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Widerstand gegen Neubau in Brechts Garten

Besuchermagnet: Es gibt Streit um die Neugestaltung des Brechthauses samt Garten in Buckow.
Besuchermagnet: Es gibt Streit um die Neugestaltung des Brechthauses samt Garten in Buckow. © Foto: MOZ
Ulrich Thiessen / 21.03.2017, 08:45 Uhr
Potsdam (MOZ) Der geplante Neubau eines Empfangsgebäudes auf dem Gelände des Brecht-Weigel-Hauses in Buckow stößt auf Widerstand. Der Denkmalbeirat des Landes hat in einem Schreiben an den Landkreis Märkisch-Oderland als Betreiber des Museums um eine erneute Prüfung des Vorhabens gebeten. Das beratende Expertengremium der Landesregierung unter Vorsitz des früheren Verkehrsministers Reinhold Dellmann (SPD) empfiehlt noch einmal Alternativen zu prüfen.

Die oberste brandenburgische Denkmalbehörde hatte sich ebenfalls gegen den Bau eines Pavillons für Sanitäranlagen, Ticketverkauf und Veranstaltungen im geschützten Garten des Brechtschen Sommerhauses ausgesprochen. Im Konflikt zwischen Landkreis und Landesdenkmalamt hatte Kulturministerin Martina Münch (SPD) Ende Januar der Errichtung des Neubaus zugestimmt. Das öffentliche Interesse an der besseren Nutzung des Brecht-Weigel-Hauses überwiege die erhebliche Beeinträchtigung des Gartendenkmals, heißt es in ihrem Genehmigungsschreiben an den Landkreis. Für die nächsten Wochen ist jedoch noch einmal ein Vororttermin mit Münch, dem Denkmalbeirat und Landrat Gernot Schmidt (SPD) vorgesehen, hieß es am Montag aus dem Kulturministerium.

Inzwischen hat sich die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), zu Wort gemeldet. Sie hat Münch um einen Sachstandsbericht gebeten. Der Landkreis hatte für den 170 Quadratmeter großen Flachbau mit Zuschüssen aus dem Hause Grütters gerechnet. Landeskonservator Thomas Drachenberg kritisiert, dass der geplante Bau größer ist als das Brechthaus. Außerdem spiele der Garten im Schaffen des Dichters eine explizite Rolle und sei besonders schützenswert.

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Hildegard Vera Kaethner 22.03.2017 - 08:39:31

Denkmalschutz-Brecht-Weigel Landsitz

Sehr geehrter Herr Isenhagen, man könnte tatsächlich auf die Idee kommen, dass eine Abneigung gegen Brecht-Weigel bei dieser MInisterinnenentscheidung eine Rolle spielt. ABER um solche subjektiven Ansichten zu versachlichen, sollten die Verantwortlichen die Fachmeinungen und die Denkmalschutzgesetze beachten und anwenden ! Eine Kulturerbepolitik, die an erster Stelle das Renditedenken setzt, ist völlig unangebracht. Es gilt ein qualitativ-hochwertig museales Konzept, passend zum Erinnerungsort, zu etablieren. Nicht alle Orte in der sog. Provinz sollten mit `tourist-Kaffeebesuchern´ und ` Halligalli `bespasst `werden. Gesellschaft für Kulturgüter im ländlichen Raum, Grünheide ,H.V. Kaethner

Hasso Isenhagen 22.03.2017 - 07:29:21

seien wir doch ehrlich

so richtig mag man doch in diesem Westdeutschland weder Brecht noch Weigel. Intellektuell geduldet aber mehr ist doch nicht drin. Und mit Kaffee und und Kuchen sollen die jetzt auch noch das Geld für ihr Denkmal selber verdienen.

Hildegard Vera Kaethner 21.03.2017 - 14:12:29

Keinen Neubau in das Gartendenkmal Brecht-Weigel in Buckow

Die Gesellschaft für Kulturgüter im ländlichen Raum bat den Petitionsausschuss, dass die von der Ministerin Frau Dr. Münch erteilte Genehmigung für einen Neubau in das historische Gartenensemble Brecht-Weigelhaus zu widerrufen. Wir freuen uns immer, wenn Geld für Denkmalförderung im Land Brandenburg zur Verfügung steht. Dies gilt besonders für die Denkmallandschaft in den ländlichen Räumen.Allerdings gilt die Freude und Akzeptanz über Finanzierungsmittel nur dann, wenn das Geld dem Denkmal hilft und nicht beschädigt. Das Denkmal, der ehemalige Sommersitz von Brecht und Weigel erstreckt sich auf das Atelierhaus, Chauffeur- und Gärtnerhaus mit Seitenflügel und Veranda, Pavillon über Eiskeller und Garagen, Bootshaus, Wasserturm sowie parkartiger Gartenanlage mit Seebalustrade, Brücke, Boots- und Badesteg, Gartenskulpturen, Blumengarten und straßenseitiger Grundstückseinfriedung. Es ist unschwer zu erkennen, dass in dieses sensible Natur-und Gartengelände jeder Neubau dem Schutzauftrag widerspricht. Der Auftrag und Umfang des Schutzes ist in der Charta von Florenz verankert: „Der historische Garten muss in angemessener Umgebung erhalten werden. Jede Veränderung im Umfeld, die das ökologische Gleichgewicht gefährden, muß verboten werden. -Artikel 14 der Charta- Ein Neubau mit WC, Garderobenhaken, Kassen, den Raum für Ausstellungen und Kaffeenischen beschädigt dauerhaft den authentisch-ländlichen Sommersitz des Künstlerpaares Brecht und Weigel. Für Kaffee und Kuchen gibt's viele schöne Gaststätten in Buckow. Das museale Konzept hat sich an dem authentischen Landsitz, als Erinnerungsort an das Dichterpaar, auszurichten. Hildegard Vera Kaethner,21.03.17

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