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Das lange Warten auf den Radweg

Autos dürfen nur 70 Kilometer pro Stunde fahren, ein Radweg fehlt allerdings noch.
Autos dürfen nur 70 Kilometer pro Stunde fahren, ein Radweg fehlt allerdings noch. © Foto: MOZ/Kai-Uwe Krakau
Kai-Uwe Krakau / 11.01.2017, 07:55 Uhr
Ahrensfelde (MOZ) Ein Radweg zwischen Mehrow und Ahrensfelde lässt weiter auf sich warten - derzeit wird jedoch der Bedarf ermittelt.

Den Wunsch, eine sichere Verbindung für Radfahrer zwischen den beiden Ortsteilen zu schaffen, gibt es schon lange. Wer auf der Landesstraße 339, die schließlich nach Hönow im Nachbarkreis Märkisch Oderland führt, unterwegs ist, lebt gefährlich. Von nicht wenigen Autofahrern wird sie mitunter als "Rennpiste" betrachtet. Dieser Umstand rief vor einigen Jahren bereits die Bürgerinitiative "Verkehrssicherheit in Eiche" auf den Plan. Sie hatte sich unter Berufung auf den sogenannten Alleen-Erlass unter anderem an das damalige brandenburgische Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft gewandt und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem Abschnitt gefordert. Die Straße werde von vielen Radfahrern und Fußgängern benutzt beziehungsweise gequert, hieß es damals. Entsprechende Wege gebe es aber nicht. Die Initiative verwies zudem auf Verkehrszählungen, die ein hohes Verkehrsaufkommen nachgewiesen hätten. Es bestünden daher erhebliche Gefahren. Auch passierten immer wieder schwere Unfälle, so die Initiative.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Kilometer pro Stunde wurde inzwischen angeordnet, auch eine Querungshilfe in der Ortslage Hoheneiche gibt es nun für Fußgänger. Ein Radweg zwischen Ahrensfelde und Mehrow fehlt jedoch.

In einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung hat sich der Landtagsabgeordnete Péter Vida (BVB/Freie Wähler) nun des Themas angenommen. Er verweist in seiner Vorbemerkung darauf, dass ein Radweg-Projekt in den vergangenen Jahren "ständig rang- und zeitverschoben in Investitionslisten des Landes aufgenommen wurde". Ende 2000 sei dann die Planungsreife des Vorhabens erreicht gewesen. Eine Umsetzung wurde vom Landesbetrieb Straßenwesen für 2015 für denkbar gehalten. Passiert sei aber nichts, so der Bernauer.

Infrastrukturministerin Kathrin Schneider betont in ihrer Antwort, dass die Haushaltsmittel für die Planung von Radwegen nach Kriterien, wie insbesondere das Verkehrsaufkommen, vergeben werden. Da nach dieser Priorisierung anderen Projekten der Vorrang eingeräumt wurde, sei die Planung für den Radweg Ahrensfelde - Mehrow ausgesetzt und bisher nicht wieder aufgenommen worden. Derzeit erfolge aber eine Überarbeitung der Bedarfsermittlung, so Schneider weiter. Diese sei aber noch nicht abgeschlossen. "Deshalb kann zur Einordnung des Radwegs an der Landesstraße 339 und einer möglichen Umsetzung keine Aussage getroffen werden", so die Ressort-Chefin. Nach Angaben des Ministeriums weist die Straße im Landesdurchschnitt ein vergleichsweise geringes Verkehrsaufkommen von 2733 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden auf. Die letzte offizielle Verkehrszählung fand im Jahr 2010 statt. Die Radfahrer seien dabei nicht gesondert erfasst worden. Eine weitere Erhebung hat es nach Ministeriumsangaben im Jahr 2015 gegeben. Sie befinde sich noch in der Auswertung, hieß es.

Auf Nachfrage von Vida heißt es aus Potsdam, dass bauliche Randbedingungen wie Fahrbahnbreite und -zustand bei der Ermittlung des Radwegebedarfs nicht vorrangig berücksichtigt werden. Schwerpunktkriterien seien vielmehr die Funktion und das mögliche Verlagerungspotenzial von Kfz-Fahrten auf den Radweg. Eine funktionale Priorität besäßen dabei vor allem die Schulwegsicherung, die Verbesserung der Stadt-Umland-Beziehungen sowie Lückenschlüsse zur Unterstützung von Mobilitätsketten.

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