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Landkreis öffnet Schloss Freienwalde nur für Veranstaltungen / Gespräche mit der Stadt liegen vorerst auf Eis

Tragfähiges Konzept fehlt noch immer

Trostlos: Die Läden des Schlosses Freienwalde sind geschlossen, die Skulpturen im Park eingehaust und die neue Brunnenschale verschmutzt. Ein Anwohner fürchtet um den Bestand des Denkmals.
Trostlos: Die Läden des Schlosses Freienwalde sind geschlossen, die Skulpturen im Park eingehaust und die neue Brunnenschale verschmutzt. Ein Anwohner fürchtet um den Bestand des Denkmals. © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 30.03.2017, 06:40 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Trostlos wirkt das Schloss Freienwalde. Die Läden sind geschlossen, die Skulpturen im Park eingehaust. Ein tragfähiges Konzept können weder der Landkreis als Träger noch die Stadt vorweisen. Deshalb ändert sich vorerst nichts.

"Als besorgter Anwohner verfolge ich das Nicht-Geschehen im Schlosspark. Wir schreiben Ende März, im Kurpark sind die Skulpturen vom Winterschutz befreit. Allein, im Schlosspark tut sich nichts", schreibt MOZ-Leser Lutz Scholz. "Die dortigen Figuren bleiben im ,Häuschen' , der Springbrunnen ruht im Winterschlaf, wie wohl auch Stadt und Landkreis", ärgert sich der Bad Freienwalder. Für ihn sei ein "Skandal", wenn außer Lippenbekenntnissen keine Lösung zustande käme.

Für den Schlosspark sei das Liegenschaftsamt des Landkreises zuständig, sagte Friedemann Hanke (CDU), Erster Beigeordneter des Landkreises. Die Figuren werden sicher bald von ihrer Schutzhülle befreit, ist sich Hanke sicher.

"Wir öffnen das Schloss für Veranstaltungen", versicherte Hanke. Einerseits bereite Reinhard Schmook, Geschäftsführer der Walther-Rathenau -Stift gGmbH die Ausstellung zum 150. Geburtstag Rathenaus vor. Auch der Freundeskreis Schloss Freienwalde trage mit einer Ausstellung, mit Lesungen und anderen Veranstaltungen zur Belebung des Gebäudeensembles im Bad Freienwalder Schlosspark bei. "Die Gebäude sollen nicht permanent geschlossen bleiben", fügte der Erste Beigeordnete hinzu. Eine dauerhafte Nutzung gebe es vorerst nicht. "Wir stehen bei dem gleichen Problem wie bisher", so Hanke. Der Landrat habe zwar Ideen, aber die Umsetzung sei noch nicht zu verwirklichen. Es sei auch nicht Aufgabe einer Verwaltung, Konzepte zu entwickeln, so der Erste Beigeordnete.

Die Gespräche mit der Stadt Bad Freienwalde seien derzeit abgerissen. Angesichts des Engagements der Stadt im Museum Altranft, der Sanierung des Bahnhofs, der alten Post und des Kurtheaters könne sich die Stadt derzeit nicht noch zusätzlich beim Schloss einbringen. Die Forderungen Bad Freienwaldes an Zuschüssen im vergangenen Jahr übersteigen die Ausgaben des Landkreises bei Weitem. Daher habe man sich in Seelow entschieden, das Haus aus eigener Kraft weiterzuführen. "Wir wollen aber nicht die Schuld auf die Stadt schieben", sagte Friedemann Hanke.

Wie die Gedenkstätte für Walther Rathenau im Schloss weitergeführt wird, darüber werde die Walther-Rathenau-Stift gGmbH im Frühjahr verhandeln, kündigte Friedemann Hanke an. Sie wird je zur Hälfte vom Landkreis Märkisch-Oderland und der Walther-Rathenau-Gesellschaft getragen. Der Freundeskreis Schloss Freienwalde sei in diese Gespräche nicht eingebunden.

Die Ausstellung im Schloss Freienwalde ist auf Beschluss des Kreistages Ende vergangenen Jahres geschlossen worden. Grund sind die geringen Einnahmen gegenüber den Ausgaben.Zudem ging Schloss-Kastellan Reinhard Schmook Ende Januar in den Ruhestand, ein Nachfolger war nicht vorgesehen. Der Landkreis sparte seine Stelle ein. Der Historiker bleibt übergangsweise als Geschäftsführer der Walther-Rathenau-Stift gGmbH dem Haus erhalten.

Aufgrund eines Vermächtnisses der Familie Rathenau soll die Gedenkstätte weiter für Besucher geöffnet bleiben. Sie enthält die Ausstellung im Obergeschoss des Schlosses, aber auch das Archiv und die Bibliothek Rathenaus, die im Gärtnerhaus untergebracht sind, wo sich auch die Verwaltung befand.

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