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Gespräche zum Finowkanal gehen weiter

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Sven Klamann / 01.04.2017, 06:50 Uhr
Eberswalde (MOZ) Vor dem für Montag angekündigten nächsten Gespräch mit dem Bund zur eventuellen Übernahme der 13 Finowkanal-Schleusen hat sich Bürgermeister Friedhelm Boginski von der Mitgliederversammlung der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Region Finowkanal (KAG) und von den Fraktionen der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung ein Verhandlungsmandat geholt. Wieder ist über den Arbeitsauftrag an das Stadtoberhaupt, das zugleich als KAG-Vorsitzender in der Pflicht steht, in keinem Gremium öffentlich diskutiert worden. In der Stadtverordnetenversammlung hat Friedhelm Boginski unter dem Tagesordnungspunkt "Informationen aus der Stadtverwaltung" nur gesagt, dass der Finowkanal für die Anrainern und für die Stadtpolitik eine "ganz wichtige Lebensader" sei und dass alles versucht werden müsse, die Schleusen betriebsfähig und die Wasserstraße damit weiter durchgängig befahrbar zu halten. "Alle Beteiligten sind sich zudem einig darüber, dass auch der Landkreis, das Land und der Bund stärker in die Verantwortung genommen werden sollten", betonte der Verhandlungsführer für die Region. Es gelte jetzt, diese Verantwortung genauer zu definieren.

Im weiteren Verlauf der Sitzung spiele das Zukunftsthema schlechthin nur noch eine untergeordnete Rolle, etwa als Karen Oehler (Bündnis 90/Die Grünen) anfragte, ob der Bund noch zu seinem Angebot stehe, auf einen Schlag 75 Millionen Euro bereitzustellen, wenn die Region statt nur die Schleusen den Finowkanal in Gänze übernehme. Und Otto Baaz (Alternatives Wählerbündnis Eberswalde) regte an, dass von Unternehmen aus der Region eine GmbH gegründet werden könnte, um den Kanal zu betreiben. "Sollte die pleite gehen, würde die Wasserstraße einfach an den Bund zurückfallen. Würden aber Kommunen zahlungsunfähig, wäre dies schwieriger", sagte der Volksvertreter. Laut Bürgermeister dürfte die 75-Millionen-Euro-Zusage weiter Bestand haben. Doch sein Verhandlungsauftrag gelte statt der großen eben der kleinen Nummer. "Und meiner Ansicht nach könnten auch Private den Finowkanal übernehmen", betonte das Stadtoberhaupt.

In der Einwohnerfragestunde hatte Albrecht Triller gefordert, dass der Bund seine Zuständigkeit samt der dazu erforderlichen Mittel auf eine zu entwickelnde private Gesellschaft übertragen und die Rahmenbedingungen für eine dauerhafte Nutzung schaffen sollte. "Auf einer solchen Grundlage wird die Unterstützung aller Aktivitäten zur weiteren Entwicklung der Finowkanalregion für alle Anliegergemeinden und engagierten Bürger eine Selbstverständlichkeit sein", urteilte er.

Und Frank Killermann, an der Wasserstraße aktiver Unternehmer und Gründungsmitglied der Initiative Unser Finowkanal, meldete sich mit dem Appell an Stadtpolitik und Rathausspitze zu Wort, sich dafür einzusetzen, dass der Kanal weiter schiffbar bleibt. "Unser aller Zukunft hängt davon ab", sagte er.

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