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Festes Dach statt Abhängen im Stadtpark

Gelungenes Gemeinschaftwerk. das gesamte Team des "Talent-Campus" vor der mittels Graffiti künstlerisch gestalteten Wand einer Halle am Schulsportplatz - passend mit sportlichen Motiven
Gelungenes Gemeinschaftwerk. das gesamte Team des "Talent-Campus" vor der mittels Graffiti künstlerisch gestalteten Wand einer Halle am Schulsportplatz - passend mit sportlichen Motiven © Foto: privat
Franziska Gunia (18) und Thomas Berger / 13.09.2016, 06:44 Uhr - Aktualisiert 13.09.2016, 18:55
Müncheberg (MOZ) Dieser Tage wurde in Müncheberg Einweihung des neuen Jugendtreffs im ehemaligen Heimattiergarten gefeiert. Präsentiert wurden dabei auch die Ergebnisse vom großen Graffiti-Projekt der Volkshochschulen, das in der letzten Ferienwoche stattfand.

Graffiti haben im Laufe der Zeit eine atemberaubende Verwandlung hingelegt. Lange war es unterschätzt und missverstanden, galt oft sogar als Vandalismus. Doch mittlerweile ist es geschafft: Graffiti ist Kunst. Das man mit dieser Kunst Leute bewegen und erreichen kann, haben auch Felix Seliger-Büssow und Dominique Schwarz verstanden und die Leidenschaft zum Beruf gemacht. Die beiden Künstler haben im Rahmen des "Talent Campus", ein von der Volkshochschule Märkisch-Oderland ins Leben gerufenes Projekt, versucht, ihre Erfahrungen weiterzugeben.

Sein Debüt fand "Talent Campus" schon 2015 in Neuenhagen, am Jugendhaus Blaupause. Diesmal war das Ziel die Neugestaltung der Mauer am Sportplatz der Müncheberger Oberschule. Am letzten Ferienmontag startete das nun von den Volkshochschulen MOL und Müncheberg gemeinsam getragene Projekt mit knapp 20 Teilnehmern, welche in Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeiterin geworben und in einem anschließenden Schnupperkurs vorbereitet wurden.

Die Ergebnisse des fünftägigen Wirkens im Projekt wurden bei der Eröffnung des neuen Jugendclubs am letzten Ferientag vorgestellt. Tags darauf gab es noch ein Treffen, bei dem in mühevoller Kleinstarbeit ein jeder sein personalisiertes Graffito entwerfen konnte. Der große, zum Ambiente passende Schriftzug "Sport" wurde nach und nach an die Wand gebracht, wobei die Liebe zum Detail alle beschäftigte - sei es Schattensetzung oder die Gestaltung des sportlich aktiven Hintergrundes. Dabei legten die Workshopleiter Dominique Schwarz und Felix Seliger-Büssow besonderes Augenmerk darauf, die Teilnehmer selbstständig arbeiten zu lassen. Immer wieder gaben sie zwar Anregungen, Tipps und Hilfestellungen - aber die Hauptarbeit ließen sie den Jugendlichen. In dieser lockeren Lernatmosphäre hatten alle Spaß, am Ende der Woche blickten sie mit Stolz auf ihr gemeinsames Werk.

Stolz sind auch alle auf den Klubtreff, der nun im Gebäude des ehemaligen Heimattiergartens sein Domizil hat. Die neuen Nutzer hatten extra das unmittelbare Umfeld von Müll befreit und sogar die Fläche geharkt. Ausdrücklich bedankte sich Bürgermeisterin Uta Barkusky dafür, dass die Jugendlichen Eigeninitiative gezeigt, "in offensiven Gesprächen auf uns zugegangen sind", so dass im Dialog mit den Verantwortlichen der Stadt schließlich diese räumliche Lösung gefunden wurde. "Die Stadtverordneten haben es alle begrüßt und werden es weiter mit begleiten", betonte Uta Barkusky, die ankündigte, persönlich öfter vorbeizuschauen. Und drei Wünsche äußerte: Erstens, das Haus mit seinen vielen Fenstern nicht verdunkeln - "ihr habt ja nichts zu verbergen". Zweitens, ein Generationshaus daraus zu machen, selbst die künftigen Nutzer nachzuziehen, damit es sich als Treffpunkt der Jugend weiter entwickle. Und drittens, besonders als Aufforderung formuliert, auch das umliegende Gelände in Besitz zu nehmen und etwas daraus zu machen.

Während die Bürgermeisterin, Frank Fiedler von der Stiftung SPI als Träger der Jugendarbeit in der Stadt und Sozialarbeiterin Karen Bida Sachgeschenke für die Einrichtung mitgebracht hatten, übergab Reinhold Roth namens des Ortsbeirates einen Gutschein über 500 Euro, um diese Summe ebenfalls für bisher fehlende technische Ausstattung einzusetzen. Auch Fiedler äußerte seine Freude, dass alles relativ kurzfristig geklappt habe. Ein Klubbetreuer, über SPI angestellt, nimmt Mitte des Monats die Arbeit auf. Zudem seien schon Mittel teils beschafft, teils beantragt, um inhaltliche Arbeit mit Projekten rund um Medienkonsum, Graffiti, Umweltthemen und mehr zu ermöglichen. Für den siebenköpfigen Klubrat ergriff Robin Jaquet das Wort, der schon federführend bei den Gesprächen im Rathaus mit am Tisch gesessen hatte. Er rief in Erinnerung, dass von den 6800 Münchebergern 850 in die Altersgruppe 16 bis 24 Jahre fallen. Die gute Oberschule sei das eine - doch nach dem Unterricht gebe es nun endlich ein festes Dach statt der Treffen im Stadtpark wie bisher.

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