Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Die Biesenthaler Schäferin Carina Vogel stellt die Kunst des Spinnens vor

Die reichhaltige Welt der Schafe

Am feinen Faden: Schäferin Carina Vogel zeigt den Kindern David (10) und Lea (6) aus Wandlitz, wie an einem Spinnrad gearbeitet wird.
Am feinen Faden: Schäferin Carina Vogel zeigt den Kindern David (10) und Lea (6) aus Wandlitz, wie an einem Spinnrad gearbeitet wird. © Foto: Rudi Meitner
Olav Schröder / 13.06.2016, 05:15 Uhr
Wandlitz (MOZ) Zahlreiche Bauernhöfe und Hofläden haben sich am Wochenende an der Brandenburger Landpartie beteiligt. Mit der Schäferei "Schöne Schafe" aus Biesenthal von Carina Vogel war auch ein Nischenvertreter mit von der Partie, der einige Schafrassen und die vielfältigen Möglichkeiten der Nutztierhaltung auf der Wiese am Barnim-Panorama in Wandlitz vorstellte. Als Schwerpunkt widmete sich Carina Vogel einer alten Handwerkskunst, dem Spinnen.

Sie zeigte, wie Rohwolle von Schafen schrittweise in strickfertige Wolle verarbeitet werden kann. Kinder hatten ihre Freude daran, Spinnrad und Spindel in Aktion kennenzulernen. Sie erfuhren aber auch, dass in früheren Zeiten ihre damaligen Altersgenossen bei der Vorbereitung des Spinnens helfen mussten. Ihnen kam die ziemlich anstrengende Aufgabe zu, die Wolle zu kämmen. Dabei wurden nicht nur kleine Strohteilchen aus der Wolle entfernt, sondern vor allem die geschorenen Wollhaare gleichmäßig ausgerichtet, erläutert die Schäferin. So sei es erst möglich, Haare beim Spinnen gleichmäßig zu verdrehen und zu verzwirbeln. "Dabei entsteht ganz feines, stabiles Garn, das nicht reißt", sagte Carina Vogel.

Dass die Bearbeitung der Rohwolle ein vielseitiger Prozess ist, interessierte vor allem die Eltern der Kinder. Das Waschen der Rohwolle dient nicht allein der Entfernung von grobem Schmutz. "Das Wollfett wird in dem heißen Wasser ebenfalls ausgespült", sagt Carina Vogel. Da es viele Vitamine enthält, helfe es auch als Heilmittel gegen rheumatische Beschwerden und bei kleinen Wunden. Doch nicht nur das. Das trübe bis braune Wasser, das nach dem Waschen übrig bleibt eigne sich als eine Art Jauche auch als Dünger für das Gießwasser von Gartenpflanzen.

Wer selbst ein Schaf halten will, weil es beispielsweise große Rasenflächen kurz hält, sollte sich dies allerdings genau überlegen, lautet der Tipp der Schäferin. Zum einen fühlen sich Schafe allein nicht wohl. Mindestens zwei, besser Kleingruppen mit drei oder vier Tieren sollten es schon sein. Außerdem ist eine tägliche Pflege erforderlich. "Nur etwas Wasser hinstellen reicht nicht aus." Abgesehen davon sei die Haltung von Schafen äußerst abwechslungsreich. Sie seien entgegen der landläufigen Meinung intelligent und entwickelten wie andere Haustiere unterschiedliche Charaktere: vom ruhigen, sanften Tier bis zum temperamentvollen und fordernden Bock mit Herrschaftsanspruch.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG