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Lobeshymnen auf "Mythos Europa"

Sven Klamann / 06.11.2016, 18:45 Uhr
Eberswalde (MOZ) Bei der Finissage der Ausstellung "Mythos Europa" haben die Künstlerin Antoinette und der Projektmanager Thomas Hampel am Sonnabend erstmals von ihrem gescheiterten Vorhaben berichtet, in Eberswalde eine dauerhafte Kunsthalle zu errichten.

Die Galerie auf Zeit, in der seit dem 10. September auf zwei Etagen des Zentrums für erneuerbare Energien an der Brunnenstraße 26 an die 100 zumeist großflächige Gemälde zu sehen waren, haben alles in allem fast 3000 Besucher besichtigt. Dieser Erfolg und der Umstand, dass im an Einträgen proppevollen Gästebuch Lob, Anerkennung und Bewunderung für die Schau überwiegen, waren für Antoinette und Thomas Hampel der Anlass, am letzten Tag der Ausstellung eine aufsehenerregende Neuigkeit zu verkünden.

"Mythos Europa hat eine Vorgeschichte, die durch uns bisher noch nie öffentlich kommuniziert wurde", sagte der Projektmanager. Der Kern der Ausstellung gehe auf die Idee zurück, in Eberswalde eine permanente Kunsthalle für gegenständliche Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert zu schaffen. Dafür habe es sogar ein Projektteam gegeben, dem der ehemalige Sparkassendirektor Josef Keil und der inzwischen verstorbene Architekt Thomas Winkelbauer angehört hätten, der auch in der Barnimer Kreisstadt viele Spuren hinterlassen habe - zum Beispiel das Zentrum für erneuerbare Energien. "Für die Kunsthalle wollten wir eine Stiftung gründen, in die Antoinette einen Großteil ihrer Werke eingebracht hätte", teilte Thomas Hampel mit. Als Ort wäre der ehemalige IFA-Salon an der Breiten Straße die erste und einzige Wahl gewesen.

"Dieses Vorhaben war der eigentliche Grund, warum ich gegenüber meine Stadtmalerei eröffnet habe", verriet Antoinette. Dort sollte schließlich das Baubüro untergebracht werden. Doch die Pläne hätten sich zerschlagen, obwohl die Stadt Eberswalde in ihrer selbstgewählten Rolle als Ermöglicherin von Kunst alles versucht habe, fügte die Künstlerin hinzu.

Weshalb aus der Kunsthallen-Idee nichts geworden sei, wollte eine Besucherin der Finissage wissen. Die Antwort kam von Eberswaldes Kulturdezernent Bellay Gatzlaff. "Die Preisvorstellungen des Alteigentümers der Immobilie waren zu hoch", sagte der Vertreter der Rathausspitze, der die Ausstellung "Mythos Europa" als Beweis dafür bezeichnete, dass die bildende Kunst, die in Eberswalde unterrepräsentiert sei, hier durchaus ihr Publikum fände. "Die Kritik daran, dass wir die Schau im Zentrum für erneuerbare Energien mit 18 000 Euro aus dem Stadthaushalt gefördert haben, wird angesichts der fast 3000 Besucher in nur acht Wochen hoffentlich verstummen", sagte der Kulturdezernat. Das Eberswalder Museum, das die Stadt pro Jahr 300 000 Euro koste und von Januar bis Dezember geöffnet habe, ziehe 5000 Besucher an.

Die Suche nach einem anderen Standort für die durch eine Stiftung geführte permanente Kunsthalle habe sich erledigt, räumte Thomas Hampel, der künstlerische und private Partner von Antoinette, bei der Finissage ein. "Zwischen 2013 und 2015 gab es im Bundesland Brandenburg ein Zeitfenster, in dem die Zuständigkeiten für bildende Kunst neugeordnet wurden", erklärte der Projektmanager von "Mythos Europa". Inzwischen würden von der Landesregierung die Standorte Beeskow, Frankfurt (Oder) und Cottbus anerkannt.

Wie es mit der Schau "Mythos Europa" weitergeht, ist offen. "Es gibt erste Anfragen, aber noch keine neuen Ausstellungsorte", sagte der Projektmanager.

"Mythos Europa - Mythos Antoinette. Kunst, die Fragen aufwirft und Emotionen weckt - und den Eberswaldern weite Blicke über den Tellerrand gestattet", hat Wilhelm-Günther Vahrson, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung, ins Gästebuch geschrieben.

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