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Glocke ruft zum Dorf-Geburtstag

Festkonzert zum Jubiläum: Das Salonorchester des Brandenburgischen Konzertorchesters spielte in der Kirche.
Festkonzert zum Jubiläum: Das Salonorchester des Brandenburgischen Konzertorchesters spielte in der Kirche. © Foto: MOZ/Thomas Burkchardt
Viola Petersson / 15.05.2017, 06:40 Uhr
Oderberg (MOZ) "Brasilia wurde vor 60 Jahren erbaut, St. Petersburg wurde vor 300 Jahren errichtet. Und Neuendorf - das wurde 1267 erstmals urkundlich erwähnt." Vor 750 Jahren also. Mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Johannes Reimer am Freitagabend die Neuendorfer und deren Gäste zur Jahrfeier. Der ersten übrigens, wie die Cheforganisatoren Rudolf Hintze, Erich Pietschner und Gerhard Dornfeldt vermuten. Die drei Neuendorfer können sich jedenfalls nicht an eine 700-Jahrfeier erinnern. Und auch in den Unterlagen sowie im Archiv habe sich kein Hinweis darauf gefunden. Dafür habe man 2015 das Jubiläum "400 Jahre Kirchenglocke" gefeiert. Dieses Jubiläum brachte das Trio auch auf die Idee, die Entstehung des heutigen Oderberger Ortsteiles zu begehen.

Und so läutete denn am Freitag die Glocke und rief zur Jahrfeier. Die mit einem Festkonzert in der Wehrkirche eröffnet wurde. Die Neuendorfer hatten das Brandenburgische Konzertorchester aus Eberswalde eingeladen. Dirigent Holger Schella nahm die Gäste, unter ihnen Amtsdirektor Jörg Matthes und Bürgermeisterin Martina Hähnel, mit auf eine musikalische Zeitreise. Kein Streifzug durch 750 Jahre, da hätte das Ensemble mit gregorianischen Gesängen starten müssen, aber mithin eine Reise durch vier Jahrhunderte - vom Frühbarock bis zur Gegenwart. Vergnügliche 90 Minuten dank bekannter Werke, wie dem Ave Maria von Bach, dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Brahms oder Arien aus Webers "Der Freischütz", dank einer Moderation mit humorvollen Elementen und dank der Sopranistin Carola Reichenbach, die das Publikum zu begeistern wusste. Vor allem mit dem Csardas "Hör ich Cymbalklänge" aus Lehars Operette "Zigeunerliebe". Ein temperamentvoller Auftakt für eine nicht minder leidenschaftliche Jahrfeier, die am Samstag ein buntes Fest und am Sonntag einen Dank-Gottesdienst erlebte.

"Das ist das Werk vieler, eine echte Kollektivleistung", sagte Rudolf Hintze, Vorsitzender des Fördervereins Wehrkirche Neuendorf, am Rande. Zahlreiche Mitbürger hätten sich an der Vorbereitung beteiligt. Das "Dorf der Flüchtlinge" sei trotz oder gerade wegen der überschaubaren Größe von 150 Einwohnern eben eine Gemeinschaft. Was sich beispielsweise auch im Förderverein, der Christen und Nichtchristen zusammenführt, widerspiegelt. Pfarrer Johannes Reimer machte noch eine Besonderheit aus: den Hof an der Wehrkirche. Die relativ geschlossene Anlage habe etwas Beschützendes und zugleich Einladendes. Kirche und Förderverein von Neuendorf seien ein Treffpunkt für "alle Menschen guten Willens", so der Pfarrer.

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