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Sternsingen für Kinder in Not

In der Storchenklause: Richard Pielicke und seine Kellnerin Doris Murawka (von rechts) freuten sich ³ber den Besuch der Sternsinger. Foto: Elke Lang
In der Storchenklause: Richard Pielicke und seine Kellnerin Doris Murawka (von rechts) freuten sich ³ber den Besuch der Sternsinger. Foto: Elke Lang © Foto:
Elke Lang / 07.01.2008, 06:58 Uhr
() Storkow. Sieben Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren, angetan mit einem prächtigen Umhang und einer goldene Krone auf dem Kopf, sind am Sonnabend in und rund um Storkow bis nach Wendisch-Rietz, Lindenberg und Friedersdorf bei Königs Wusterhausen unterwegs gewesen. Wer ihnen begegnet ist, kann sicher sein: Es waren die "Sternsinger für die Eine Welt", die an diesen Tagen von rund 200 Leuten erwartet wurden. "Herr segne dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus", waren die Abschiedsworte der kleinen Könige, wenn sie weiterziehen mussten. Vorher hatten sie ein paar Lieder gesungen, Weihwasser verspritzt und mit geweihter Kreide "C+M+B+08", die Anfangsbuchstaben der heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, über eine Tür geschrieben.

Die erste Station der Sternsinger Henriette Witzke, Nathali Estrada, Kiet und Duc Pham Hoang, Robert Baumann, Johanna zu Castell und Mirko Marolli ist Richard Pielickes "Storchenklause" gewesen. Alle waren noch etwas aufgeregt, auch Heidemarie Günther, die Religionslehrerin, und die zwei begleitenden Mütter Maria Witzke und Birgit Baumann. Schließlich war es doch das erste Mal, dass sich auch die Storkower katholische Pfarrgemeinde St. Maria an der bundesweiten Aktion Dreikönigssingen, die in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum begeht, beteiligen. 1959 wurde die Aktion erstmals gestartet, die inzwischen die weltweit größte Solidaritätsaktion ist, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Sie wird getragen vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Jährlich können mit den Mitteln aus der Aktion rund 3 000 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden.

Die Kinder, die rund um Storkow seit Sonnabend als Sternsinger unterwegs sind, nehmen alle am Religionsunterricht teil, in dem sie sich auf die Erstkommunion vorbereiten, und wollen als die Drei Könige Spenden für Kinder in Not sammeln. Vater Karsten Baumann hatte dafür vorher die Gemeindemitglieder und deren Freundes- und Bekanntenkreis angesprochen, ob die Sternsinger bei ihnen willkommen seien. Richard Pielicke, obwohl kein gläubiger Christ, war gleich davon angetan. "Ich erlebe diese schöne Tradition, die in ganz Deutschland üblich ist, zum ersten Mal. Es kommt ja den Kindern der Welt zugute", freut er sich. Außerdem kann ein Segen ja schließlich nichts schaden, mag er sich gedacht haben, denn er gab zu: "Weihwasser in der Küche, das ist ganz wichtig."

Dass es in Storkow erstmals Sternsinger gibt, liege daran, dass in diesem Jahr bei der kleinen Gemeinde eine Kindergruppe vorhanden sei, "die altersmäßig ins Bild passt", erklärte Heidemarie Günther. Und diese Kinder hatten gleich auf Anhieb bundesweiten Erfolg. Nach der Beteiligung an einem Preisausschreiben waren die drei Könige und der Sternträger, das waren Henriette, Nathali, Kiet und Robert, dazu ausgewählt worden, am Freitag im Bundeskanzleramt bei Angela Merkel das Bistum Görlitz zu vertreten, zu dem Storkow gehört. "Zum ersten Mal habe ich die Bundeskanzlerin echt gesehen", ist der neunjährige Robert begeistert. "Wir haben gemeinsam mit den 26 anderen Gruppen Sternsingerlieder gesungen, und sie hat jedem von uns die Hand gegeben." Auch dass es mittags Nudeln mit Bolognesesoße gegeben hat, war für ihn toll.

Für Sonntag hatte Pfarrer Georg Jana die Storkower Sternsinger zur Heiligen Messe nach Beeskow eingeladen, wo es in diesem Jahr keine Sternsinger gibt. Den Abschluss findet diese Solidaritätsaktion der Sternsinger in Storkow heute. Da gehen die kleinen Könige in die Stadtverwaltung singen und segnen und noch zu einigen Firmen in der Region. Allein der Sonnabend hat schon rund 200 Euro eingebracht.

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