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Schüler der Grundschule Am Botanischen Garten bewähren sich bei der Erste-Hilfe-Ausbildung mit dem Verein Pépinière

Druckverbände, stabile Seitenlage und Reanimation

Voller Einsatz im Klassenzimmer: Die Grundschüler legen sich gegenseitig Verbände an
Voller Einsatz im Klassenzimmer: Die Grundschüler legen sich gegenseitig Verbände an © Foto: Philipp Humbsch
Philipp Humbsch / 21.07.2017, 06:24 Uhr - Aktualisiert 21.07.2017, 14:08
Frankfurt (Oder) (MOZ) Es ist die letzte Schulwoche vor dem Beginn der Sommerferien, doch die Drittklässler der Grundschule Am Botanischen Garten sind hochkonzentriert. Anne Nasert, die im achten Semester Medizin an der Charité studiert, erklärt den Kindern, wie stark blutende Wunden versorgt werden: "Ihr müsst die Mullbinden eingepackt lassen, wenn ihr einen Druckverband machen wollt." Empfohlen wird Erste-Hilfe-Unterricht erst ab der siebten Klasse - ein Irrtum, wie die Studentin findet. "Grundschüler können die wichtigen Techniken auch lernen. Je früher man damit anfängt, und je öfter das dann wiederholt wird, desto besser", sagt sie.

"Jeder kann ein Held sein" lautet der Titel des Projektes, bei dem Mitglieder und Freunde des Vereins Pépinière in drei Tagen die Erste-Hilfe-Ausbildung für die kompletten Grundschule mit ihren 300 Schülern in 14 Klassen vermitteln. Unterstützt wird das Projekt durch die Unfallkasse Brandenburg. Um jede Klasse kümmert sich ein Ausbilder. Das sind Krankenpfleger aus dem Frankfurter Klinikum, Rettungsdienstmitarbeiter aus dem Landkreis Oder-Spree und Medizinstudenten der Berliner Charité. Sie zeigen den Kindern an Übungspuppen, wie Reanimation funktioniert, was eine stabile Seitenlage ist und wie Verbände angelegt werden. Sie geben Hinweise, bewerten die Mühen der Kinder, erklären, zeigen und beantworten unzählige Fragen. Auch die Polizei und die Freiwillige Feuerwehr sind vor Ort, um sich und ihre Arbeit vorzustellen. Die Grundschüler sind von der Aktion begeistert. "Wir denken dass die Kinder viel mitnehmen können und wollen versuchen, die Aktion in zwei Jahren bei uns zu wiederholen", sagt Schulleiterin Susann Rehberg.

Die Ausbildung ist für Schüler und Schulen kostenlos. Finanziert wird die Initiative allein durch Spenden, Preisgelder sowie durch die Mitgliedsbeiträge der Berliner Studenten, die den Verein Pépinière gegründet haben. Mithilfe von Sponsoren wie der Renate-Günther Stiftung, die dem Verein 1200 Euro zur Verfügung stellte, konnte ein umfangreicher Materialpool aufgebaut werden, der mittlerweile auch mehr als 100 Reanimationspuppen umfasst.

Erst im Juni hat der Pépinière mit der Aktion "Jeder kann ein Held sein" an der Europa-Universität Viadrina einen Weltrekord in der Laien-Reanimation aufgestellt, als Studenten aus 32 Nationen 90 Übungspuppen reanimierten. Mit ihrer neuen Initiative "Lernen-lehren-helfen" sollen noch mehr Grundschüler erreicht werden. Zudem will der Verein auch etablierten Hilfsorganisationen mit Material bei der Durchführung ähnlicher Projekte helfen.

Weitere Informationen zur Initiative gibt es auf Facebook unter https://www.facebook.com/dieHeldenmacher.

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