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Vorhaben in Reichenow stößt auch in der Bürgerschaft auf Ablehnung / Vor drei Jahren war es schon einmal Thema

Gemeindevertreter gegen Schweinestall

Anett Zimmermann / 28.07.2017, 19:09 Uhr
Reichenow-Möglin (MOZ) Die Gemeindevertreter von Reichenow-Möglin haben der geplanten Umnutzung eines zurzeit leerstehenden Rinderstalls in Reichenow zum Schweinestall erneut das gemeindliche Einvernehmen versagt. Sie fordern stattdessen wieder ein Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG). Auf der Sitzung am Donnerstagabend im Gemeindezentrum in Herzhorn äußerten sowohl anwesende Bürger als auch Gemeindevertreter ihren Unmut unter anderem darüber, dass das Vorhaben nach drei Jahren neu auf dem Tisch liege, ohne dass es weitere Informationen zum Ausgang des alten Verfahrens gebe. Allerdings hieß es auch, dass das Bauordnungsamt schon damals ein Verfahren nach BImSchG gefordert habe.

Mehrere Teilnehmer der Sitzung verwiesen zudem auf ein Treffen mit Dirk Reinkens von der Agro GmbH Schulzendorf im Vorfeld der Versammlung, das jedoch nicht zur Klärung der Fragen zum Beispiel von Mitgliedern der Bürgerinitiative "Uns stinkt's schon lange" beigetragen habe. Als Argument für ein Verfahren nach BImSchG sahen sie, dass die Landwirtschaftsgesellschaft Reichenow mbH als Antragsteller bereits eine Anlage im Ortsteil betreibt. Mit Umnutzung des alten Rinderstalls, in dem 2008 Ferkel und 512 Schweine gehalten werden sollen, würden dann insgesamt mehr als 6000 Tierplätze entstehen. Ab dieser Größenordnung sei ein BImSchG-Verfahren notwendig, hieß es. Kritik wurde auch daran geübt, dass die in der Nähe liegende Gaststätte und Pension "Kellerstübchen" sowie das Schloss Reichenow, das gerade wieder dabei ist, den Hotel- und Restaurantbetrieb aufzunehmen, in den Unterlagen keine Berücksichtigung finden. Auf die touristischen Nutzungen werde, so Bürgermeister Wolf-Dieter Hickstein, nicht eingegangen.

Imma Harms fragte unterdessen, warum die Amtsverwaltung empfiehlt, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. In der Vorlage heißt es allerdings auch, dass ein Nein zu begründen ist. Gegen das Vorhaben sprachen sich dann sieben Gemeindevertreter aus, einer enthielt sich der Stimme. Einmal bestand ein Mitwirkungverbot.

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