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Angermünder Künstler Christian Breßler bekommt Auftrag

Restaurierung
Neue Kirchenfenster im alten Stil

Neue Fenster: Der Angermünder Künstler Christian Breßler beim Einbau eines von drei neuen Kirchenfenstern in der 1861 eingeweihten Stüler-Kirche in Hohensaaten.
Neue Fenster: Der Angermünder Künstler Christian Breßler beim Einbau eines von drei neuen Kirchenfenstern in der 1861 eingeweihten Stüler-Kirche in Hohensaaten. © Foto: Martin Jenssen
Steffen Göttmann / 02.11.2018, 07:30 Uhr
Hohensaaten Dank einer anonymen Spende sind drei der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Fenster der Stüler-Kirche in Hohensaaten restauriert worden. Der Angermünder Künstler Christian Breßler stellte sie nach alten Plänen wieder her.

„Eine anonyme Spende hat es möglich gemacht: auf der Nordseite der Hohensaatener Stüler-Kirche werden drei neue Kirchenfenster eingesetzt“, meldete Martin Jenssen, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. „Die Arbeiten werden von dem Angermünder Künstler Christian Breßler ausgeführt“, berichtete Jenssen. Breßler, der 2016 mit dem Uckermärkischen Kunstpreis in der Kategorie Malerei/Grafik ausgezeichnet wurde, sei in der Region nicht zuletzt auch aufgrund seiner Glasarbeiten bekannt.

Im Zuge der umfassenden Sanierung der auf den berühmten preußischen Baumeister und Architekten Friedrich August Stüler zurückgehenden Kirche in Hohensaaten im Jahr 2001 hatte Breßler bereits die drei großen Chorfenster und die fünf großen Fenster auf der Südseite des Kirchenschiffes angefertigt. „Auch die kleinen Fenster auf beiden Seiten des Kirchenschiffes konnten damals aufgrund privater Spenden aus dem Ort eingesetzt werden. Nur die fünf großen Fenster auf der Nordseite waren bislang noch mit schmucklosem Fensterglas geschlossen“, sagte Martin Jenssen.

Nun endlich werden die drei an den Chor anschließenden Nordfenster ebenfalls in der grün-transparenten Bleiverglasung ausgeführt. Wie die Fenster der Hohensaatener Kirche vor der Zerstörung wirklich ausgesehen haben, darüber gebe es keine Vorlagen, so Jenssen. Vielmehr seien die Fenster von dem im Jahr 2000 beauftragten Architektenbüro im neogotischen Stil von August Stüler entworfen worden. Danach wurden die drei neuen Fester gefertigt. Der Ehrenälteste der Kirchengemeinde Christian Dornfeldt, der seit vielen Jahrzehnten alle Restaurierungsarbeiten an der Kirche liebevoll und fachkundig begleitet und als Zimmermeister auch immer wieder selbst tatkräftig Hand angelegt hat, zeigt sich erfreut und optimistisch: „Es ist schön, dass nun auch auf der Nordseite drei Fenster im neogotischen Stil ausgeführt werden.“ Jetzt überraschte er mit der freudigen Nachricht, dass die anonymen Spender zusätzlich Geld für die letzten beiden Fenster zur Verfügung stellen. Ein Kirchenfenster koste 3000 Euro, sagte Christian Dornfeldt. Für die Fenster werde sogenanntes Kathedralglas verwendet, das nur eine Firma in Bayern herstellt. Für grünes Glas gab es Lieferengpässe, so dass die Fenster nicht, wie geplant, zum Erntedankfest fertig wurden. Breßler schneidet das Glas und fasst es in Blei. Mit der Arbeit des Künstlers sind die Hohensaatener sehr zufrieden, weshalb er auch den weiteren Auftrag bekam.

Zum ersten Advent, dem Beginn des neuen Kirchenjahres, werden die neuen Fenster bei einem Gottesdienstes mit Pfarrerin Susanne Heine eingeweiht. In der Adventszeit stimmt sich die Christenheit ein auf Weihnachten, das Fest zur Geburt von Jesus Christus. Mit der Adventszeit verbunden ist die Hoffnung, dass sich am Ende alles gut füge, dass das Licht die Dunkelheit besiegt. „Die neuen Fenster in der Hohensaatener Kirche sind ein schönes Symbol für diese Hoffnung“, sagte Jenssen.

„Mein Projekt ist die Orgel“, kündigte Jenssen das nächste große Ziel an. Es handelt sich um eine seltene Orgel mit zwei Manualen des Bad Freienwalder Orgelbauers Georg Mickley (1816–1889). „Wenn wir es schaffen, sie im Orginalzustand wieder herzurichten, dann haben wir ein Alleinstellungsmerkmal“, so Jenssen, der zusammen mit dem Orgelförderverein Insel-Neuenhagen die Werbetrommeln rühren und Spenden sammeln will.

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