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Hannibal bleibt trocken

Tanz auf der Mündeseepromenade: Der Hirsch-Duathlon um 21 Uhr fiel zwar zum Bedauern aller Anwesenden mangels Bewerbern aus. Die Gäste ließen sich die Stimmung aber nicht vederben und traten einfach selbst in Aktion - auf der Tanzfläche zur Musik der "Bea
Tanz auf der Mündeseepromenade: Der Hirsch-Duathlon um 21 Uhr fiel zwar zum Bedauern aller Anwesenden mangels Bewerbern aus. Die Gäste ließen sich die Stimmung aber nicht vederben und traten einfach selbst in Aktion - auf der Tanzfläche zur Musik der "Bea © Foto: Stefan Csevi
Kerstin Unger / 19.06.2017, 06:45 Uhr
Angermünde (MOZ) Viele Besucher, darunter jede Menge Stammgäste des legendären Hirschschwimmens, verbrachten den Sonnabendnachmittag und den Abend am Mündesee. Zum Jubiläum hatte sich der Verein etwas Besonderes einfallen lassen. Doch nicht alles ging auf wie geplant.

Nach 20 Uhr hatten die meisten Spaziergänger, die in der ansonsten fast menschenleeren Stadt anzutreffen waren, ein Ziel: Sie wollten den Hirsch-Duathlon bei Fackelschein im Mündesee miterleben. Eine Premiere, die sich der Verein Hirschschwimmen zum runden Geburtstag überlegt hatte. Doch ein paar Minuten vor dem Start kam die Durchsage: "Der Hirsch bleibt trocken, aber die Party geht weiter." Steffen Tuchscherer, der seit zehn Jahren als Stadtmaskottchen Hirsch Hannibal zum Wettschwimmeneinlädt, hatte sich kurz zuvor mit dem startbereiten Bürgermeister Frederik Bewer und weiteren Partnern beraten. "Es haben sich zu wenige Teilnehmer gemeldet", gab er als Grund an. Der Bürgermeister meinte: "Eine richtige und mutige Entscheidung. Lassen Sie sich die Stimmung dennoch nicht vermiesen und unterstützen sie das Ereignis im nächsten Jahr wieder!"

Die Enttäuschung war bei einigen Schaulustigen groß. Die elf Frauen und Männer des DRK und der Wasserwacht, die zur Sicherheit vor Ort waren, hatten einen arbeitslosen Abend und wurden eingeladen, sich unters feiernde Volk zu mischen.

So blieb die Tanzfläche gefüllt. Bis nach Mitternacht spielten die Beatpiloten" auf der Bühne an der Uferpromenade.

Die Geburtstagsfeier hatte am Nachmittag mit einem Konzert der Schlagersängerin Regina Thoss begonnen, moderiert von Michael-Peter Jachmann. Bis 17 Uhr unterhielt sie vor allem die reifere Generation, die die sächselnde Sängerin noch aus dem DDR-Fernsehen kennen und sie auch bei mehreren Auftritten in Angermünde erleben konnten. Danach lud Hirsch Hannibal die Jüngsten zu einer bunten Geburtstagsparty mit Spielen, Kuchen und Getränken ein.

"Das Kinderprogramm haben wir bewusst kleiner gehalten, denn für die Kinder gibt es ja übers Jahr mehrere Veranstaltungen mit dem Hirschverein. Im Mai war das Ritterturnier. Am 12. August ist wieder Aktionstag mit den Anglern und am 14. Oktober wird zur schaurigen Nachtwanderung eingeladen", verrät er.

Der Plan des ehemaligen Bürgermeister Wolfgang Krakow von 2008 ist aufgegangen. Er hatte damals aufgerufen, neue Ideen für das Stadtfest zu entwickeln. Der Gedanke, den schwimmenden Hirsch aus dem Angermünder Stadtwappen für die Neuzeit zu beleben, sei von etablierten Vereinen abgelehnt worden, erzählt Steffen Tuchscherer. "Deshalb entschieden sich einige Leute, die Tradition zu entwickeln und mit der Gründung des Vereins Hirschschwimmens auf feste Füße zu stellen."

Im Laufe der Jahre kamen zum Hirschschwimmen, das bis zum vergangenen Jahr im Rahmen des Stadtfestes ausgetragen wurde, weitere Events dazu wie das Kinderfest, die Nachtwanderung, Themenwanderungen im Januar, eine Osterolympiade und der Aktionstag mit dem Kreisanglerverband. Das Stadtmaskottchen übernimmt auch Spezialführungen für Schüler und Kitas zur Regionalgeschichte.

"Allen Mitgliedern und Helfern des Vereins, aber auch den Sponsoren und Unterstützern wie Café Seeblick, Stadt, Stadtwerken, DRK, Feuerwehr, Volksbank sowie Gewerbetreibenden wie Klaus Schreiber und John Mai gebührt unser Dank", sagt der Vereinschef.

Was er sich zum zehnten Geburtstag wünscht? "Dass es weitergeht und wir in zehn Jahren den 20. feiern."

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