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Pflegekräfte dringend gesucht

Nach dem Gespräch gibt es noch ein Erinnerungsfoto an den Besuch von Britta Müller.
Nach dem Gespräch gibt es noch ein Erinnerungsfoto an den Besuch von Britta Müller. © Foto: MOZ/Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 10.10.2016, 19:00 Uhr
Biesenthal (MOZ) Die Gesundheit im weitesten Sinne stand am Montag im Mittelpunkt der Wahlkreis-Tour von Britta Müller im Amt Biesenthal-Barnim. Erste Station der SPD-Landtagsabgeordneten war am Vormittag die Pro Seniore Residenz Am Wukensee. Müller wurde dabei von Amtsdirektor André Nedlin begleitet.

"Rund 15 000 Fachkräfte im Pflegebereich werden in den nächsten Jahren in Brandenburg fehlen. Es muss uns also gelingen, neue Arbeitnehmer zu gewinnen, so die gesundheitspolitische Sprecherin der sozialdemokratischen Landtagsfraktion.

Den Besuch in der Einrichtung am Rande der Stadt hatte sich Müller bewusst vorgenommen. Dort wurde nämlich im Juli mit einem besonderen Projekt - der Ausbildung von Vietnamesen zum staatlich anerkannten Altenpfleger - begonnen. Vier junge Menschen sind bereits seit dem Sommer in Biesenthal, zwei weitere Frauen kamen am 1. Oktober hinzu.

"Alle sind von den Mitarbeitern und unseren Bewohnern freundlich aufgenommen worden", berichtete Leiter Thomas Korbjuhn. Die Amtsverwaltung hatte unbürokratisch zwei Drei-Raum-Wohnungen bereitgestellt, die Ausstattung spendeten die Beschäftigten. Die Miete sowie weitere Unterhaltungskosten übernimmt das Unternehmen.

Auch die Auszubildenden, freundlich und durchaus Optimismus ausstrahlend, stellten sich teilweise noch in gebrochenem Deutsch dem Gast vor. "Uns macht die Ausbildung hier sehr viel Spaß", versicherte Van Toan Le.

Bis 2019 werden sie ihre Ausbildung absolvieren. Die theoretische Ausbildung erfolgt dabei in der Medizinisch-Sozialen Akademie (MeSo) Eberswalde. Immer samstags gibt es Deutsch- Unterricht und Unterstützung durch eine Logopädin.

Korbjuhn freute sich über die sechs ausländischen Auszubildenen ("Ich hatte seit drei Jahren keine einzige deutsche Bewerbung mehr"), kritisierte aber auch bürokratische Hemmnisse. "Das war schon sein sehr aufwändiges Verfahren", so der Einrichtungsleiter. Ein weiteres Problem: Durch die Ausbildungsumlage erhöhen sich die Kosten für die Bewohner. "Dadurch verschlechtert sich unsere Position am Markt", so Korbjuhn.

Die Landtagsabgeordnete kündigte an, dass Brandenburg künftig die Ausbildung von 100 Altenpflegehelfern bezahlen wird. Rund 400 000 Euro sollen dafür im nächsten Haushaltsjahr eingestellt werden, so Müller. Die einjährige Ausbildung sei vor allem für Hauptschüler geeignet.

Am Nachmittag besuchte die Sozialdemokratin die TZMO Deutschland GmbH, das E-Bike-Unternehmen HNF sowie den Hofladen von Babette Hübner in Danewitz.

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