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Grabstein der etwas anderen Art

© Foto: Thomas Berger
thomas berger / 18.05.2010, 07:49 Uhr
Wölsickendorf (In House) Ein Gedenkstein erinnert nun auf dem Grab von Peter Hoppe neben der Wölsickendorfer Kirche an den im März verstorbenen Künstler. Sein Freund und Kollege Otto Schack hat ihn gestaltet, Joachim Schleinitz wiederum hielt bei der Einweihung am Sonntag eine kurze Rede. Sichtlich bewegt erinnerte der gebürtige Wölsickendorfer an den Berliner Hoppe, der seit Jahrzehnten im alten Doppelstubenhaus ein Stück die Straße weiter sein Sommeratelier hatte.

Nicht nur durch sein künstlerisches Schaffen bleibe der Verstorbene unvergessen, betonte Schleinitz. „Peter, du hast dich auch mit Anregungen und Rat ins Gemeindeleben eingebracht.“ Unvergessen ist das Anstoßen mit Freunden aufs beginnende neue Jahr – eine Tradition, an der auch zum Jahreswechsel 2009/2010 nicht gerüttelt wurde. Nicht zuletzt sei die von Hoppe 1994 gestaltete Altarwand in der Kirche eine Bereicherung, die nun wohl keiner mehr in Frage stelle. Das moderne Bild zur Auferstehung Jesu in dem denkmalgeschützten Gotteshaus sei womöglich sogar europaweit in dieser Form einzigartig.

Der Grabstein besteht aus einem schlichten Steinblock mit Hoppes originalem Namenszug und den Lebensdaten, auf dem ein Torso ruht. Der Doppelakt zweier Liebender, erst auf den zweiten Blick als solcher zu erkennen, ist von dem Verstorbenen einst selbst gefertigt und von Otto Schack hergerichtet worden: „Er stand etwas bemoost hinter dem Atelier.“

Während sein in Berlin lebender Bruder Felix verhindert war, hatte Peter Hoppes zweiter Sohn Sebastian den Weg nach Wölsickendorf gefunden, an das er sich gerade aus Kindheitstagen lebhaft erinnert. Damals sei der Vater oft die ganzen Ferien im Dorf geblieben: „Sechs Wochen am Stück – so lange hat er später nicht mehr durchgehalten.“ Das bestätigte auch Otto Schack noch einmal. Anders als er, fest in Ackermannshof ansässig, blieb Hoppe stets der Stadtmensch, den es nach einer Weile zurück in die Metropole zog.

Vom Kirchhof lenkte die Gruppe ihre Schritte noch ins Gutshaus, wo Bilder der Gedenkausstellung hängen. Vor einem Werk wurden bei Joachim Schleinitz und seiner Frau gleich Erinnerungen wach. 1973 oder 1975 müsse das gewesen sein, als sie ein paar Krebse im Parteinsee gefangen hätten, die Hoppe in seinem Stillleben auf einem Teller liegend verewigt hat. Er freue sich, wie stark das Andenken an seinen Vater im Ort gepflegt werde, betonte Sebastian Hoppe, der in Duisburg und Basel lebt.

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