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Schlossbewohner für ein Jahr

Haben kein Heimweh: Monika Nuon (l.) und Sophie Namaganda vor dem Schloss Trebnitz, das sie derzeit bewohnen.
Haben kein Heimweh: Monika Nuon (l.) und Sophie Namaganda vor dem Schloss Trebnitz, das sie derzeit bewohnen. © Foto: MOZ/Josefine Jahn
Josefine Jahn / 12.07.2017, 07:22 Uhr
Trebnitz (MOZ) Seit der Abschaffung des Wehrdienstes ist das Freiwillige soziale Jahr (FSJ) unter jungen Deutschen beliebt. Es ermöglicht Arbeitserfahrungen im In- und Ausland. Auch aus dem Ausland kommen auf diesem Weg junge Leute nach Deutschland - zwei sind derzeit in Trebnitz.

Seit September vergangenen Jahres sind Sophie Namaganda aus Uganda und Monika Nuon aus Kambodscha Oderland. Sie absolvieren ein FSJ - ein Jahr, in dem sie sich in der Bildungs- und Begegnungsstätte Schloß Trebnitz engagieren und dabei der deutschen Kultur näher kommen, die Sprache lernen. "Ich habe in Uganda zwei Jahre deutsch gelernt und wollte gerne herkommen, um noch besser zu werden und das Land kennenzulernen", sagt Sophie Namaganda. Ihre Kollegin aus Kambodscha studiert in der Heimat Finanzbuchhaltung. "Zu uns kommen auch viele Europäer, die einen Freiwilligendienst leisten", sagt sie. Da wollte sie diese Erfahrung auch sammeln und hegt den Wunsch, nach Beenden ihres Studiums selbst eine Hilfsorganisation zu gründen.

Heimweh haben sie nicht, da sind sich die beiden jungen Frauen einig. "Eher Essensweh", formuliert Monika Nuon vorsichtig. Obwohl es in Deutschland viele Gerichte mit ähnlichen Zutaten gäbe, die ihr vertraut sind, seien die Gewürze ganz andere. "Ich vermisse das asiatische Essen", sagt die 20-Jährige. Wenn die Sehnsucht zu stark wird, fährt sie deshalb nach Berlin und besucht dort eines der vielen asiatischen Restaurants.

Im Schloss sind die beiden Freiwilligen in der Küche tätig und bereiten die Gästezimmer vor. "Jetzt im Sommer ist viel los", sagt Sophie Namaganda, die in ihrer Freizeit gerne mit dem Rad an den See fährt oder im Fenster sitzend liest. "Der Ausblick ist toll, man kann sehen, wer zum Schloss kommt und wieder geht", sagt die 26-Jährige.

"Hier schält man Kartoffeln ganz anders, von außen nach innen, nicht von innen nach außen", erklärt Monika ihre anfängliche Überraschung. Abgesehen vom fehlenden asiatischen Essen fühlt sie sich auf dem Dorf sehr wohl. "Ich bin in einer Großstadt aufgewachsen, das reicht mir." "Ich habe auch Freunde in Berlin, Kiel und Köln, die ich schon besucht habe", sagt Sophie Namaganda. Auch Monika Nuon plant für den Sommerurlaub, mehr von Deutschland und Europa zu erkunden. "Ich würde gerne nach Italien, da ist das Essen super. Aber Tschechien finde ich auch sehr interessant", sagt sie in Vorfreude.

Darius Müller, Leiter des Bildungs- und Begegnungszentrums, ist zufrieden mit den beiden Frauen: "Sie sind eine Entlastung für unsere Küchenfrauen, die dadurch in internationalen Kontakt kommen", sagt er. Freiwillig heißt derweil nicht umsonst. Von der Organisation Weltwärts, die aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hervorgeht, gibt es ein Taschengeld. Außerdem ist die Verpflegung gesichert sowie ein Zimmer im Schloss.

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