau wird über den Dämeritzsee zum wartenden Mediziner am Strandbad Erkner transportiert. Die Organisation, die Kommunikation - alles klappt an dem Nachmittag perfekt.

Claudia Baron hat am Wassergrundstück Zur Buhne 21 den Rettungseinsatz beobachtet. Quasi als Dankeschön ruft sie das THW-Team ans Ufer und reicht leckeren Blechkuchen. Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Truppführer Michael Schwarzer.

In der lustigen Menge fällt ein Mann auf, der mit einem Delfin aus Gummi und Luft auf dem der Spree unterwegs ist - Thomas Kühn. Der Erkneraner, ein Stammgast beim Spreetreiben, hält sich in Nähe des Biber-Vereinsfloßes auf, wo heiße Hits durch die Lautsprecher dröhnen. Und wieder fällt das Wort Familie. "In habe zum zweiten Mal mein Sohn Theo mitmacht. Und auch meine Freunde Steffen Gündel und René Russow sind dabei."

Wie die beiden Biber auf der Burg winkt er den Schaulustigen zu, die besonders in Höhe Schützenwäldchen und am Spreeeck, also in Neuseeland, zu Dutzenden stehen. "Das Spreetreiben ist ein tolles Event, das so richtig Spaß auf den Frühling macht."

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