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Sanierte Anlage in Tiefensee übergeben - Kommune und Europäische Union investierten 248 000 Euro

Ein kleiner Plausch im Gutspark

Kai-Uwe Krakau / 03.08.2017, 06:50 Uhr
Tiefensee (MOZ) Nach neunmonatiger Bauzeit ist am Mittwoch der sanierte Gutspark in Tiefensee den Einwohnern und Gästen übergeben worden. Das Projekt kostete insgesamt 248 000 Euro und wurde wesentlich aus Mitteln der Europäischen Union finanziert.

"Was lange währt, wird endlich gut". Mit diesem Satz begann Werneuchens Bürgermeister Burkhard Horn am späten Vormittag seine kurze Ansprache vor den erschienenen Vertretern aus Kommunalpolitik, den beteiligten Verwaltungen und den beauftragten Planern und Baubetrieben. Kurz zuvor war an der neuen Treppe, die zum Gutspark hinunterführt, das obligatorische Band zerschnitten worden. Mindestens seit sechs Jahren habe man sich mit der Rekultivierung des rund zwei Hektar großen Areals beschäftigt, so der Rathauschef. Dabei habe es immer mal wieder Probleme gegeben. Mal fehlten die entsprechenden Fördermittel-Richtlinien, dann standen der Kommune keine finanziellen Mittel zur Verfügung. "Die Verwaltungswege sind mitunter lang", resümierte der Linken-Politiker. Er hoffe, dass der Park ein Anziehungspunkt sowie eine Erholungs- und Begegnungsstätte für die Tiefenseer sowie Tagesbesucher werde. "Wir haben noch ein paar Ideen", so Horn, ohne Details zu nennen. Die Stadt Werneuchen hatte sich an dem Vorhaben mit rund 65 000 Euro beteiligt. Die Koordination der Arbeiten übernahm der Regionalpark Barnimer Feldmark.

Für Torsten Jeran von der Lokalen Aktionsgruppe Barnim (LAG) reiht sich der Gutspark Tiefensee in die Entwicklung weiterer Anlagen im südlichen Barnim ein. Dazu gehörten die Parks in Hirschfelde und Blumberg, in denen ebenfalls schon einige Maßnahmen realisiert werden konnten. "Für den Stienitzpark sind wir konzeptionell vorbereitet", so Jeran.

"Als wir anfingen, war ein Park nicht mehr zu erkennen", sagte Frank Nowak vom Büro für Grün- und Freiflächenprojektierung Berlin. Die Treppe war abgebrochen, Wildwuchs machte sich breit, die früheren Zugänge konnten lediglich erahnt werden. "Uns war es wichtig, die Sichtachsen wieder zu gestalten", betonte Nowak. Man habe sich an der alten Wegeführung orientiert, diese aber ergänzt, so dass ein Rundweg entstanden ist. Auch ein Soll, ein in jungpleistozänen Landschaften vorkommendes Kleingewässer, wurde sichtbar gemacht. Eine offene Leitung, die von der Bundesstraße 158 in den Gutspark führte, wurde zudem verrohrt. "Darüber hinaus haben wir einen Kleinstkinderspielplatz mit Buddelkasten gebaut", so der Planer. Vom Freudenberger Weg führt eine Treppe in den Gutspark, der Zugang von der Parkstraße ist auch für Menschen geeignet, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Fünf Parkbänke laden zum Ausruhen und zum Plausch mit dem Nachbarn ein. Fünfzehn kleine Tafeln informieren zudem über die verschiedenen Bäume, die auf dem Areal wachsen.

Die Mädchen und Jungen der Kita "Tiefenseer Landmäuse" dürften sich über den Park besonders freuen. "Wir sind hier schon in den vergangenen Tagen viel unterwegs gewesen", berichtete Erzieherin Brigitte Sblewski. Der sechsjährige Robert war es dann auch, der gemeinsam mit Bürgermeister Horn und weiteren Erwachsenen das "Eröffnungsband" durchschneiden durfte. Ein kleines Mädchen sagte auf die Frage, wie ihr der Park gefällt, einfach nur "cool".

Gerda Giese, sie wohnt nur ein paar Meter vom neuen Kleinod des Ortes entfernt, hatte sich ebenfalls zur kleinen Feier eingefunden. Sie kam 1939 als vierjähriges Mädchen nach Tiefensee und kann sich noch genau an die damalige Zeit erinnern. "Wir haben immer mit den Kindern vom Schloss gespielt", erzählt sie. Der Park sei eingezäunt gewesen, über den Teich führte eine Holzbrücke.

Auf dem "Tiefenseer Heiratsmarkt", den es viele Jahre als große Veranstaltung gab, hatte Gerda Giese später dann ihren Mann Hartmut kennengelernt. Im Jahr 1979 baute das Ehepaar schließlich ihr Haus an der heutigen Parkstraße.

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