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Verein Schloss Trebnitz saniert denkmalgeschützten Klinkerbau / Er wird Domizil des Gustav-Seitz-Zentrums

Neuer Glanz für altes Waschhaus

Schon jetzt ein Blickfang: Das einstige Waschhaus mit dem Stufengiebel stand Jahre leer. Bis September 2017 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
Schon jetzt ein Blickfang: Das einstige Waschhaus mit dem Stufengiebel stand Jahre leer. Bis September 2017 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. © Foto: MOZ/Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 21.12.2016, 18:16 Uhr
Trebnitz (MOZ) Die Kommune erhält ein weiteres architektonisches Kleinod zurück. Der Verein Bildungs- und Begegnungsstätte Schloß Trebnitz saniert das einstige Waschhaus. Es wird Domizil des Gustav- Seitz-Zentrums.

Vor wenigen Wochen war er noch fast versteckt - der rote Ziegelbau mit Stufengiebel und Satteldach an der Einfahrt zum Schloss. Direkt neben dem Gebäude standen bis vor kurzem drei alte Garagen mit typischem DDR-Rauputz. Sie verdeckten die Sicht auf das Gebäude, das etwa 1870 errichtet worden sein dürfte. Unterlagen oder Zeichnungen gibt es nicht mehr. Zu jener Zeit wurde nachweislich das benachbarte Inspektorenhaus errichtet - noch vor der Umgestaltung des Schlosses in seiner jetzigen Struktur.

Nach der Wende hatte die einst selbstständige Gemeinde Trebnitz in einem Teil des Klinkerbaus noch einen Jugendklub eingerichtet. Doch der schloss bald. Das Haus stand seit dem leer und verfiel zusehens. Die Stadt Müncheberg, deren Ortsteil Trebnitz seit 2002 ist, sah sich zu keinem Zeitpunkt in der Lage, das Gebäude zu sanieren. Der Schloss-Verein erwarb es, um es als Teil des Ensembles wieder herzurichten. Wohl wissend, dass damit die Denkmalschutzbehörde mit am Planungstisch sitzen würde. Das einstige Waschhaus ist sogar innerhalb des Gesamtensembles "Schloss Trebnitz" noch zusätzlich als Einzeldenkmal ausgewiesen. "Wir haben jedoch mit den Planern eine gute Lösung gefunden", sagt Einrichtungsleiter Darius Müller dankbar. Partner beim Bau und der Finanzierung ist die in Hamburg ansässige Gustav Seitz Stiftung. Die will 2017 in Trebnitz ein Gustav-Seitz-Zentrum einrichten. Das soll im alten Waschhaus sein Domizil haben. Schon jetzt gibt es im Obergeschoss der 2015 ebenfalls vom Schlossverein sanierten Remise mit Dorfladen eine Ausstellung mit Werken des renommierten Künstlers, der zu den bedeutendsten Bildhauern der Nachkriegszeit gehört. "Wir wollen das Zentrum für unsere internationale Projektarbeit sowohl im künstlerischen als auch kreativen Bereich mit nutzen", erklärt Müller. Ein Vorhaben, das auch die Förderstelle überzeugte. 604 000 Euro sind für die Sanierung veranschlagt, 400 000 Euro kommen aus Leadermitteln.

Im September haben die Arbeiten begonnen. Mittlerweile ist ein neues Dach auf dem Waschhaus - mit Biberschwänzen. Auch ein Teil des Mauerwerkes wurde schon neu verfugt, lässt den alten Charme erahnen. Neue Fenster und Türen sind eingebaut. Derzeit realisiert die Müncheberger Firma Uwe Mittag mit weiteren Subunternehmen den Innenausbau. Im Untergeschoss entsteht der künftige Ausstellungsraum. Um eine Lichtdurchflutung zu sichern, wurden Teile der preußischen Kappendecke - die ansonsten original erhalten bleibt - herausgenommen. Auch Sanitäranlagen und eine Teeküche entstehen. Im Obergeschoss wird das Archiv des Zentrums, unter anderem für die rund 3000 Originalzeichnungen von Seitz sowie unzählige Gipsmodelle für Köpfe Prominenter, die Seitz in Bronze gießen ließ, untergebracht. Zudem ist ein kleines Büro geplant. Zum 11. September 2017, dem 101. Geburtstag von Gustav Seitz, soll das alte Waschhaus im neuen Glanz eingeweiht werden.

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