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Das Wunderkammerschiff „John Franklin“ legt in Oderberg an. Junge Neuenhagener erleben ein interaktives Museum.

Mobiles Museum
Schüler blicken durch Sextanten

Im Wunderkammerschiff: Alicia von der sechsten Klasse der Insel-Grundschule blickt durch einen Sextanten.
Im Wunderkammerschiff: Alicia von der sechsten Klasse der Insel-Grundschule blickt durch einen Sextanten. © Foto: Steffen Göttmann/MOZ
Steffen Göttmann / 03.10.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 04.10.2018, 08:29
Oderberg/Neuenhagen (MOZ) 16 Sechstklässler der Insel-Grundschule Neuenhagen haben am Montag das Klassenzimmer mit einem Schiff vertauscht. Zusammen mit Schulleiter Michael Dittrich besuchten sie das Wunderkammerschiff, ein mobiles Museum, das an der „Grünen Aue“ in Oderberg festgemacht hat. Kapitän Stefan Vens führte die Kinder unter Deck des Motorschiffs „John Franklin“, wo sich ihnen eine Schatzkammer offenbarte. In die Seitenwände des Schiffes sind Vitrinen eingebaut, in denen alte nautische Geräte, exotische Mitbringsel wie eine Schlangenhaut, ein Straußenei oder ein Straußenfuß zu sehen sind.

Eigentlich sollten Schüler aus Berlin den Unterricht gestalten. Doch weil die Schulstunde in Oderberg um 9 Uhr begann, hätten sie viel zu früh starten müssen. So übernahm Kapitän Vens diese Aufgabe. Sie lernten, wie sich Seefahrer tagsüber an der Sonne und nachts an den Sternbildern orientierten, warum man mit einem Rahsegler nicht vor dem Wind kreuzen kann wie mit einer modernen Yacht und ließ die Kinder durch einen Sextanten blicken. In der Renaissance und im Barock entstand die Tradition der Kunst- und Wunderkammer: Sammlungsräume, in denen kostbare Kunstwerke, seltene Naturalien, wissenschaftliche Instrumente und Objekte aus fremden Welten aufbewahrt wurden. Diese Tradition der Wunderkammer wurde in Berlin wieder ins Leben gerufen. In der Ausstellung des Berliner Kunstsammlers und Mäzens Thomas Olbricht gibt es mehr als 200 solcher Exponate aus Renaissance und Barock zu sehen.

Die Thomas-Olbricht- und die Helga-Bräuniger-Stiftung, der das Schiff gehört, organisieren Schulprojekte. Schüler sollen zu Museumsbesuchen angeregt werden.

„Wir können fächerübergreifend mit den Materialien arbeiten“, sagte Michael Dittrich. Das Schiff ist von 15 bis 17 Uhr für die Bürger geöffnet.

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