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Der Schauspieler Walter Plathe überrascht mit Satire zur aktuellen Politik / Kritik an fehlenden Busverbindungen

Vergnüglicher Schwejk-Abend mit Seitenhieben

Vergnüglich: Walter Plathe (r) und Peter Buchheim gestalten im Friwo einen unterhaltsamen Schwejk-Abend.
Vergnüglich: Walter Plathe (r) und Peter Buchheim gestalten im Friwo einen unterhaltsamen Schwejk-Abend. © Foto: Jürgen Pahn
Jürgen Pahn / 06.02.2012, 07:08 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Was würde der brave Soldat Schwejk wohl sagen, wenn er in die heutige Zeit käme? Eine Ahnung davon bekamen die Gäste des Abends mit Walter Plathe im Friedrich-Wolf-Theater. Schauspieler Walter Plathe überraschte seine Zuschauer mit satirischen Seitenhieben auf die gegenwärtige Politik und Politiker.

"Der brave Soldat Schwejk", so wie er am Sonnabend im Friedrich-Wolf-Theater zu sehen war, beruht auf einer Produktion der Komödie Berlin, in der unter anderem Maria Mallé spielte. Aus diesem Stück heraus entwickelte Walter Plathe sein eigenes Programm - zusammen mit dem Pianisten Peter Buchheim, der nicht nur auf dem Klavier, sondern auch in kleinen schauspielerischen Auftritten brillierte.

"Kennen Sie eigentlich diese Billigfluglinien, bei denen die Landung schon inklusive ist? Genau das machen wir heute Abend", begrüßte Walter Plathe die Gäste und machte neugierig auf das Kommende. So mancher Besucher mag gerätselt haben, was Billigflug und Schwejk, respektive Plathe, wohl Gemeinsames haben. "Wir machen einen Billigabend", erklärte dieser dann mit einem gezielten Seitenhieb auf die heutige Kulturpolitik. "Am Theater ist alles teuer geworden, wir können uns ein großes Schauspielensemble und ein großes Orchester nicht mehr leisten. Ein mittelmäßiger Schauspieler wie ich und ein mittelmäßiger Pianist wie Herr Buchheim müssen reichen, ebenso ein billiges Bühnenbild."

Spontaner Beifall erhob sich, bevor beide mit einem Bier in Schwejks Stammgasthaus "Kelch" in die Geschichte einstiegen. Eine Geschichte, die fernab jedes Billigen und jeglicher Mittelmäßigkeit lag, präsentiert von einem Schauspieler, der nicht nur Texte interpretiert, sondern genau weiß, was er seinem Publikum sagt.

"Ich habe Walter Plathe schon immer im Fernsehen gern gesehen", sagte Elisabeth Krause aus Eisenhüttenstadt, "und ich finde dieses Programm ganz toll." Wenn nur das Heimkommen nach Fürstenberg nicht so kompliziert wäre, denn nach der Veranstaltung fahre kein Bus mehr, und daran ändere sich auch nichts, wenn man es noch so oft anspreche. "Immer ein Taxi zu nehmen kommt ganz schön teuer", so Elisabeth Krause, "so viel Geld haben die Rentner nicht." Vielleicht kämen ja mehr Gäste in das Haus, wenn dieses Problem gelöst werden könnte.

Christiane Pietsch erzählte, sie könne sich an ein illustriertes Schwejk-Buch aus Kindheitstagen könne sie sich erinnern, nun sei sie neugierig darauf geworden, wie Walter Plathe, den sie schon immer mal erleben wollte, den Stoff umsetzt.

Nach dem langen Schlussapplaus gab es noch eine kleine Zugabe, bevor Walter Plathe sich mit den Worten: "Danke für dieses schöne Haus und danke dafür, dass Ihr es so gut hingekriegt habt", verabschiedete.

Friwo-Tipp: "Wie in einem Spinnennetz", Theatergruppe des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, 19. Februar, 19 Uhr, Karten: 4,50 Euro, ermäßigt 4,05 Euro

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